Dietwin                                                     Bischof von Lüttich (1048-1075)
----------
    -23.6.1075
 

Begraben: Huy, Notre-Dame
 

Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 1018
********************
Dietwin, Bischof von Lüttich seit 1048
-----------
     + 23. Juni 1075

Begraben: Huy, Notre-Dame

Stammte aus Bayern und war wahrscheinlich mit den SALIERN verwandt.
Er erhielt am 27. Juli 1048 von HEINRICH III. das Bistum Lüttich in einer für die Reichspolitik in Lothringen äußerst bedrohlichen Situation: Herzog Gottfried der Bärtige hatte sich mit seinen Verbündeten, Graf Balduin V. von Flandern und Graf Dietrich IV. von Friesland, offen gegen das Reich erhoben. 1049 führte Dietwin gemeinsam mit den Bischöfen von Utrecht und Metz einen Feldzug gegen Friesland durch, in dessen Verlauf Graf Dietrich fiel und das Gebiet wieder der kaiserlichen Hoheit unterstellt wurde. Wohl 1061 besiegte der Bischof den Grafen von Namur, Albert II., in einem militärischen Konflikt, bei dem es vermutlich in erster Linie um die Kontrolle über die Maasufer ging. Dietwin trat vor allem als Förderer der 1053 von den Grafen von Flandern und Hennegau zerstörten Stadt Huy hervor. Hier ließ er die Liebfrauenkirche (Notre-Dame) wiederaufbauen, in der er auch seine Grabstätte fand. Am 26. August 1066 verlieh Dietwin den Burgenses von Huy das berühmte Privileg. Noch unter Dietwins Episkopat, 1071, wurde die Grafschaft Hennegau zum Lehen der Lütticher Kirche. Am 23. März 1075 richtete Papst Gregor VII. einen Brief an Dietwin, in welchem er dem Bischof nachdrücklich Simonie vorwarf.

Literatur:
-----------
BNB 24, 757-759 - JDG H. III, H. IV. und H. V. passim.