Begraben: Neuhausen bei Worms, Kollegiatstift St. Cyriakus
Sohn des N.N.
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 19
********************
Hildibold (Hildibald, Hildebald), Bischof von Worms seit
5.1.979
---------------------------------------
+ 3./4. August 998
Begraben: Neuhausen bei Worms, Kollegiatstift St. Cyriakus
Eine Herkunft aus hessischem Adel (Schaab) ist nicht nachweisbar. Fraglich ist, ob Hildebold aus der Wormser Domschule hervorgegangen ist. Ende Oktober 977 Leiter der deutschen Königskanzlei OTTOS II., behielt er als erster Kanzler das Amt auch nach der Erhebung zum Bischof bis zu seinem Tode. 984-994 war er an der Vormundschaftsregierung für OTTO III. beteiligt. Auf dem ersten Italienzug OTTOS III. (April 996) geleitete Hildebold Bruno (Gregor V.) zur Inthronisation nach Rom. Hildebold, der die Domschule und den territorialen Ausbau seines Bistums förderte, veranlasste die Fälschung oder Verfälschung von 18 Königsurkunden des 7.-10. Jh. für die Wormser Kirche. Zweck dieser Aktion waren die Ausdehnung des bischöflichen Bannbezirks (Worms und seine Vorstädte) sowie die Sicherung und Erweiterung von Besitz- und Rechtstiteln (Wormsgau, Ladenburg, Lobdengau, Wimpfen).
Quellen:
----------
H. Boos, Mon. Wormatiensia (Q. zur Gesch. der Stadt Worms
III, 1893.
Literatur:
-----------
NDB IX, 135 - J. Lechner, Die älteren Kg.surkk.
für das Bm. Worms und die Begründung der bfl. Fs.enmacht, MIÖG
22, 1901, 361ff., 529ff. - JDG O. II.; JDG O. III., 1, 2, 1902-1954, passim
- M. Schaab, Die Diöz. Worms im MA, Freiburger Diöz. Archiv 86,
1966, 161ff. - J. Fleckenstein, Die Hofkapelle der dt. Kg.e, II (MGH Schr.
16/II, 1966), 69ff, 74ff. - H. Seibert, Wormatia (GAMS, Ser. 5, IV, 4)
[im Dr.].
B 92
Lü:
3.8. Hildebolus
eps
+ 998 Worms
Me: 4.8.
Hildibaldus eps
(Es.) Hildebold, der Kanzler
und Vertraute OTTOS II.,
gehörte in der Zeit des Aufstands Heinrichs
des Zänkers (H 31) zu den hervorragenden
Vertretern der königlichen Partei.
Im Lüneburger Necrolog ist
sowohl diese als auch die Partei der Aufständischen vertreten; zu
den Gründen siehe ausführlich oben Seite 100ff.
Hildebold
blieb gegen die vorherige Praxis auch
nach seiner Erhebung zum Bischof von Worms Kanzler OTTOS
II. Die Verdienste seines Kanzlers rühmt
der Kaiser selbst in D O II, Nr. 183 und 199.
Zu Hildebolds Wirken vgl.
NDB 9, Seite 135; Fleckenstein, Hofkapelle 2, Seite 69f. und FW B 95 mit
weiteren Hinweisen.
Zum Todesdatum: BU Nr. 1287b.
Görich Knut: Seite 42,125
***********
"Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus."
Als OTTO III.
im Juli oder September 994 14-jährig die Regierung übernahm,
waren Willigis, Bischof Hildebold von Worms
und Giselher bereits über 50 Jahre alt. Willigis und Hildebold
blieben im Gegensatz zu Giselher unter den vornehmsten Beratern OTTOS,
deren Kreis seit September 994 namentlich um den damals etwa 25-jährigen
Heribert, einen Schüler Hildebolds, vermehrt erscheint. Dabei
wird jedoch nicht deutlich zwischen den Verhältnissen während
der vormundschaftlichen Regierung, die vom Erzkapellan Willigis und vom
Kanzler-Bischof Hildebold von Worms
als den Spitzen der Hofkapelle in Abstimmung mit
OTTOS Mutter Theophanu und
Großmutter Adelheid geführt
wurde, und der selbständigen Regierung OTTOS
III. unterschieden. OTTO III. erfährt
in Ravenna vom Tod des Papstes Johannes XV. und schickt seinen Verwandten
Brun von Kärnten als Nachfolger zusammen mit Erzbischof Willigis von
Mainz und Hildebold von Worms
nach Rom voraus. Hildebold
starb während des zweiten Italienzuges.
Literatur:
-----------
Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im
Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der
Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 100,314
B 92 -
Althoff, Gerd: Otto III., Primus Verlag, Darmstadt
1997, Seite 53,56,83 - Eickhoff, Ekkehard, Theophanu und der König,
Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 18-521 - Görich Knut: Otto
III. Romanus Saxonicus et Italicus. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995
Seite 42,125 - Uhlirz, Karl: Jahrbücher des Deutschen Reiches
unter Otto II. und Otto III. 1. und 2. Band. Verlag Duncker & Humblot
Berlin 1967 -