Begraben: Morimund
Jüngerer Sohn des Markgrafen Leopold III. der
Heilige von Österreich und der Agnes
von Waiblingen, Tochter von Kaiser
HEINRICH IV.
Lexikon des Mittelalters: Band VI Seite 1581
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Otto von Freising, Bischof von Freising und Geschichtsschreiber
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* etwa 1122, + 22. September 1158
Neuburg bei Wien Morimund
Begraben: Morimund
Sohn des Markgrafen Leopold und der SALIERIN Agnes
Otto wurde um 1126
Propst des Stifts Klosterneuburg. Wenig später ging er zum
Studium nach Paris, vielleicht auch nach Chartres. Aus der Wertschätzung
für Hugo von St-Victor und Gilbert von Poitiers wird geschlossen,
dass diese zu seinen Lehrern gehörten. Otto
wurde in das symbolistische Denken und in die scholastische Methode eingeführt
und gewann eine gründliche Kenntnis der philosophisch-theolgischen
Literatur, auch des "neuen Aristoteles". 1132 trat er mit 15 seiner Studienkollegien
in das Zisterzienserkloster Morimund ein, wo er 1138 zum Abt
gewählt wurde. Noch im gleichen Jahr bestieg er den Freisinger Bischofsstuhl.
Er verteidigte die Rechte seiner Kirche gegen Übergriffe der wittelsbachischen
Vögte, brachte entfremdeten Besitz wieder ein und reformierte Domkapitel
und Domschule. Seine Sorge um das religiöse Leben zeigt sich in der
Erneuerung geistlicher Gemeinschaften. Er rief unter anderem Augustinerchorherren
nach Schlehdorf, Prämonstratenser nach Schäftlarn. In Freising
gründete er das OPraem-Kloster Neustift. Otto
nahm an Reichstagen und Salzburger Synoden teil und verhandelte 1145 im
Auftrage König KONRADS III., seines
Halbbruders, an der Kurie. Der 2. Kreuzzug führte ihn 1146/47 nach
Kleinasien und Jerusalem. Bis 1156 wirkte er vermittelnd im welfisch-babenbergischen
Streit um Bayern. Otto, der auch als
Reichsbischof an seiner monastischen Lebensweise festhielt, starb auf dem
Weg zum Generalkapitel der Zisterzienser.
Vater: Leopold III., Markgraf der Ostmark
Mutter: Agnes, Tochter Kaiser HEINRICHS IV.
Aus vornehmsten Dynastenadel (BABENBERGER).
Als Kind zum Probst von Stift Klosterneuburg bei Wien
designiert.
Höhere Schulausbildung bis 1133 in Paris (vor allem
Beschäftigung mit der aristotelischen Scholastik).
Auf dem Heimweg in Kloster Morimund Eintritt in den Zisterzienserorden
(zusammen mit allen Begleitern), dessen Ordenskleid Otto in der
Folgezeit immer trug, auch als Bischof von Freising, zu dem er bald
darauf gewählt wurde.
Ca. 1137/38 Abt von Morimund.
Auf den Freisinger Bischofsstuhl (1138-1158) kam
er als Angehöriger des staufisch-kaisertreuen
BABENBERGER
Geschlechts in einer Zeit schwieriger politischer Situationen
gegenüber den welfischen Herzögen
von Bayern.
In Belangen der Bischofskirche stand er in erbitterten
Auseinandersetzungen mit den WITTELSBACHERN
als den Hochstiftsvögten, denen gegenüber er sich mühsam
behaupten konnte.
An der Aussöhnung zwischen WELFEN,
STAUFERN und BABENBERGERN war
er maßgeblich beteiligt.
Von monastischen Reformgeist seiner Zeit durchdrungen,
war er um die Hebung des religiös-sittlichen Lebens seiner Diözese
bemüht und bestimmter in einer Reihe von reformierten Klöstern
die Augustinerregel als Lebensform. Stifter von Kloster Neustift bei Freising.
Als Schriftsteller vor allem Historiker, wobei es ihm
um die Ergründung des Sinnes im Wandel der Zeiten und Dinge zutun
war. Den Wandel der Weltreiche begriff er als Verwirklichungsansätze
der „civitas Dei“ (in der „Chronica“).
Der verheißungsvolle Anfang der Regierung BARBAROSSAS
veranlaßte ihn zu den „Gesta Friderici“ als ein auf die Zeit seit
HEINRICH
IV. eingeschränktes Geschichtswerk, dem hoher Quellenwert
zukommt.
Literatur:
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ADB 24; LThK 7; W. Lammers, Einleitung zu O. v. F., Chronik,
1961.
Literatur:
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Bosl, Karl: Bosls Bayerische Biographie, Verlag
Friedrich Pustet Regensburg 1983 Seite 568 - Engels, Odilo: Die
Staufer, Verlag W. Kohlhammer Stuttgart, 1993 - Engels, Odilo: Stauferstudien,
Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996 - Goez, Werner: Lebensbilder
aus dem Mittelalter. Die Zeit der Ottonen Salier und Staufer. Primus Verlag
Darmstadt 1998, Seite 282-297 - Lechner, Karl: Die Babenberger
Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag
Köln 1985 - Pohl, Walter/Vacha, Brigitte: Die Welt der
Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, Verlag STYRIA -