Hildiward von Werla                                  Bischof von Halberstadt (968-996)
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um 930-25.11.996
 

Sohn des Grafen Erich von Werla (+ 20.4.941)
 

Althoff Gerd: Seite 334
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                               B 167

Lü:      24.11.    Hildeuuardus eps            +   996  Halberstadt
Me:     25.11.    Hildiuuardus eps

Hildeward stammte aus einem sächsischen Adelsgeschlecht und gehörte nach seiner Erziehung in St. Gallen dem Halberstädter Domkapitel an.
Sein Vater Erich war im Zusammenhang mit dem Aufstand Heinrichs gegen OTTO DEN GROSSEN 941 hingerichtet worden; vgl. Fritsch, Die Besetzung des Halberstädter Bistums, Seite 18f.
Hermann Billung stimmte als Vertreter des in Italien weilenden Kaisers 968 der Wahl Hildiwards durch das Halberstädter Domkapitel zu, was angesichts der Magdeburg-Pläne OTTOS durchaus nicht unproblematisch war; vgl. Hauck, Kirchengeschichte Deutschlands 3, Seite 124ff.; Köpke-Dümmler, Otto der Große, Seite 442ff.; Althoff, Das Bett des Königs in Magdeburg, Seite 149f.
Der Eintrag ins Merseburger Necrolog gehört nicht zur Ergänzungsschicht, sondern zum persönlichen Gedenkhorizont Thietmars von Merseburg. Hildiward hatte Thietmar von Merseburg getauft und gefirmt (vgl. Thietmar IV, 18) und ist daher zu den Personen zu zählen, zu deren memoria sich der Merseburger Bischof besonders verpflichtet fühlte; vgl. Wellmer, Persönliches Memento, Seite 66 mit Anmerkung 130; Lippelt, Thietmar von Merseburg, Seite 134 und oben Seite 232.


Hildiward stammte aus einem sächsischen Adelsgeschlecht und gehörte nach seiner Erziehung in St. Gallen dem Halberstädter Domkapitel an. Sein Vater Erich war im Zusammenhang mit dem Aufstand Heinrichs gegen OTTO DEN GROSSEN 941 hingerichtet worden. Hermann Billung stimmte als Vertreter des in Italien weilenden Kaisers 968 der Wahl Hildiwards durch das Halberstädter Domkapitel zu, was angesichts der Magdeburg-Pläne OTTOS durchaus nicht unproblematisch war. Hildiward hatte Thietmar von Merseburg getauft und gefirmt und ist daher zu den Personen zu zählen, zu deren memoria sich der Merseburger Bischof besonders verpflichtet fühlte. Am 1. April 974 wurde ihm vom Kaiser die Errichtung eines Marktes in Seligenstadt, sowie die Nutzung der Münze und des Zolles gestattet. Er wurde in dem von ihm errichteten Nonnenkloster zu Stetterlingeburg bestattet.

Görich Knut: Seite 163
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"Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus. "

Eine Hauptursache für die Suppression des Bistums Merseburg war der langjährige Widerstand des Bischofs Hildeward gegen die mit der Gründung Merseburgs verbundene Verkleinerung seiner Diözese.

Althoff Gerd: Band I Seite 313
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"Die Billunger in der Salierzeit" in: Die Salier und das Reich

Nicht viel weniger eigenmächtig ist aber die zweite Regierungshandlung, die von Hermann Billung aus dem Jahre 968 überliefert ist. Er erhob nämlich auf einem Stammestag in Werla Hildiward als Nachfolger des verstorbenen Bernhard zum Halberstädter Bischof. Einmal fragt sich natürlich grundsätzlich, ob er damit den Kompetenzbereich einer procuratio nicht überschritt. Problematischer wird die Handlungsweise aber noch, wenn man sich vergegenwärtigt, wer da erhoben wurde. Dieser Hildiward war zuvor Halberstädter Probst gewesen und wurde von seinem Vorgänger Bernhard als Nachfolger empfohlen. Dies war aber beileibe keine unproblematische Empfehlung, denn Bernhard hatte sich bis zu seinem Tode erfolgreich gegen den Plan OTTOS DES GROSSEN zur Wehr gesetzt, in Magdeburg ein Erzbistum zu errichten. Von dem empfohlenen Nachfolger aber war nicht zuletzt deshalb keine allzu große Gefügigkeit gegenüber dem kaiserlichen Plan zu erwarten, weil OTTO den Vater Hildiwards im Zusammenhang der Auseinandersetzungen mit seinem Bruder Heinrich 941 hatte hinrichten lassen. Die Erhebung Hermanns traf mit anderen Worten einen Kandidaten, bei dem eine Fortsetzung des Halberstädter Widerstands gegen den Erzbistumsplan zu erwarten stand. Thietmar von Merseburg berichtet denn auch ausführlich von den eindringlichen Verhandlungen, die der Kaiser in Italien mit Hildiward vor dessen Bestätigung im Amt führte. Und der Satz, mit dem der Kaiser den neuen Bischof nach diesen Verhandlungen investiert haben soll, macht deutlich, dass man in Sachsen genau um die Problematik dieser Erhebung wusste: "Empfange das Wehrgeld Deines Vaters".
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 229,334 B 167 - Althoff, Gerd: Die Billunger in der Salierzeit, in Die Salier und das Reich, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992 Band I Seite 313 - Althoff, Gerd: Otto III., Primus Verlag, Darmstadt 1997, Seite 89, 129 - Beumann, Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite 103,110, 119,123 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 313/Band II Seite 473/Band III Seite 493 - Görich Knut: Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995 Seite 163 - Lippelt, Helmut: Thietmar von Merseburg, Böhlau Verlag Köln 1973 Seite 134,232 - Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 184,238,261 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 54,96,100,106,134,142,172 -