Bistum Zeitz
 

Lexikon des Mittelalters: Band IX Spalte 517
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Zeitz
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II. BISTUM

Gegründet 968 von Kaiser OTTO I. in Zeitz an der Weißen Elster. Das Bistum, dessen Grenzen sich im wesentlichen an der Mark Zeitz orientierten und nach Südosten (Vogtland und Vorland des Erzgebirges) noch offen waren, erhielt Kirchen und Grundbesitz im Pleißenland  (um Altenburg), an Elster (um Zeitz und Weida) und Rippach und bei Naumburg. Erster Bischof war Hugo I. (968-979). Über seine Nachfolger in Zeitz ist wenig bekannt. Die Verlegung des Bischofssitzes nach Naumburg an der Saale wurde 1028 von Papst Johannes XIX. genehmigt, wohl noch 1030 unter Bischof Hildeward eingeleitet, zog sich aber einige Jahre hin. Die gefährdete Lage im deutsch-slavischen Grenzgebiet (unter anderem 976 Plünderung des Ortes Zeitz durch Graf Dedi, 1028 Feldzug Herzog Mieszkos II. von Polen) ist kaum der maßgebliche Grund für die Verlegung gewesen, da zum Beispiel der Bischofssitz Meißen noch viel weiter im Osten lag. Wichtiger scheint das erfolgreiche Bestreben Kaiser KONRADS II. gewesen zu sein, die EKKEHARDINGER, auf deren Allodialgut Naumburg lag, durch die Bistumsverlegung für das Reich und damit für die Grenzsicherung gegen Polen zu gewinnen. Langfristig führte dies aber nach dem Aussterben der EKKEHARDINGER 1046 dazu, dass die Markgrafen von Meißen überragenden Einfluss im Bistum erlangten. Streitigkeiten zwischen dem Stiftskapitel zu Naumburg um den Rang als Mutterkirche des Bistums wurden erst 1228/30 durch Papst Gregor IX. zugunsten der Naumburger Domkirche beigelegt. Mit der Propstei des Stiftes Zeitz blieb jedoch der größte Archidiakonatsbezirk der Diözese verbunden. Die Bischöfe residierten seit 1285 wieder ständig in Zeitz, während das Domkapitel in Naumburg verblieb. Im Spätmittelalter befanden sich die geistlichen und weltlichen Zentralbehörden der Diözese in Zeitz, in dessen Umgebung auch beträchtlicher Hochstiftsbesitz lag. Nur gelegentlich nannten sich die Bischöfe im Mittelalter nach Zeitz, zumeist aber nach Naumburg. Die in der Literatur erscheinende Diözesanbezeichnungen Naumburg-Zeitz bzw. Zeitz-Naumburg sind unhistorisch.