Bruno                                                        Bischof von Merseburg (1019-1036)
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    - Aug. 1036
 

Sohn des N.N.
 

Black-Veldtrup Mechthild: Seite 141
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"Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien."

Aus der Chronica episcoporum ecclesiae Merseburgensis wissen wir von einer zu 1021 einzuordnenden Auseinandersetzung zwischen Bischof Bruno von Merseburg und den Brüdern Hermann und Ekkehard II., in deren Verlauf Ekkehard dem Bischof abbatiam in Iena tunc confirmatam anbot und Hermann ihn praeposituram in Nurnburg noviter fundatam überlassen wollte, zwei Kernstücke ekkehardingischen Besitzes also, die der Bischof jedoch zurückwies.

Finckenstein Finck von: Seite 126
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"Bischof und Reich"

Von Thietmars Nachfolger Bruno (1019-1036) sind die Herkunft und die Umstände seiner Promotion unbekannt. Spätere Nachrichten über seine Herkunft aus dem Hause der Grafen von Walbeck, also aus der Verwandtschaft seines Vorgängers, müssen als unkritisch abgelehnt werden. Aus seinem Namen und seinem Hildesheimer Kanonikat könnte indessen sächsische Herkunft vermutet werden.
Aus den Berichten Wolfheres in der Vita Godehardi prior und posterior über die Nationalsynode im September 1027 in Frankfurt ist zu entnehmen, dass Bruno schon 1007 in Gandersheim Zeuge eines Vergleiches war, mit welchem HEINRICH II. den sogenannten Gandersheimer Streit zwischen Erzbischof Willigis von Mainz und Bischof Bernward von Hildesheim vorläufig schlichtete. Daraus ist zu schließen, dass Bruno sich 1007 bereits in geistlicher Stellung befand, ohne dass sich sagen ließe, ob als königlicher Kapellan oder im Gefolge eines der damals anwesenden Bischöfe.
Auch in Brunos Amtszeit ist HEINRICH II. noch häufig in Merseburg gewesen. 1021 nahm der König an der Weihe des noch unter Thietmar begonnenen Domes durch Bruno teil. Bei dieser Gelegenheit hat der König dem Bistum wieder reiche Schenkungen zugewandt, beides ein Zeichen seines unverminderten Interesses für diesen Stützpunkt seiner Ostmark. Als Intervenient begegnet Bischof Bruno weder in Urkunden HEINRICHS II., noch denen seines Nachfolgers KONRAD II.
Unter König KONRAD II. haben in Merseburg 1032 und 1033 Hoftage stattgefunden, wiederum zur Behandlung ostpolitischer Probleme. Über die Rolle Bischof Brunos verlautet auch bei diesen Gelegenheiten nichts. Wie schon oben erwähnt, hat er unter KONRAD II. noch 1027 an der Nationalsynode in Frankfurt teilgenommen. Darüber hinaus haben wir, allerdings nur sehr dunkle Kenntnisse von Auseinandersetzungen mit den EKKEHARDEN, mit denen schon sein Vorgänger Thietmar wegen Besitzrechten im Streit lag. Brunos Widerstand gegen die EKKEHARDE richtete sich möglicherweise gegen Versuche dieser Familie, das Bistum unter ihren Einfluss zu bringen. Diese Beobachtung ist insofern interessant, als sie etwa gleichzeitig auch für die Bistümer Meißen und Zeitz-Naumburg zu machen ist. Während letztere beiden jedoch zeitweise unter ekkehardischen Einfluß gerieten, hat Bruno diesen für Merseburg abwehren können. Leider sind Einzelheiten hierzu nicht bekannt.
Bischof Brunos Tod überliefert die Merseburger Bischofschronik unter dem August des Jahres 1036, das Tagesdatum ist unsicher.
 
 
 

Literatur:
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Black-Veldtrup Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1995 - Finckenstein, Albrecht Graf Finck von: Bischof und Reich. Untersuchungen zum Integrationsprozeß des ottonisch-frühsalischen Reiches (919-1056), Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1989 -