Bernhard                                                   Bischof von Hildesheim (1130-1153)
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    -20.7.1153

Begraben: Hildesheim, St. Godehard
 

Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte
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Bernhard I., Bischof von Hildesheim 1130-1153
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     + 20. Juli 1153

Begraben: Hildesheim, St. Godehard

Aus edelfreiem (niederrheinischen?) Geschlecht (sein Bruder Lambert Domkanoniker in Köln, Augustinerchorherr in Reichersberg, Propst in Neuwerk bei Halle; blutsverwandt mit Erzbischof Heinrich I. von Mainz und Friderun, Gemahlin Markwards I. von Grumbach).
Anfang des 12. Jahrhunderts Domscholaster in Hildesheim (sein Schüler war vermutlich Gerho[c]h von Reichersberg), 1119-1130 Dompropst, Mai 1130 Wahl zum Bischof und Investitur durch LOTHAR III. Wie sein Vorgänger Berthold I. nutzte er den neuen Orden der Augustinerchorherren zu verstärkter Klosterreform- und Territorialpolitik. Zunächst aber führte er dessen Plan der Kanonisierung Bischof Godehards durch. Begleiter LOTHARS III. bei dessen Zusammenkunft mit Papst Innocenz II. in Lüttich, erreichte er Ende Oktober 1131 in Reims Godehards Heiligsprechung (Translation 4. Mai 1132, Gründung des Benediktinerklosters St. Godehard in Hildesheim 1133, rasche Kultausbreitung, Reliquienschenkungen unter anderem an seine Verwandte Friderun für Ichtershausen, Pilgerfahrt König Boleslaws von Polen nach Hildesheim 1135). In den staufisch-welfischen Kämpfen seit 1138 war Bernhard bestrebt, der Umklammerung seines Bistums zu entgehen (Versuch KONRADS III. der Schaffung einer staufischen Einflusszone gegen die Verbindung Heinrichs des Löwen mit dem Erzbistum Mainz, sein Halbbruder Konrad von Babenberg 1143-1148 Dompropst) und Übergriffe der Parteien besonders im Goslarer Raum und im Südwesten des Bistums elastisch zu begegnen. Bernhards stete Weigerung, die strategisch wichtige Winzenburg (Kreis Alfeld) an den staufischen Parteigänger Graf Hermann II. von Winzenburg zu verlehnen, muss er unter staufischem Druck (1149 Rainald von Dassel Dompropst) 1150 aufgeben, erhielt aber mit der ursprünglich northeimischen Homburg und der Schenkung der Reichsabtei Ringelheim durch KONRAD III. einen Ausgleich. Die Ermordung Hermanns II. von Winzenburg im Januar 1152 (Beteiligung Bernhards?, Hödekensage!) und der Tod des Königs (Februar 1152) beendeten das staufische Übergewicht, doch konnte Bernhard den Machteinfluss Heinrichs des Löwen in seinem Bistum in Grenzen halten. Sein Verhältnis zu FRIEDRICH I. ist unklar (Rückforderung der Reichsabtei Ringelheim?), doch ist Bernhard wohl nicht wie Erzbischof Heinrich I. von Mainz förmlich abgesetzt worden. Seit Jahren erblindet, resignierte Bernhard Anfang 1153 und starb wenige Monate später.

Quellen:
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UB des Hochstifts Hildesheim I, ed. K. Janicke, 1896 – Vita b. Bernhardi ep. Hild., AASS 20. Juli (V, 1727), 100-113

Literatur:
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NDB, s.v. – H.A. Lüntzel, Gesch. der Diözese und Stadt Hildesheim I, 1858 – A. Bertram, Gesch. des Bm.s Hildesheim I, 1899 – W. Heinemann, Das Bm. Hildesheim im Kräftespiel der Reichs- und Territorialpolitik vornehml. d. 12. Jh., 1968.


Literatur:
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Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 362,368