Gundekar II.                                             Bischof von Eichstätt (1057-1075)
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10.8.1019-2.8.1075
                Eichstätt

Begraben: Eichstätt, Dom
 

Sohn des Reginher und der Irmingart
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 1791
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Gundekar II., Bischof von Eichstätt
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* 10. August 1019, + 2. August 1075

Begraben: Eichstätt, Dom

Er entstammte einem edelfreien, vermutlich in der Eichstätter Gegend ansässigen Geschlecht und wurde 1045 Kaplan der Kaiserin Agnes, die zur Zeit ihrer Regentschaft seine Erhebung zum Bischof betrieb. Gundekar II. trat mehr durch pastorale Tätigkeit als in der Reichspolitik hervor. Er baute die Pfarreiorganisation aus, weihte 126 Kirchen, davon 101 innerhalb seiner Diözese, vollendete den romanischen Dom von Eichstätt und führte als Kirchenordnung das Dekret Burchards von Worms ein. Für die Eichstätter Kirche ließ er 1071/72 das "Pontificale Gundecarianum" anlegen (mit Rituale, nekrolgischen und historischen Einträgen, Lebensdaten Gundekars II., bis 1697 mit 43 Bischofsvisiten fortgesetzt). Aus dem Eichstätter Domklerus seiner Zeit gingen zahlreiche deutsche und oberitalienische Bischöfe hervor. Die Ansätze zu Gundekars II. Kult führten nicht bis zur Kanonisation.

Quellen:
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AASS Aug. I, 1733, 175-189 - F. Heidingsfelder, Die Reg. der Bf.e v. Eichstätt, 1938, 56f., Nr. 154-157 [G. I.], 76-86; Nr. 219-252 [G. II.] - Das "Pontificale Gundekarianum", Facsimileebd. und Komm.bd, ed. A. Bauch-E. Reiter, 1987 - St. Weinfurter, Die Gesch. der Eichstätter Bf.e des Anonymus Haserensis, 1987.

Literatur:
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NDB VII, 312 - Frk. Lebensbilder VI, 1975, 1-29 - St. Weinfurter, Sancta Aureatensis Ecclesia, ZBLG 49, 1986, 3-40.


Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 286
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Gundekar (Gunzo), Bischof von Eichstätt 1057-1075
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10.8.1019, + 2.8.1075
                   Eichstätt

Vater: Reginher

Mutter: Irmingart

Erziehung an der Eichstätter Domschule.
Mitglied des Domkapitels und seit etwa 1045 Kaplan der Kaiserin Agnes.
Auf ihr Betreiben Bischof von Eichstätt 1057.
Freund des Eichstätter Geschichtsschreibers Anonymos Haserensis (Herrieden), möglicherweise mit dem Herrediener Propst Heysso identisch.
Als Reformbischof seelsorgerische und liturgische Erneuerung im Bistum
Förderer der Wendenmission im Norden seines Gebietes.
Kodifikation des Eichstätter Ritus im Liber Pontificalis (1071/72), fortgeführt bis 1697 mit den Biographien der Eichstätter Bischöfe.
Das Pontificale Gundekars übte beträchtlichen Einfluß auf die Entwicklung der älteren römisch-gregorianischen Liturgie aus.

Literatur:
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NDB 7; Lebensbilder Franken 6.


Gundekar II. entstammte einem rheinfränkischen Geschlecht und übernahm die Funktion des Kaplan der Kaiserin Agnes, die vorher sein Verwandter, der Bischof Egilbert von Passau innehatte. Während des Investiturstreites stand er auf der Seite HEINRICHS IV.

Black-Veldtrup Mechthild: Seite 23
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"Kaiserin Agnes"

Im Jahre 1057 wurde am 5. Oktober in Speyer der Eichstätter Bischof Gundekar, ein ehemaliger Kaplan von Kaiserin Agnes, investiert. Die Weihe fand am 27. Dezember 1057 in Pöhlde statt. Gundekar stammte aus rheinfränkischem Gebiet und war ein Verwandter des Bischofs Egilbert von Passau.
 
 
 
 

Literatur:
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Black-Veldtrup Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1995 Seite 23 - Bosl, Karl: Bosls Bayerische Biographie, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1983 Seite 286 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 74,82/Band II Seite 228,231,234,236,558 -