Sohn des N.N.
Lexikon des Mittelalters: Band II Spalte 945
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Burchard der Rote, Bischof von Münster seit 1098
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+ 19. März 1118
bei Konstantinopel
Von HEINRICH IV. Anfang 1098 zum Bischof von Münster erhoben, gehörte Burchard zu dessen engsten Ratgebern bis zur erzwungenen Abdankung des Kaisers Ende 1105. Seines Amtes enthoben, trat Burchard der Rote Anfang 1106 auf die Seite HEINRICHS V. über. Daraufhin musste er seine kaisertreu gebliebene Stadt verlassen. Auf der Flucht geriet er in die Hände HEINRICHS IV., der ihn gefangen nach Lüttich führte. Vom sterbenden Kaiser empfing er hier Ring und Schwert, um sie dessen Sohn zu übergeben. Auch unter HEINRICH V., von dem er zum Kanzler für Italien ernannt wurde, erwies sich Burchard der Rote als verlässliche Stütze des salischen Königtums. 1110 begleitete er HEINRICH V. nach Italien, wo auf seinen Rat hin die Gefangennahme Paschalis' II. erfolgt sein soll. Mehrfach exkommuniziert, nahm Burchard der Rote auch an HEINRICHS zweitem Italienzug 1116 teil. Auf einer 1118 in dessen Auftrag unternommenen Gesandtschaftsreise nach Konstantinopel fand er den Tod. - Seinen Bischofssitz, der mehrmals schwer heimgesucht wurde, hat Burchard der Rote durch einen Mauerring gesichert.
Literatur:
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DHGE X, 1242 - LThK II, 783 - NDB III, 27 - A. Hechelmann,
Burchard der Rote, ZVGA 26, 1866, 281-332 [mit Reg.] - G. Meyer v. Knonau,
JDG H. IV u. V, 5-7, 1904-1909 [Nachdr. 1965-1966], passim - K. Löffler,
Die westfäl. Bf.e im Investiturstreit, Münstersche Beitr. zur
Gesch.forsch. NF 2, 1903, 25-34 - H. Börsting - A. Schröder,
Hb. des Bm.s Münster I, 1946, 64-69 - H. Börsting, Gesch. des
Bm.s Münster, 1951, 42f. - F. Hausmann, Reichskanzlei und Hofkapelle
unter Heinrich V. und Konrad III. (MGH Schr. 14, 1956), 52-58 - Series
episcoporum ecclesiae catholicae occidentalis V, I, 1982.