Sohn des Grafen Werner I. der Ältere von Veltheim
und
einer nementlich unbekannten Schwester des Grafen Wiprecht II. von Groitzsch
Fenske Lutz: Seite 49,142,165,215-220
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen
Sachsen"
Mit Herrand von Halberstadt waren damals der Halberstädter
Domprost Adalgoz, sein Verwandter, und vermutlich weitere wegen
ihrer antikaiserlichen Haltung vertriebene Kanoniker nach Magdeburg gekommen,
wo ihnen Erzbischof Hartwig Aufnahme gewährte.
Die Teilnahme Adalgoz',
des späteren Magdeburger Erzbischofs, über die die Translatio
sancti Modoaldi berichtet, wird wohl weniger mit der königlichen Gesandtschaft,
sondern mehr mit den Klagen des Halberstädter Domkapitels gegen Bischof
Friedrich in Zusammenhang stehen. Adalgoz
wurde als Dompropst durch Friedrich aus Halberstadt vertrieben,
fand in Magdeburg Aufnahme und wird 1105 auf Initiative König
HEINRICHS zurückgekehrt sein.
Nachfolger Heinrichs
wurde
Adalgoz,
dem der König im Juni 1107 während eines Aufenthalts in Straßburg
die Investitur erteilte. Adalgoz war Angehöriger des Domkapitels
von Halberstadt gewesen und hatte zuletzt den Rang des Dompropstes
eingenommen. Adalgoz
entstammte der Ehe Werners I. (des Älteren) von Veltheim
mit einer Schwester Wiprechts von Groitzsch. Im Oktober 1106 nahm er an
der Gesandtschaft teil, die im Auftrag König
HEINRICHS nach Guastalla in N-Italien reiste.
Wie sein Amtsvorgänger auf dem Magdeburger Erzstuhl
war Adalgoz ein entschiedener Gegner
HEINRICHS
IV. gewesen, scheute sich aber nicht, nach dem Tode des Kaisers
von dessen Sohn die Investitur anzunehmen. Dadurch zog sich Adalgoz
durch
die Umstände seiner Erhebung den Unwillen Papst Paschalis' II. zu,
der ihn in einem Brief tadelte, das Gebot der Synode übertreten zu
haben. Um sein Vergehen zu sühnen, wurde er aufgefordert, persönlich
nach Rom zu kommen. Soweit man sehen kann, hat Adalgoz
dieser
Aufforderung nicht Folge geleistet. Trotzdem müssen sich die Beziehungen
des Magdeburger Erzbischofs zur Kurie normalisiert haben da Paschalis II.
dem Erzbischof das Pallium überbringen ließ.
Adalgoz gehörte in den folgenden
Jahren zu den geistlichen Fürsten, die sich oft am Hofe HEINRICHS
V. nachweisen lassen. Als sich das anfangs gute Verhältnis
HEINRICHS V. zum ostsächsischen
Adel vom Jahre 1112 an zu verschlechtern begann und sich im Spätjahr
1114 ein über O-Sachsen hinausreichendes Bündnis gegen den Kaiser
bildete, war der Magdeburger Erzbischof der letzte, der den Bruch mit HEINRICH
vollzog. Als einziger aus dem Kreis der ostsächsischen
Großen hatte er noch der Aufforderung des Kaisers Folge geleistet,
sich Weihnachten 1114 zu einem Fürstentag in Goslar einzufinden, war
aber von dort, angeblich um sich einer drohenden Verhaftung zu entziehen,
nachts geflüchtet, worauf er gemeinsam mit anderen führenden
Vertretern des sächsischen Adels von einem Rat reichstreuer Fürsten
verurteilt wurde.
Adalgoz
war der Gründer des regulierten Chorherrenstifts Neuwerk
und trug damit zur Förderung der Augustinerchorherrenregel in O-Sachsen
wesentlich bei. Beziehungen bestanden auch zum Kloster Hirsau, denn von
dort ließ Adalgoz nach dem Tode
Abt Hildebolds von Berge im Jahre 1113 den Hirsauer Profeßmönch
Hugo als Nachfolger kommen.
Mit Adalgoz von Magdeburg
und Reinhard von Halberstadt hatten zwei der sich auflehnenden Reichsfürsten
ihre Stellung der königlichen Investitur zu verdanken. Sie waren gerade
deswegen in Konflikt mit Paschalis II. geraten, denn sie hatten damit gegen
grundlegende päpstliche Forderungen und Gebote verstoßen. Unter
den veränderten Bedingungen einer erneuten Koalition zweier unterschiedlicher
politischer Kräfte bedeutete dies für die betroffenen Bischöfe,
dass sie sich, um den nun lästigen Tatbestand der Laieninvestitur
zu tilgen, auf einer Synode in Goslar durch einen päpstlichen Legaten
die Verzeihung Paschalis' II. für ihren Ungehorsam gegenüber
den wichtigsten Synodalbeschlüssen der Zeit gewähren lassen mußten.
Vertreter der ostsächsischen Adelsopposition von hohem Rang waren
also 1115 darauf angewiesen, in eigener Sache die Versöhnung mit der
römischen Kurie zu erwirken.
Literatur:
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Claude, Dietrich: Geschichte des Erzbistums Magdeburg
bis in das 12. Jahrhundert. Böhlau Verlag Köln Wien 1972, Seite
391-411
- Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen
Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 46,49,129,142,165
A.352,187,191, 195,214,215-220,227,263,335,347,358,359 - Giese,
Wolfgang: Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer und salischer
Zeit. Franz Steiner Verlag Wiesbaden 1979, Seite 190,193 - Schulze
Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und
Salier. Siedler Verlag, Seite 458 -