Hildebold                                                  Bischof von Worms (978-998)
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um 940-3.8.998
 

Begraben: Neuhausen bei Worms, Kollegiatstift St. Cyriakus
 

Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 19
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Hildibold (Hildibald, Hildebald), Bischof von Worms seit 5.1.979
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     + 3./4. August 998

Begraben: Neuhausen bei Worms, Kollegiatstift St. Cyriakus

Eine Herkunft aus hessischem Adel (Schaab) ist nicht nachweisbar. Fraglich ist, ob Hildebold aus der Wormser Domschule hervorgegangen ist. Ende Oktober 977 Leiter der deutschen Königskanzlei OTTOS II., behielt er als erster Kanzler das Amt auch nach der Erhebung zum Bischof bis zu seinem Tode. 984-994 war er an der Vormundschaftsregierung für OTTO III. beteiligt. Auf dem ersten Italienzug OTTOS III. (April 996) geleitete Hildebold Bruno (Gregor V.) zur Inthronisation nach Rom. Hildebold, der die Domschule und den territorialen Ausbau seines Bistums förderte, veranlasste die Fälschung oder Verfälschung von 18 Königsurkunden des 7.-10. Jh. für die Wormser Kirche. Zweck dieser Aktion waren die Ausdehnung des bischöflichen Bannbezirks (Worms und seine Vorstädte) sowie die Sicherung und Erweiterung von Besitz- und Rechtstiteln (Wormsgau, Ladenburg, Lobdengau, Wimpfen).

Quellen:
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H. Boos, Mon. Wormatiensia (Q. zur Gesch. der Stadt Worms III, 1893.

Literatur:
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NDB IX, 135 - J. Lechner, Die älteren Kg.surkk. für das Bm. Worms und die Begründung der bfl. Fs.enmacht, MIÖG 22, 1901, 361ff., 529ff. - JDG O. II.; JDG O. III., 1, 2, 1902-1954, passim - M. Schaab, Die Diöz. Worms im MA, Freiburger Diöz. Archiv 86, 1966, 161ff. - J. Fleckenstein, Die Hofkapelle der dt. Kg.e, II (MGH Schr. 16/II, 1966), 69ff, 74ff. - H. Seibert, Wormatia (GAMS, Ser. 5, IV, 4) [im Dr.].


Althoff Gerd: Seite 314
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"Adels- und Königsfamilien"

                                                                   B 92

Lü:      3.8.   Hildebolus eps         +  998   Worms
Me:    4.8.    Hildibaldus eps

(Es.) Hildebold, der Kanzler und Vertraute OTTOS II., gehörte in der Zeit des Aufstands Heinrichs des Zänkers (H 31) zu den hervorragenden Vertretern der königlichen Partei.
Im Lüneburger Necrolog ist sowohl diese als auch die Partei der Aufständischen vertreten; zu den Gründen siehe ausführlich oben Seite 100ff.
Hildebold blieb gegen die vorherige Praxis auch nach seiner Erhebung zum Bischof von Worms Kanzler OTTOS II. Die Verdienste seines Kanzlers rühmt der Kaiser selbst in D O II, Nr. 183 und 199.
Zu Hildebolds Wirken vgl. NDB 9, Seite 135; Fleckenstein, Hofkapelle 2, Seite 69f. und FW B 95 mit weiteren Hinweisen.
Zum Todesdatum: BU Nr. 1287b.


Hildebold, der Kanzler und Vertraute OTTOS II., gehörte in der Zeit des Aufstandes Heinrichs des Zänkers zu den hervorragenden Vertretern der königlichen Partei und war neben Erzbischof Willigis von Mainz einflussreichster Berater der Kaiserin Theophanu und Kanzler des Reiches. Im Jahre 985 erhielt er auf Fürsprache der Kaiserin Theophanu, des Erzbischofs Willigis und des Herzogs Konrad von Schwaben den königlichen Besitz in Eppingen in der Grafschaft des Herzogs Otto im Ellenz- und Kraichgau. Wenige Wochen später erhielt er für sein Bistum die Bestätigung einer Verfügung Kaiser OTTOS II. über die Schenkung eines Drittels der Wormser Einkünfte aus Bann und Zoll.

Görich Knut: Seite 42,125
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"Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus."

Als OTTO III. im Juli oder September 994 14-jährig die Regierung übernahm, waren Willigis, Bischof Hildebold von Worms und Giselher bereits über 50 Jahre alt. Willigis und Hildebold blieben im Gegensatz zu Giselher unter den vornehmsten Beratern OTTOS, deren Kreis seit September 994 namentlich um den damals etwa 25-jährigen Heribert, einen Schüler Hildebolds, vermehrt erscheint. Dabei wird jedoch nicht deutlich zwischen den Verhältnissen während der vormundschaftlichen Regierung, die vom Erzkapellan Willigis und vom Kanzler-Bischof Hildebold von Worms als den Spitzen der Hofkapelle in Abstimmung mit OTTOS Mutter Theophanu und Großmutter Adelheid geführt wurde, und der selbständigen Regierung OTTOS III. unterschieden. OTTO III. erfährt in Ravenna vom Tod des Papstes Johannes XV. und schickt seinen Verwandten Brun von Kärnten als Nachfolger zusammen mit Erzbischof Willigis von Mainz und Hildebold von Worms nach Rom voraus. Hildebold starb während des zweiten Italienzuges.
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 100,314 B 92 -
Althoff, Gerd: Otto III., Primus Verlag, Darmstadt 1997, Seite 53,56,83 - Eickhoff, Ekkehard, Theophanu und der König, Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 18-521 - Görich Knut: Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995 Seite 42,125 - Uhlirz, Karl: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Otto II. und Otto III. 1. und 2. Band. Verlag Duncker & Humblot Berlin 1967 -