Sohn des N.N.
Neben anderen Bischöfen hatte Hunold an der Weihe des Naumburger Doms teilgenommen. Während seiner Amtszeit erhielt die Merseburger Kirche sechs Urkunden von Kaiser HEINRICH III., von denen vier Schenkungen betrafen.
Finckenstein Finck von: Seite 127
*******************
"Bischof und Reich"
Brunos Nachfolger,
Bischof
Hunold (1036-1050), erhielt das Bistum Merseburg vermutlich
aufgrund seiner Verdienste in der Hofkapelle. Der Merseburger Bischofschronik
zufolge stammte er aus Thüringen und trat noch jung in das Halberstädter
Domkapitel ein, in welchem er zur Würde eines Dompropstes aufstieg.
Über verwandtschaftliche Beziehungen und soziale Herkunft verlautet
nichts. Dennoch wird man mit Fleckenstein adlige Herkunft voraussetzen
dürfen. Die Chronik nennt ihn hospes paupertatis, was sich
mit "Hort der Armen" übersetzen ließe. Die damit angedeutete
charitative Tätigkeit des Bischofs und seine rege Bautätigkeit,
die die Chronik ausdrücklich hervorhebt, könnten eigenes Vermögen
des Bischofs zur Voraussetzung haben, was dann wieder auf reiche, adlige
Herkunft schließen ließe. Da sich indessen einer seiner Nachfolger,
der vornehme und reiche Bischof Winither, über die ärmlichen
Verhältnisse in Merseburg beklagt hat, könnte Bischof
Hunold mit seinen baulichen und
charitativen Maßnahmen auch das Vermögen des Bistums aufgebraucht
haben, ohne sein eigenes herangezogen zu haben.
HEINRICH III. hat
sich während
Hunolds Amtszeit
noch sechsmal in Merseburg aufgehalten.1042 hat er an der Weihe des Domneubaues
teilgenommen und 1046 dort noch einen Hoftag abgehalten, an dem auch die
Herzöge von Polen und Böhmen teilnahmen, die sich wenige Tage
danach in Meißen wieder einfanden, um sich durch Vermittlung des
deutschen Königs Frieden untereinander zu schließen. Außerhalb
Merseburgs ist der Bischof 1049 bei der Einweihung der Krypta der Domkirche
in Magdeburg durch Erzbischof Hunfried und im Oktober desselben Jahres
auf der großen Synode in Mainz nachweisbar, die unter der Leitung
Papst Leos IX. und HEINRICHS III. stand.
Weitere Nachrichten über das Wirken Bischof
Hunolds, der am 5. Februar 1050 starb, besitzen wir nicht.
Literatur:
-----------
Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077)
Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 142-144
- Finckenstein, Albrecht Graf Finck von: Bischof und Reich. Untersuchungen
zum Integrationsprozeß des ottonisch-frühsalischen Reiches (919-1056),
Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1989 Seite 127 -