Wolfgang der Heilige                                 Bischof von Regensburg (972-994)
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um 930-31.10.994
            Pupping

Begraben: St. Emmeram, Regensburg

Sohn des Grafen Hermann im Pfullichgau aus dem Hause der LUITPOLDINGER und der Gisela von Schwaben, Tochter von Herzog Burchard II.; Enkel des Herzogs Arnulf von Bayern
oder
Sohn freier, aber nichtadliger Eltern
 

Lexikon des Mittelalters: Band IX Spalte 306
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Wolfgang, Bischof von Regensburg
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* um 920, + 31. Oktober 994
in Schwaben (Pfullingen?)

Grablege: St. Emmeram, Regensburg; 1052 feierliche Erhebung der Gebeine durch Leo IX.

Als Bischof von Regensburg investiert am 25. Dezember 972.
Die wichtigsten Quellen für das Leben Wolfgangs sind die beiden Emmeramsbücher ("De miraculis beati Emmerani liber unus et De memoria beati Emmerani et eius cultorum alter liber" (BHL 2541) des Propstes Arnold von St. Emmeram (+ vor 1050) sowie die Vita Woldkangi" des Othloh von St. Emmeram (Entstanden vor 1062, BHL 8990); eine weitere, von Otloh noch herangezogene Quelle, ein "libellus ... ex Francis" (Prolog, MGH SS IV, 525, Z. 35f.) ist heute verloren.
Wolfgang wurde als Sohn freier, aber nichtadliger Eltern in Schwaben geboren, mit sieben Jahren einem Kloster zur Ausbildung übergeben und kam dann an die Klosterschule der Reichenau. Dort lernte er Heinrich, den jüngeren Bruder des Bischofs Poppo von Würzburg kennen, der ihn einlud, seine Studien an der Domschule von Würzburg fortzusetzen, wo damals Stephan von Novara lehrte. Als Heinrich 956 von OTTO I. zum Erzbischof von Trier berufen wurde, begleitete Wolfgang seinen Freund und Mitschüler, wurde einer seiner bischöflichen Kapellane, Domscholaster, dann 'decanus clericorum' und war von Heinrich offensichtlich auch als Nachfolger im Bischofsamt vorgesehen. Wolfgang trat jedoch nach dem Tod seines Freundes als Mönch in Einsiedeln ein, wirkte auch dort als Scholaster und wurde schließlich von Bischof Udalrich von Augsburg zum Priester geweiht. Er blieb aber nicht im Kloster, sondern widmete sich daraufhin mit Erlaubnis des Abtes der Ungarnmission. Als der Bischofsstuhl von Regensburg frei wurden setzte sich Bischof Pilgrim von Passau bei OTTO I. erfolgreich für Wolfgang ein.
Als Bischof war Wolfgang eifriger Verfechter eines regelstrengen Lebens bei Mönchen und Kanonikern, ganz im Sinne der Aachener Reformsynode von 816. Dagegen suchte er die Kanonissen der beiden Stifte Ober- und Niedermünster mit Unterstützung Heinrichs des Zänkers vergebens für die Befolgung der Benediktregel zu gewinnen. Er gründete selbst das Benediktinerinnenkloster St. Paul (Mitttelmünster) und gab dem bischöflichen Eigenkloster St. Emmeram in Ramwold von St. Maximin (Trier) einen gorzisch geprägten Reformabt. Wolfgang hat damit nicht nur die alte Personalunion zwischen Bistums- und Klosterleitung aufgehoben, sondern auch eine Trennung der Besitzungen von Domkirche und Kloster angestrebt, die freilich nicht so vollständig war, wie Othloh später glauben machen möchte. Wolfgang stimmte - nach dem Bericht der Vita gegen den Widerstand des Domklerus - auch der Abtrennung Böhmens vom Bistum Regensburg zu und ermöglichte die Errichtung des selbständigen Bistums Prag (973). Während des Aufstandes Heinrichs des Zänkers (976) stand Wolfgang auf Seiten OTTOS II., hielt sich aber in dieser Zeit nicht in Regensburg auf, sondern auf den Besitzungen seiner Bischofskirche im Salzkammergut, u.a. im Kloster Mondsee. 978 beteiligte sich Wolfgang am Rachefeldzug OTTOS II. gegen den westfränkischen König Lothar, dann auch am Italienzug (980-983). Heinrich der Zänker, nach einem erneuten Aufstand niedergeworfen und als Herzog von Bayern wiedereingesetzt, vertraute Wolfgang die Erziehung seiner Kinder an, u.a. des späteren HEINRICH II. Auf einer Reise zu den Regensburger Besitzungen in der Ostmark starb Wolfgang am 31. Oktober 994 in der Kapelle des heiligen Otmar in Pupping (Ober-Österreich) und wurde in St. Emmeram beigesetzt.
Wolfgang wird als Bischof, bisweilen auch als Benediktinermönch dargestellt, meist mit Kirchenmodell und Beil (älteste Darstellung im Evangeliar HEINRICHS IV. 1100; bedeutendste am Hochaltar von Michael Pacher, St. Wolfgang, 1481). Seine Verehrung ist im süddeutschen Raum am weitesten verbreitet; der wichtigste Wallfahrtsort ist St. Wolfgang am Abersee (Wolfgangssee).

Quellen und Literatur:
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MGH SS IV, 525-542 [Othloh], 543-574 [Arnold], bes. ab 556 - LCI VIII, 626-629 - LThK X, 1214f. - St. W. 1000 Jahre Bf. v. Regensburg (Kat. Regensburg), 1972 - R. Zinnhobler - P. und W. Pfari, Der hl. W., 1975 - G. Schwaiger, Der hl. W. (Lebensbilder aus der Gesch. des Bm.s Regensburg. Beitr. zur Gesch. des Bm.s Regensburg 23/24, 1989), 93-107 - Lit. zum Wallfahrtsort St. Wolfgang.


Althoff Gerd: Seite 331
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 "Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                                  B 153

Me:     31.10.    Wlgangi epi    +  994   Regensburg

Der Eintrag ins Merseburger Necrolog gehört nicht der Ergänzungsschicht an. Die genitivische Form erweist, daß er als Heiligeneintrag zu verstehen ist. Zum Wirken des heiligen Wolfgang vgl. ausführlich FW B 142 mit den wichtigsten Literaturhinweisen.
Zum Todesdatum: BU Nr. 1121b.


Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 859
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Wolfgang, Heiliger, Bischof von Regensburg
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*     + 31.10.994
Nordschwaben Pupping bei Linz /Oberösterreich

Ausbildung im Kloster Reichenau.
Anschließend Scholaster, Domdekan und Kanzler Erzbischof Heinrichs von Trier (956-964).
Eintritt in das Kloster Einsiedeln und Priesterweihe durch Ulrich von Augsburg.
971 Missionar in Ungarn.
Ende 972 Erhebung zum Bischof von Regensburg.
Mit der Güterteilung zwischen Bistum und Kloster St. Emmeram und der Einsetzung Ramwolds als Abt gab er den Anstoß zu weiteren Reformen im Sinne der Regel des Klosters Gorze.
Das von ihm gegründete St. Paul in Regensburg wurde Vorbild bei der Reform der Regensburger Nonnenklöster.
Der Aufschwung des geistigen Lebens in den Regensburger Klöstern war wesentlich sein Werk.
Fest am 31. Oktober.

Literatur:
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LThK 10; R. Holtzmann, Gesch. d. sächs. Kaiserzeit, 1941; M. Popp, St. Wolfgang, Bischof v. Regensburg, in: VHO 112, 1972.


Wolfgang ging 971 als Missionar nach Ungarn und wurde 972 Bischof von Regensburg. Er reformierte die Klöster in seinem Bistum und gründete das Frauenkloster Mittelmünster.

Finckenstein, Albrecht Graf Finck von: Seite 49
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"Bischof und Reich. Untersuchungen zum Integrationsprozeß des ottonisch-frühsalischen Reiches (919-1056)"

Gemeinsam mit seinem Mitschüler Heinrich, den späteren Erzbischof von Trier, verließ Wolfgang das Kloster Reichenau und ließ sich überreden, nach Würzburg zu wechseln. Nach seiner Promotion in Trier hat Heinrich seinen inzwischen zum Scholaster in Würzburg aufgestiegenen Freund Wolfgang in dieser Funktion in das Trierer Domstift berufen und ihm damit einen neuen Wirkungskreis eröffnet, dessen bildungsmäßige Voraussetzungen von einem gemeinsamen Werdegang her gegeben waren. Wolfgang selbst hat nach dem Tode Erzbischof Heinrichs dessen ihm von Brun von Köln nahegelegte Nachfolge ausgeschlagen und ist, nach Schwaben zurückgekehrt, Mönch in Einsiedeln geworden, von wo aus er als Missionar im ostbayerischen Teil der Diözese Passau gewirkt hat. Wohl auf Empfehlung Bischof Pilgrims von Passau zum Nachfolger Bischof Michaels von Regensburg promoviert, hat er schließlich im Rückgriff auf seine Trierer Verbindungen seinen dortigen concapellanus Ramwald aus St. Maximin zum Reformabt des bischöflichen Eigenklosters St. Emmeram berufen.
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 198,200,331 B 153 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band II Seite 114, 118,127,129/Band III Seite 201,203,519 - Finckenstein, Albrecht Graf Finck von: Bischof und Reich. Untersuchungen zum Integrationsprozeß des ottonisch-frühsalischen Reiches (919-1056), Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1989 Seite 49 - Holtzmann Robert: Geschichte der Sächsischen Kaiserzeit, Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971, Seite 215,221,241,258,315,376,406,476, 494 - Janner, Ferdinand: Geschichte der Bischöfe von Regensburg Band 1, Friedrich Pustet Verlag Regensburg 1883, Seite 350-419 - Schneidmüller, Bernd/Weinfurter Stefan/Hg.): Otto III. - Heinrich II. Eine Wende?, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997, Seite 214,215A,287A,288A,393 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 26,33,40,46,123,153,170 -