Begraben: St-Vincent
Sohn des Grafen Eberhard von Hamaland und der Amalrada,
Tochter
von Graf Dietrich; Neffe der Königin Mathilde
Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 1030
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Dietrich I., Bischof von Metz (965-984)
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+ 7. September 984
Begraben: St-Vincent
Sohn Eberhards, Grafen von Hamaland und der Amalrada, Neffe Roberts, Erzbischofs von Trier und der Königin Mathilde Vetter von Kaiser OTTO I.
Dietrich I. wurde in Halberstadt erzogen, war vielleicht Kanoniker in Hildesheim und hielt sich in Köln bei seinem Vetter, Erzbischof Brun von Köln, auf, der von OTTO I. mit der Verwaltung des Herzogtums Lothringen betraut worden war. OTTO I. und Brun ließen ihn (Anfang 965) zum Bischof von Metz erheben; am 5. März erheben erfolgte die Weihe. Nach Bruns Tod im Herbst desselben Jahres stand Dietrich I. in engen Beziehungen zu den ottonischen Herrschern und tritt daher häufig in Königsurkunden auf. Er begleitete OTTO I. 967-971 auf dem Italienzug und empfing Theophanu; 980-983 war er Ratgeber OTTOS II. Dietrich I. spielte eine bedeutende Rolle in der Reichspolitik gegenüber Lothringen und nahm aktiven Anteil an der monastischen Reform. Er gründete ca. 965/67 die Abtei St-Vincent, die er reich mit Landbesitz ausstattete und mit in Italien erworbenen Handschriften beschenkte, legte um 975 die Grundlagen für Burg und Abtei Epinal und begann mit dem Neubau seiner Kathedrale. Aus Italien brachte er einen großen Reliquienschatz nach Metz.
Quellen:
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Vita Deoderici episcopi Mettensis, auctore Sigeberto
Gemblacensi (MGH SS IV, 461-483).
Literatur:
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LThK X, 36 - R. Reuss, Das Leben Bf. Theoderichs I. v.
Metz, 1882 - R. Schetter, Die Intervenienz der weltl. und geistl. Fürsten
in den dt. Königsurkk. von 911-1056, 1935, 35, 56 - E. Boshoff, Das
Erzstift Trier und seine Stellung zu Kgtm. und Papsttum im ausgehenden
10. Jh., 1972, 8f.,23f.
B 116
Lü: 7.9. Thiedicus
eps + 984 Metz
Me: 7.9. Thiedericus
eps
Thiedrich war als
Sohn des Grafen Eberhard von Hamaland und der
Amalrada, einer
Schwester der Königin Mathilde,
Verwandter der ottonischen und auch
der billungischen Familie, da Wichmann der Ältere nach Meinung der
Forschung (vgl. jedoch Kommentar G 39) eine Schwester der Königin
heiratete; vgl. Schmid, Neue Quellen, S. 203-211 und ders., Die Nachfahren
Widukinds, S. 37 Anm 10 sowie die Vita Deoderici des Sigibert vom Gembloux
(MGH SS 4, S. 464).
Als Schüler Bruns
soll er nach dessen Tod überragenden Einfluß auf OTTO
DEN GROSSEN gewonnen haben. Nach dem Tode OTTOSII.
schloß
sich Thiedrich
der
Partei Heinrichs des Zänkers (H 31)
an, der auch Egbert der Einäugige (G 33) angehörte; s. dazu ausführlich
oben S. 98 f.
Sein Name könnte daher auch aus der Necrologtradition
stammen, die HEINRICH II. 1017 aus
Bayern nach Merseburg transferieren ließ, s. dazu oben S. 198.
Allg. vgl. auch FW B 133 mit weiteren Hinweisen.
Zum Todesdatum: BU Nr. 956 X/2.
THEODERICH
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* (930/35), + 984 IX 7
965 Bischof von Metz
Bischof Theoderich I. von Metz
war, wie uns der Continuator Reginonis a. 965, Seite 176, bezeugt, ein
"consobrinus
imperatoris". Sigibert von Gemblaux erklärt uns in der Vita Deoderici
c. 1, SS IV 464, diese Konsanguinität näher:
TheoderichsMutter
Amlrada
war eine Schwester der Königin Mathilde,
die mit Graf Eberhard von Hamaland vermählt war; dieser Graf
ist uns außerdem aus den DD H I. 16 und 21 als "propinquus" und "consanguineus"
König
HEINRICHS bezeugt, womit die Angaben Sigiberts von Gemblaux
wohl unanfechtbar abgesichert sein dürften.
Die Belege für Theoderichs
Todestag sind bei BU 956 x/2 zusammengestellt.
Allgemein informiert die Programmschrift von Reuß
sowie FW B 133.
Finckenstein Finck von: Seite 50
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"Bischof und Reich"
Ein eindrucksvolles Beispiel in unserem Zusammenhang liefert
auch das Bistum Metz, das 965 mit Dietrich
[Das Jahr der Erhebung Dietrichs wird
in der Literatur verschieden angegeben. Seiner Vita zufolge wurde er an
einem 5. März durch seinen Metropoliten Erzbischof Heinrich geweiht.
Da Erzbischof Heinrich im November 963 nach Italien zog, wo er 964 starb
und Dietrichs Vorgänger Adalbero I. am 26. April 962 gestorben
war, kommt als Weihedatum nur der 5. März 963 in Frage.], dem Sohn
des
Grafen Eberhard ex pago Saxonico Hamalant aus Nieder-Lothringen,
einen Verwandten des Kaiserhauses zum Bischof erhielt. Ekkehard IV. zufolge
in St. Gallen erzogen, erhielt er später ein
Kanonikat im Bistum
Halberstadt, in dem bedeutende Besitzungen seiner immedingischen
Mutter Amalrada lagen, bis er nach der Erhebung seines Verwandten
Brun
von Köln 953 dorthin gerufen sub discilina domni Brunonis
profecit,
und auch dort ein Kanonikat erhielt, vielleicht aber schon davor Dienst
in der Hofkapelle getan hatte. Zu unbekanntem Zeitpunkt soll Dietrich
auch das Amt des Dompropstes in Worms übernommen haben, bis
er, nach sorgfältiger Vorbereitung seiner Kandidatur durch Brun von
Köln, in Metz zum Bischof gewählt wurde. Das Fortwirken von Beziehungen
aus dem Werdegang dieses Bischofs, der zu den politisch einflußreichsten
Mitgliedern des Reichsepiskopates seiner Zeit gehört hat, zeigt sich
deutlich am Auftrag OTTOS I., zusammen
mit Erzbischof Heinrich von Trier und Bischof Balderich von Speyer seine
ehemalige Ausbildungsstätte St. Gallen zu visitieren. Deutlicher noch
treten die Verbindungen Dietrichs von Metz hervor
in der durch ihn begründeten confraternitas zwischen der Metzer und
der Halberstädter Bischofskirche, die beide unter dem Patronat St.
Stephans standen. Auch hier haben offenbar persönliche Gründe
mitgespielt, da der damalige Halberstädter Bischof Hildeward, der
auch in St. Gallen erzogen worden war, während Dietrichs
Kanonikerzeit in Halberstadt dort Dompropst war, und
auch hier haben diese Beziehungen fortgewirkt, indem Dietrichs
Neffe und Nachfolger Adalbero II. 992 nach dem Neubau des 965 eingestürzten
Halberstädter Domes Stephansreliquien nach Halberstadt transferierte
und dafür eine Nachbildung des von Agapet II. an Bischof Hildeward
verliehenen Rationale erbat.
Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im
Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der
Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 62,80,98,200,209,320
B 116 - Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat.
W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 133,146,155 -
Barth
Rüdiger E.: Der Herzog in Lothringen im 10. Jahrhundert, Jan Thorbecke
Verlag Sigmaringen 1990, Seite 163,175,195,198 - Beumann, Helmut:
Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite 116,128,131
- Eickhoff, Ekkehard, Theophanu und der König, Klett-Cotta
Stuttgart 1996, Seite 18-403 - Erkens, Franz-Reiner: Konrad II.
Herrschaft und Reich des ersten Salierkaisers. Verlag Friedrich Puset Regensburg
1998, Seite 13,163,203 - Finckenstein, Albrecht Graf Finck
von: Bischof und Reich. Untersuchungen zum Integrationsprozeß des
ottonisch-frühsalischen Reiches (919-1056), Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen
1989 Seite 50 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und
ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 Seite
190,194,200 - Hlawitschka, Eduard: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen.
Genealogische Studien zur Geschichte Lothringens und des Reiches im 9.,10.
und 11. Jahrhundert, Saarbrücken 1969, Seite 82,88, 110-112 - Hlawitschka,
Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des
11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands, Jan Thorbecke
Verlag Sigmaringen 1987 Seite 96 - Holtzmann Robert: Geschichte
der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München
1971 Seite 152,174,212,221,235,240,257,261,268,282,286,479,491 - Laudage,
Johannes: Otto der Große. Eine Biographie. Verlag Friedrich Pustet
Regensburg 2001 Seite 256 - Schneidmüller Bernd/Weinfurter
Stefan (Hrsg.): Ottonische Neuanfänge. Symposium zur Ausstellung "Otto
der Große, Magdeburg und Europa" Verlag Philipp von Zabern Mainz
2001 Seite 89,96,107,267,272,314 - Schulze Hans K.: Das Reich und
die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag,
Seite 256,258,325 - Thietmar von Merseburg: Chronik Wissenschaftliche
Buchgemeinschaft Darmstadt 1992 Seite 102,110 -