Reginbert                                                   Bischof von Oldenburg (991/92-1013/14)
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    -16.4.1013/14
 

Sohn des N.N.
 

Althoff Gerd: Seite 297
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                          B  27

Me:      16.4.  Reinbertus eps       +  1013/14    Oldenburg

Der Eintrag in Merseburg gehört nicht der Ergänzungsschicht an. Zu dem Personenkreis, der bereits der Ergänzungsschicht ins Merseburger Necrolog eingetragen wurde, siehe oben Seite 149ff.
Reginbert war vor seiner Erhebung zum Bischof (wohl 992) Propst von Walbeck (vgl. Thietmar VI, 43), was ihn enge Beziehungen zu Thietmar von Merseeburg bringt und seine Aufnahme in das Gedenken Thietmars erklärt; vgl. auch Lippelt, Thietmar von Merseburg, Seite 50ff.
Er starb wahrscheinlich 1013 oder 1014; vgl. Hirsch, Jbb. Heinrichs II. 2, Seite 406;
zum Todestag, der nur durch das Merseburger Necrolog bezeugt ist, siehe Hauck, Kirchengeschichte Deutschlands 3, Seite 1006.


Finckenstein Finck von: Seite 132
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"Bischof und Reich"

Um die Jahreswende 991/92, wahrscheinlich nach Folkwards Versetzung als Missionsbischof nach Skandinavien, wurde auf Empfehlung des Markgrafen Liuthar der Walbecker Propst Reginbert (991/92-1013/14?) von OTTO III. zum Bischof von Oldenburg erhoben. Reginbert, de orientali Francia natus, war durch Mathilde, die Witwe des Stifters von Walbeck, mit Zustimmung ihrer Söhne zum Propst berufen worden. Schon diese Berufung ist auffällig, da Reginberts Vorgänger und seine Nachfolger als Pröpste adlige Sachsen und zum Teil mit der Walbecker Stifterfamilie verwandt waren. Vielleicht hat also auch den "Ostfranken" Reginbert eine verwandtschaftliche Beziehung mit der Walbecker Stifterfamilie verbunden.
Dass Markgraf Liuthar, dem seit 955 die Nordmark übertragen war, dem schon von seiner Mutter Mathilde geförderten Reginbert das Bistum Oldenburg verschaffte, ist wiederum bemerkenswert. Sollte in Reginberts Ernennung der Versuch des Markgrafen zu sehen sein, seinen Einfluss durch einen ihm verbundenen Bischof nach Norden auszudehnen, nachdem die Bistümer seiner Mark, Brandenburg und Havelberg, durch einen Slavenaufstand von 983 seinem Einfluss entzogen waren? Aus der Zeit von Reginberts Pontifikat erfahren wir wieder nur sehr wenig. Die Quedlinburger Annalen, die seiner Teilnahme an der Weihe des Halberstädter Domes am 16. Oktober 992 gedenken, nennen ihn episcopus Mikilanburgensis, woraus geschlossen wurde, dass auch er seinen Amtsitz Oldenburg hat meiden und in die Mecklenburg hat ausweichen müssen. Diese Interpretation erscheint aber zweifelhaft, da die politische Situation auch seinen Aufenthalt in der Mecklenburg kaum erlaubt haben dürfte. Zudem nennt ihn sein Amtsbruder und Zeitgenosse Thietmar von Merseburg, der von einer eventuellen Verlegung des Bischofssitzes gewusst haben müßte, Antiquae civitatis antistes. Man wird also annehmen müssen, dass Reginbert bei einem seiner Amtsbrüder im Reich Zuflucht gefunden hat. Bei Hofe oder auf Kirchensynoden ist er nicht nachweisbar. Sein Todesdatum kennen wir nicht.
 
 

Literatur:
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Althoff, Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Wilhelm Fink Verlag München 1984 Seite 297 - Finckenstein, Albrecht Graf Finck von: Bischof und Reich. Untersuchungen zum Integrationsprozeß des ottonisch-frühsalischen Reiches (919-1056), Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1989 Seite 132 - Hirsch, Siegfried: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich II., Verlag von Duncker & Humblot Berlin 1864 Band II Seite 406 - Lippelt, Helmut: Thietmar von Merseburg, Böhlau Verlag Köln 1973 Seite 50 - Thietmar von Merseburg: Chronik Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1992 -