Begraben: Freising, Stift St. Andreas
Jüngerer Sohn des Grafen Sieghard VII. im Chiemgau
und der
Billihild von der oberen Isar, Tochter von Graf Friedrich
Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 1847
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Ellenhard, Bischof von Freising 1052/53-1078
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+ 1078
Die oft angenommene Herkunft Ellenhards
aus dem Geschlecht der Grafen von Tirol erscheint zweifelhaft. Er kam aus
dem engen Umkreis der aula imperatoris und wurde von
Kaiser HEINRICH III. als Bischof eingesetzt oder zumindest
zur Wahl vorgeschlagen. Da bald nach dem Tode des Kaisers die Domkirche
Freising ein Diplom des (unmündigen) Königs
HEINRICH IV. erhielt (9. Februar 1057), scheint Ellenhard
auch
engen Kontakt zu Kaiserin Agnes gehabt
zu haben. Als König HEINRICH IV. 1065
mündig wurde, suchte auch er sofort Kontakt mit der Domkirche Freising,
das heißt mit Ellenhard. Gleichzeitig
erhielt Ellenhard
"wegen seiner treuen Dienstleistung" vom König die Reichsabtei Benediktbeuern
als Pfründe; erst nach dem Tod Ellenhards
wurde das Kloster wieder frei. Freising erhielt in der Folgezeit wichtige
königliche Schenkungen, vor allem 1067 "wegen der Verdienste
Bischof Ellenhards" sieben Orte
in Istrien. Dem königlichen Wohlwollen entspricht, dass Ellenhard
in mehreren Königsurkunden als Intervenient auftrat. Während
der dramatischen Auseinandersetzung zwischen König und Papst im Investiturstreit
hielt Ellenhard treu zum König.
Auf der Synode von Worms 1076 gehörte er zu den Bischöfen, die
die Absetzung des Papstes Gregor VII. aussprachen.
Ellenhards Tätigkeit
in seiner Diözese scheint fruchtbar gewesen zu sein. Lediglich das
ihm vom König übertragene Reichskloster Benediktbeuern meldet
(verständlicherweise) Kritik an. Um 1060 ließ
Ellenhard eine erste Grenzbeschreibung
seines Bistums anfertigen. Ellenhards besonderes
Anliegen war die Neugründung des Stifts St. Andreas auf dem Freisinger
Domberg (kurz vor 1062), das ebenfalls vom König und Bischof reich
beschenkt wurde und in dem sich Ellenhard
begraben ließ.
Literatur:
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JDG H. IV. und H. V. I-III, 1890ff. [G. Meyer v. Knonau]
- J. Schlecht, Die dt. Freisinger Bischofs-Chronik, 14. Sammelbl. des Hist.
Vereins Freising, 1925, 32-36 - H. Strzewitzek, Die Sippenbeziehungen der
Freisinger Bf.e im MA, 1938, 229f.
Bischofsweihe 15.11.1052.
1052-1078 Bischof von Freising
Parteigänger von Kaiser
HEINRICH IV. im Investiturstreit (wird auch als „HEINRICI
imperatoris familiaris“ bezeichnet).
Führte im Stift St. Andreas zu Freising Kanoniker
ein.
Verdient um den Erwerb und die Entstehung von Handschriften
für Freising.
Literatur:
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NDB 4; Meichelbeck/Baumgärtner, Geschichte der Stadt
Freising und ihrer Bischöfe, 1854.