Erkanbald                                                  Bischof von Straßburg (965-991)
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    -10.10.991
 

Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 2122
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Erchanbald (Erkanbald), Bischof von Straßburg 965-991
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* ca. 937, + 12. Juli (oder 10. Okt.)991

Erchanbald, der aus hochadliger Familie stammte, wurde vor allem als Dichter berühmt. Gleich nach seiner Priesterweihe 963 wurde er Koadjutor des Bischofs Udo, dem er, geweiht am 24. September 965 durch Erzbischof Willigis von Mainz, folgte. Durch gute Beziehungen zu Rom und zum ottonischen Kaiserhaus konnte Erchanbald seiner Kirche diverse Privilegien verschaffen (974 und 984 Münz- und Zollrechte sowie 982 und 988 Immunität), wohl auch zum Dank für geleisteten Reichsdienst, wie 981 durch Teilnahme am Süditalienzug Kaiser OTTOS II. mit einem Aufgebot von 100 Rittern. Weiteres kann man aus seinem Mitwirken bei vielen Bischofsweihen ein besonderes kirchliches Engagement auch außerhalb von Straßburg erschließen. Als Mäzen erweist ihn die Widmung des Walthari-Liedes oder einer Handschrift desselben durch den Magister Gerald, die Berufung des gelehrten St. Galler Mönches Viktor an die Straßburger Domschule und die Schenkung einer Sammlung vor allem hagiographischer und historischer Werke an die Straßburger Kirche. Das eigene Euvre umfasst nebst Gelegenheitsgedichten (Elogien, Epitaphien, Dedikationsverse) die poetische Fortsetzung eines Straßburger Bischofskatalogs (ed. K. Strecker, MGH PP 5, 1939, 507-517), die Überarbeitung der Passio Trudperti (Vgl. B. Krusch, MGH RRM 4, 1910, 355f.) und eine nicht erhaltene "Suspirium" genannte Trostschrift.

Literatur:
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NDB IV, 567 [P. Wentzke] - Verf.-Lex. II. 587f. [F. Worstbrock] - P. Wentzke, Reg. der Bf.e v. Straßburg, I/2, 1908, 248ff. - W. Wattenbach-R. Holtzmann, Die Zeit der Sachsen und Salier, I/2 [Nachdr. 1967], 245f.


Trillmich Werner: Seite 119
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"

Bischof Erkanbald erneuerte durch die Berufung kundiger Lehrer aus St. Gallen seine Domschule, neben Heiligen Viten pflegte man dort auch weltliche Dichtung wie zum Beispiel das Walthari-Lied.