Begraben: Regensburg, St. Emmeram
Jüngerer Sohn des Grafen Otto II. von Wolfrathausen
aus seiner 2. Ehe mit der Adelheid von Regensburg, Tochter von Burggraf
Heinrich
Lexikon des Mittelalters: Band IV Seite 2085
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Heinrich I., Bischof von Regensburg 1132-1155
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+ 10./11. Mai 1155
Regensburg
Begraben: Regensburg St. Emmeram
Aus dem Geschlecht der Grafen von Wolfratshausen.
Seine schweren Auseinandersetzungen mit Herzog Heinrich
dem Stolzen von Bayern um die Domvogtei, wobei es letztlich um die Vorherrschaft
im Zentralraum Regensburg und die Stadtherrschaft ging, wurden 1133 beendet:
Der Bischof musste zwar die regensburgische Grafschaft im Inntal abtreten,
behauptete sich aber in der Stadt. Heinrich I.
von Wolfratshausen begleitete Kaiser
LOTHAR III. auf dem Italienzug 1136 und wurde zum Erzkanzler
für Italien bestellt. 1147 nahm Heinricham
Kreuzzug König KONRADS III. teil,
kehrte allerdings vorzeitig zurück. Vermutlich damit in Zusammenhang
steht die erneute Jerusalemfahrt 1150/51. Heinrich
I. förderte in seinem
Bistum eine Reihe von Klöstern und deren Reform und war an der Gründung
mehrerer neuer Niederlassungen beteiligt.
Literatur:
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F. Janner, Gesch. der Bf.e v. Regensburg II, 1884, 37-122
- J. Staber, Kirchengesch. des Bm.s Regensburg, 1966, 33f - Bayer. Biogr.,
hg. K. Bosl, 1983, 324f. - K. Hausberger, Gesch. des Bm.s Regensburg I,
1989, 108-111.
Begraben: Regensburg, St. Emmeram
1131 Bischof von Regensburg.
1136 mit König LOTHAR in
Italien.
Teilnahme am Kreuzzug 1147.
1150 wieder im Heiligen Land.
In seiner Regierungszeit wurden unter anderem die Klöster
Rohr, St. Mang in Stadtamhof und Speinshart gegründet.
Zog sich am Ende seines Lebens ins Kloster St. Emmeram
in Regensburg zurück.
Literatur:
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F. Janner, Gesch. d. Bischöfe v. Regensburg 2, 1884.
F. u. eV. c 1105 siehe 25
1124 Diakon zu Bamberg SS 17, 585
1132 (nach 19/5) Bischof von Regensburg
+ 1155 10/5; siehe Janner 2,37 ff.
1124 Bamberger Diakon (MG. SS. 17,585)
nach 19.5.1132 Bischof von Regeensburg
10. VIII. 1132 zum Bischof geweiht
+ 11.5.1155. Nec. I. 18 (Diessen)
begraben in St. Emmeran (MG. SS. 9.582); Böhmer
Fontes IV. 50/1
Nec. Admont II. 296
Nec. St. Emmeran III, 314
Indersdorf III, 184
Mallersdorff III, 263
Baumburg II, 255
St. Lambrecht, Steiermark, II. 324
Oberaltaich II. 228
Seekauer Verbrüderungsb. II. 383, 98. 12
Weltenburg III. 375: St. Michael, Bamberg: Jaffe Bibl.
V. 571: St. Peter, Salzburg, II. 46, 3. 8; St. Rudpert, Salzburg, II. 134:
zum 10. V.: Obermünster III, 340 und Windberg III. 293; Moosburg
III. 107 zu 23. VII.
Heinrich I. wurde 1124 Diakon zu Bamberg und wurde 1132 besonders auf Betreiben seines Vetters Domvogt Friedrich IV. Bischof von Regensburg, stützte sich in der Folgezeit stark auf ihn. Er wurde 1136 durch LOTHAR III. Erzkanzler für Italien und zog mit ihm 1136/37 nach Italien. Er baute die bischöflichen Positionen aus, führte dazu viele Fehden und wurde STAUFER-Anhänger.
Herzöge und Heilige. Das Geschlecht der Andechs-Meranier
im europäischen Hochmittelalter.
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Heinrich
war zu Beginn der 30-er Jahre Domkanoniker in Bamberg und
Regensburg. Er wurde im Sommer 1132 zum Nachfolger Bischof Konrads
von Regensburg gewählt. Für seine Erhebung hatte sich der
Regensburger Domvogt, Graf Friedrich von Bogen, ein Verwandter der ANDECHSER,
eingesetzt. Im Domkapitel könnten nicht zuletzt auch die Verbindungen
der Familie des Gewählten zu kirchlichen Reformkreisen eine Rolle
gespielt haben.
Der Beginn von Heinrichs I.
Regierung
war von schweren Kämpfen mit dem bayerischen Herzog, Heinrich X. dem
Stolzen aus dem Geschlecht der WELFEN
überschattet. Der Herzog, der mit dem BOGENER um die Domvogtei stritt,
wollte die ohne sein Mitwirken zustande gekommene Wahl nicht anerkennen
und versuchte, die Erhebung Heinrichs von Wolfratshausen
zum Bischof zu vereiteln. Heinrich
wandte sich daher an den Salzburger Erzbischof, dem sein Bruder, Graf Otto
III., wenige Jahre zuvor in Tegernsee freie Hand gelassen hatte. Der Erzbischof
weihte Heinrich, noch ehe König
LOTHAR III. VON SUPPLINBURG, der Schwiegervater Herzog Heinrichs
X., dem Gewählten die Belehnung erteilt hatte. Dies sollte nicht ungestraft
bleiben. Heinrich X. rückte mit einem Heer gegen Regensburg vor, ließ
die Umgebung der Bischofsstadt verwüsten und eroberte die Burg
Donaustauf. Aber nicht nur an der Donau wurde der Kampf geführt.
Auch der Neffe des neugewählten Bischofs, Graf Otto V. von Wolfratshausen,
griff in die Auseinandersetzung ein. Als der bayerische Herzog gegen Ende
des Jahres das Gebiet Ottos V. durchzog, wurde er überfallen.
Die Feindschaft zwischen dem Regensburger Bischof und
dem bayerischen Herzog war auch nach der Unterwerfung des Grafen Otto V.
noch nicht beendet. Nachdem aber Bischof Heinrich
wenige Monate später durch Herzog Heinrichs X. Schwiegervater, Kaiser
LOTHAR III., mit seinem Hochstift belehnt worden war, stand
einem Friedensschluss mit dem Herzog nichts mehr im Weg. Der Preis dafür
war die hochstiftische Grafschaft im Inntal um Kitzbühl und Rattenberg,
die er Heinrich dem Stolzen als Lehen übergeben musste.
Als Kaiser LOTHAR III. 1136
nach Italien zog, schloss sich ihm auch Bischof
Heinrich an. Dem Kaiser musste an freundschaftlichen Beziehungen
zum Bischof von Regensburg gelegen sein. Im Sommer 1137 übertrug er
ihm sogar das Amt eines Erzkanzlers für Italien. Nach dem Tod
LOTHARS III. stellte sich Bischof
Heinrich jedoch auf die Seite des neuen Königs, des STAUFERS
KONRAD III., und verhalf ihm zur Durchsetzung seiner Ansprüche
in Bayern, gegen Herzog Heinrich den Stolzen. Als König
KONRAD III. wenige Jahre später, im Mai 1147, von Regensburg
aus zum Kreuzzug aufbrach, nahm auch Bischof Heinrich
daran
teil. Allerdings kehrte er bereits wenige Monate später, von Kleinasien
aus, in die Heimat zurück. Da man ihm deshalb den Vorwurf der Treulosigkeit
machte, brach er 1150 erneut als Wallfahrer in das Heilige Land auf, um
im Juni 1151 wieder aus Palästina zurückzukehren.
Über den Pflichten, die Heinrich
als Reichsfürst zu erfüllen hatte, vergaß er auch nicht
die Aufgaben als geistlicher Leiter seines Bistums. So führte er in
der Diözese Regensburg die Reformen seines Vorgängers weiter
und unterstützte die Gründung von Klöstern. Unter seiner
Regierung entstanden die Konvente in Rohr, Reichenbach, Paring oder Biburg,
um nur einige zu nennen. Während seines Episkopats wurde außerdem
mit dem Bau der Steinernen Brücke in seiner Bischofsstadt begonnen.
Als letzter der Regensburger Oberhirten ließ er sich nach seinem
Tod am 10. oder 11. Mai 1155 bei den Mönchen in St. Emmeran
begraben.
Literatur:
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Bosl, Karl: Bosls Bayerische Biographie, Verlag
Friedrich Pustet Regensburg 1983 Seite 324 - Herzöge und Heilige.
Das Geschlecht der Andechs-Meranier im europäischen Hochmittelalter.
(Hg. Josef Kirmeier und Evamaria Brockhoff) Katalog der Landesaustellung
im Kloster Andechs 13. Juli-24. Oktober 1993 Haus der Bayerischen Geschichte
- Janner, Ferdinand: Geschichte der Bischöfe von Regensburg
Band 2, Friedrich Pustet Verlag Regensburg 1883, Seite 37-122 -
Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich
976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 144,148,167,350
A 7 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln
zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag
Frankfurt/Main 1993 -