Begraben: Köln, Dom
Sohn des Grafen Reinold I. von Dassel
Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 418
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Rainald von Dassel, Erzbischof von Köln 1159-1167
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* um 1120, + 14. August 1167
Rom
Begraben: Köln, Dom
Sohn Graf Reinolds I. von Dassel
Nach seiner Ausbildung an der Domschule von Hildesheim
studierte Rainald von Dassel wahrscheinlich
gemeinsam mit Ekbert von Schönau in Paris. 1146 ist Rainald
von Dassel als Subdiakon und Domcellerar von Hildesheim
nachzuweisen. Schon früh stand er in Verbindung mit Vertretern der
staufischen Politik, insbesondere mit
Abt Wibald von Stablo und dem Hildesheimer Dompropst Konrad von Babenberg,
dessen Nachfolge er 1148/49 antrat. 1148 begleitete er beide nach Rom,
vertrat Bischof Bernhard I. von Hildesheim 1148 auf dem Konzil von Reims
und hielt sich 1153 wiederum in Rom auf. 1153 lenkte er die Hildesheimer
Bischofswahl auf Bruno und übernahm von ihm die Propstei des Goslarer
Petersbergstiftes und die von St. Moritz zu Hildesheim. In den
folgenden Jahren erwarb er die Dompropstei von Münster, die
Propstei v. St. Servatius zu Maastricht und die von St. Viktor zu
Xanten. Sein bisheriger Werdegang war die beste Voraussetzung für
die Berufung zum Kanzler im Mai 1156. In der Reichskanzlei führte
er neue Formeln ein, besonders den Begriff "sacrum imperium". Auf dem Reichstag
von Besancon lenkte er geschickt von den Klagen der päpstlichen Legaten
gegen den Kaiser ab und machte den Streit zwischen Imperium und Sacerdotium
durch seine Übersetzung des Begriffes 'beneficium' zu einer Grundsatzfrage.
Als Reichslegat bereitete er 1158 den Italienzug vor. Auf Veranlassung
FRIEDRICHS
I. wurde er im Mai/Juni 1159 in Abwesenheit zum Erzbischof
von Köln gewählt; der Kaiser investierte und erhob ihn zum
Erzkanzler für Italien. Nach dem Ausbruch des Papstschismas
von 1159 setzte er sich auf dem Konzil von Pavia 1160 und bei einer Gesandtschaft
an die Höfe Ludwigs VII. von Frankreich
und Heinrichs II. von England für
den kaiserlich gesinnten Victor IV. gegen Alexander III. ein. Seine Tätigkeit
als Reichslegat galt bis 1162 der Sicherung Reichsitaliens wie der Vorbereitung
des Feldzuges gegen Sizilien. Nach dem Scheitern der Verhandlungen von
St-Jean-de-Losne erklärte er auf der Synode die Papstwahl zu einer
Angelegenheit des Reiches. 1163 bannte ihn Alexander III. 1163-1164 setzte
Rainald von Dassel
den Aufbau der staufischen
Reichsverwaltung in Italien fort und ließ 1164 Paschalis III. als
Nachfolger Victors IV. wählen. 1165 vereinbarte Rainald
von Dassel in Rouen die Verlobung
der englischen Königs-Töchter Mathilde
mit Herzog Heinrich dem Löwen und Eleonore
mit dem STAUFER Friedrich
(+ Ende 1169). Nach seiner Rückkehr gewann Rainald
von Dassel auf dem Reichstag von Würzburg - durch die Bündniserklärung
König
Heinrichs II. - den anscheinend unter Druck der Reichsfürsten
zu einer Beendigung des Schismas bereiten Kaiser für eine allgemeine
Vereidigung auf Paschalis III., die das Reich aber in die Isolation führte.
Erst auf Druck der Bischöfe ließ sich
Rainald von Dassel in Würzburg
am 29. Mai 1165 zum Priester und am 2. Oktober 1165 im Beisein des Kaisers
in Köln zum Bischof weihen. 1165 betrieb Rainald
von Dassel die Kanonisation KARLS DES
GROSSEN. Er starb nach seinem glanzvollen Sieg vor Tusculum
gegen die Römer und der Eroberung Roms an der großen Epidemie.
Trotz seiner kurzen Aufenthalte in Köln vernachlässigte
Rainald die Belange des Erzbistums
nicht. 1159 begann er mit der Reorganisation der erzbischöflichen
Höfe zur Hebung der Wirtschaftskraft. Seine Territorialpolitik ebnete
Philipp von Heinsberg den Weg. Gegen den Pfalzgrafen bei Rhein,
Konrad von Staufen, richtete sich die Besetzung der Burg Rheineck;
als Landfriedensbrecher verurteilt, geriet Graf Heinrich von Arnsberg in
Lehnsabhängigkeit. Die Stützpunkte des Erzstifts in Westfalen
erweiterte er durch Gründung von Frauenklöstern und Stiften.
Für seinen Sieg vor Tusculum erhielt Rainald
von Dassel die Reichshöfe Andernach und Eckenhagen mit
den Silbergruben. 1167 verbündete sich
Rainald
von Dassel mit Erzbischof Wichmann von Magdeburg gegen Heinrich
den Löwen. Bedeutend für Köln waren Rainalds
von Dassel Überführung
der Heiligen Drei Könige und seine Bauten, die Bischofspaflz und die
Domtürme; eine steinerne Rheinbrücke war geplant. Ebenso trat
er in Hildesheim als Bauherr hervor. In beiden Städten sind mehrere
Stiftungen überliefert. Zu seinem Umkreis gehörte der Archipoeta,
der die wesentlich von Rainald von Dassel geprägten
Ziele des staufischen Kaiserhofes interpretierte.
Für die Päpste Hadrian IV. und Alexander III.
war Rainald von Dassel ein "homo perversus"
und "caput turbatioinis ecclesiae". Die staufischen
Historiographen lobten
Rainald von Dassel
wegen seiner hohen Bildung, Kaisertreue und Standfestigkeit. Seine
Reichspolitik war durch eine konservative Grundhaltung geprägt, nahm
jedoch starre Züge an und verstellte Rainald
von Dassel die Erkenntnis für das politisch Durchsetzbare.
Nicht zuletzt deswegen geriet er 1161 während der Belagerung Mailands
und 1165 auf dem Reichstag von Würzburg in Konflikt mit den Reichsbischöfen.
Nach seinem Tod wurde die kaiserliche Politik wieder flexibler.
Quellen:
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Literatur:
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