Begraben: Köln, St. Clemens
Sohn des N.N.
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 1570
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Kunibert, Bischof von Köln 623-663
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* um 590, + 12.11.663
Begraben: St. Clemens, heute Pfarrkirche St. Kunibert, Köln
Der Sproß einer Adelsfamilie des Trierer-Metzer Landes, erzogen am Metzer Hof Theudeberts II., wurde durch seine dortigen Kontakte zur irofränkischen Reform wie zum Pariser 'Zentralhof' Mitglied einer geistlich-aristorkratischen Führungselite, die im Sinne Chlothars II. und Dagoberts I. eine integralistische Reichskonzeption vertrat. Dies zeigt seine Tätigkeit als Rat der austrasischen Unterkönige Dagobert I. und Sigibert III. wie als Trierer Archidiakon und vor allem als Leiter des Kölner Bistums, das er durch die wahrscheinlich unter seiner Mitwirkung erstellte Lex Ribuaria endgültig in das MEROWINGER-Reich einband. Im Zusammenhang mit der irofränkischen Reform steht seine Mission in Friesland und Sachsen, die unter Umständen in der von ihm errichteten oder erweiterten Kölner Clemenskirche ihr Zentrum hatte. Kuniberts Bund mit den austrasischen ARNULFINGERN-PIPPINIDEN nach Dagoberts I. Tod 639/40 bedeutete keine völlige Aufgabe früherer Positionen, sondern den Versuch, mit Hilfe dieser ebenfalls zur 'Reichsgesellschaft' gehörenden Familie Ordnung wie eigenen Einfluß zu wahren. Seit ca. 650 läßt Kunibert sich nicht mehr belegen. Seine Verehrung als Heiliger ist seit dem 9. Jh. in seinem Bistum und dessen Nachbargebieten (vor allem Trierer Raum) bezeugt.
Literatur:
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P. Kürten, Das Stift St. K. in Köln I/II, 1985/90
- H. Müller, Bf. K. v. Köln, ZKG 98, 1987, 167-205 - Ders., K.
v. Köln, Rhein. Lebensbilder 12, 1991, 7-22.