Sohn des N.N.
Althoff Gerd: Seite 316
***********
"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"
B 99
Lü: 13.8. Bernhardus eps de Slavis + 1023 Oldenburg
Bernhard entstammte
dem Magdeburger Domkapitel (vgl. Thietmar VIII,6). Am 4. Juli 1014 ist
er erstmals als Bischof bezeugt und zwar in Gernrode beim Begräbnis
der Äbtissin Hathwig (A 42), der Verwandten der BILLUNGER (Thietmar
VII, 3).
Bernhard hielt sich
auf Grund der Zerstörung seines Bistums seit 1018 wohl für längere
Zeit in Sachsen auf; vgl. Dehio, Geschichte des Erzbistums Hamburg-Bremen,
Seite 171; Hauck, Kirchengeschichte Deutschlands 3, Seite 647.
Zum Todesdatum vgl. ebd. Seite 1006 und Hirsch, Jbb.
Heinrichs II. 3, Seite 188 Anmerkung 2.
Den Nachfolger Bischof Reginberts, Bernhard
(1013/14-1023) ordinierte Erzbischof Unwan. Das Datum der Erhebung
muss also zwischen dem Amtsantritt Unwans (3. Februar 1013) und dem Juli
1014 liegen, zu welch letzterem Datum
Bernhard
bereits als Bischof nachweisbar ist. Bischof
Bernhard ist aus dem Magdeburger Domkapitel hervorgegangen,
dem er gleichzeitig mit Thietmar von Merseburg angehört hat. Auf sein
Magdeburger und vielleicht auch ein Hildesheimer Kanonikat, sowie auf die
Nachricht, dass er für das Begräbnis der Äbtissin Hadwig
von Gernrode, der Tochter des BILLUNGERS Wichmann des Jüngeren [Richtig
ist: des Älteren], im Juli 1014 zu sorgen hatte, stützt sich
die Annahme, dass er dem Adel Ostsachsens entstammte und vielleicht mit
den BILLUNGERN verwandt war, in deren Familie auch sein Name Bernhard vorkommt.
Ob der Bischof nach seiner Erhebung tatsächlich
in Oldenburg residiert hat, ist zumindest fraglich. In Zusammenhang mit
dem Angriff der Liutizen auf die Gebiete der Wagrier und Obodriten im Jahre
1018 erfahren wir von Thietmar, dass Bernhard
id, ut primo comperit dem König gemeldet habe, um dessen Hilfe
zu erbitten. Wo
Bernhard sich zu diesem
Zeitpunkt aufhielt, lässt sich nicht sagen, gleichwohl klingt in Thietmars
Formulierung an, dass er sich damals gerade nicht oder überhaupt nicht
in seinem Bistum aufhielt.
HEINRICH II. hat
auf Bernhards
Hilfeersuchen
hin nicht sofort reagieren können, da er im Westen des Reiches gebunden
war. Erst nach Ablauf von drei Jahren, innerhalb welcher Frist Bischof
Bernhard noch 1019 auf einem Hoftag in Goslar in der Umgebung
des Königs nachweisbar ist, konnte König
HEINRICH für das Bistum Oldenburg tätig werden. Auf
einem Hoftag in Werben an der Elbe hat der Bischof im September 1021 seine
Forderungen gegenüber den slavischen Stämmen seines Bistums vor
deren Fürsten zur Sprache bringen können. Das Versprechen des
Slavenfürsten in Gegenwart des Königs, den Besitz der Oldenburger
Kirche wenigstens teilweise zu restituieren und vor allem den Kirchenzins
zu zahlen, ist indessen nicht eingehalten worden.
Nach dem Scheitern seiner Bemühungen um eine Neuordnung
seines Bistums in Sclavonis hat Bernhard Zuflucht
bei Bernward von Hildesheim gesucht, in dessen Umgebung er noch am 22.
September 1022 bei der Weihe der Michaelskirche in Hildesheim anzutreffen
ist. In dieser Kirche ist er auch nach seinem Tode, am 13. August 1023,
bestattet worden.
Literatur:
-----------
Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im
Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der
Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 316
B 99 -
Finckenstein, Albrecht Graf Finck von: Bischof
und Reich. Untersuchungen zum Integrationsprozeß des ottonisch-frühsalischen
Reiches (919-1056), Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1989 Seite 133 - Hirsch,
Siegfried: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich II. 1.
und 2. Band, Verlag von Duncker & Humblot Berlin 1864 - Thietmar
von Merseburg: Chronik Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1992
-