Sohn des Grafen Erich von Werla (+ 20.4.941)
Althoff Gerd: Seite 334
***********
"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"
B 167
Lü: 24.11.
Hildeuuardus eps
+ 996 Halberstadt
Me: 25.11.
Hildiuuardus eps
Hildeward stammte
aus einem sächsischen Adelsgeschlecht und gehörte nach seiner
Erziehung in St. Gallen dem Halberstädter Domkapitel an.
Sein Vater Erich war im Zusammenhang mit dem Aufstand
Heinrichs gegen OTTO
DEN GROSSEN 941 hingerichtet worden; vgl. Fritsch, Die Besetzung
des Halberstädter Bistums, Seite 18f.
Hermann Billung stimmte als Vertreter des in Italien
weilenden Kaisers 968 der Wahl Hildiwards
durch das Halberstädter Domkapitel zu, was angesichts der Magdeburg-Pläne
OTTOS
durchaus nicht unproblematisch war; vgl. Hauck, Kirchengeschichte
Deutschlands 3, Seite 124ff.; Köpke-Dümmler, Otto der Große,
Seite 442ff.; Althoff, Das Bett des Königs in Magdeburg, Seite 149f.
Der Eintrag ins Merseburger Necrolog gehört nicht
zur Ergänzungsschicht, sondern zum persönlichen Gedenkhorizont
Thietmars von Merseburg. Hildiward
hatte Thietmar von Merseburg getauft und gefirmt (vgl. Thietmar IV, 18)
und ist daher zu den Personen zu zählen, zu deren memoria sich der
Merseburger Bischof besonders verpflichtet fühlte; vgl. Wellmer, Persönliches
Memento, Seite 66 mit Anmerkung 130; Lippelt, Thietmar von Merseburg, Seite
134 und oben Seite 232.
Görich Knut: Seite 163
**********
"Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus. "
Eine Hauptursache für die Suppression des Bistums Merseburg war der langjährige Widerstand des Bischofs Hildeward gegen die mit der Gründung Merseburgs verbundene Verkleinerung seiner Diözese.
Althoff Gerd: Band I Seite 313
***********
"Die Billunger in der Salierzeit" in: Die Salier und
das Reich
Nicht viel weniger eigenmächtig ist aber die zweite
Regierungshandlung, die von Hermann Billung aus dem Jahre 968 überliefert
ist. Er erhob nämlich auf einem Stammestag in Werla Hildiward
als Nachfolger des verstorbenen Bernhard zum Halberstädter
Bischof. Einmal fragt sich natürlich grundsätzlich, ob er
damit den Kompetenzbereich einer procuratio nicht überschritt. Problematischer
wird die Handlungsweise aber noch, wenn man sich vergegenwärtigt,
wer da erhoben wurde. Dieser Hildiward war
zuvor Halberstädter Probst gewesen und wurde von seinem Vorgänger
Bernhard
als Nachfolger empfohlen. Dies war aber beileibe keine unproblematische
Empfehlung, denn Bernhard hatte sich bis zu seinem Tode erfolgreich
gegen den Plan OTTOS DES GROSSEN zur
Wehr gesetzt, in Magdeburg ein Erzbistum zu errichten. Von dem empfohlenen
Nachfolger aber war nicht zuletzt deshalb keine allzu große Gefügigkeit
gegenüber dem kaiserlichen Plan zu erwarten, weil OTTO
den Vater Hildiwards im Zusammenhang
der Auseinandersetzungen mit seinem Bruder Heinrich
941 hatte hinrichten lassen. Die Erhebung Hermanns traf mit anderen Worten
einen Kandidaten, bei dem eine Fortsetzung des Halberstädter Widerstands
gegen den Erzbistumsplan zu erwarten stand. Thietmar von Merseburg berichtet
denn auch ausführlich von den eindringlichen Verhandlungen, die der
Kaiser in Italien mit Hildiward
vor dessen Bestätigung im Amt führte. Und der Satz,
mit dem der Kaiser den neuen Bischof nach diesen Verhandlungen investiert
haben soll, macht deutlich, dass man in Sachsen genau um die Problematik
dieser Erhebung wusste: "Empfange das Wehrgeld Deines Vaters".
Literatur:
-----------
Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im
Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der
Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 229,334
B 167 - Althoff, Gerd: Die Billunger in der Salierzeit, in Die Salier
und das Reich, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992 Band I Seite 313 -
Althoff, Gerd: Otto III., Primus Verlag, Darmstadt 1997, Seite 89,
129 - Beumann, Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart
Berlin Köln, Seite 103,110, 119,123 - Die Salier und das Reich,
hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 313/Band
II Seite 473/Band III Seite 493 - Görich Knut: Otto III. Romanus
Saxonicus et Italicus. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995 Seite 163
- Lippelt, Helmut: Thietmar von Merseburg, Böhlau Verlag Köln
1973 Seite 134,232 - Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen.
Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 184,238,261
- Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe,
Seite 54,96,100,106,134,142,172 -