Sohn des N.N.
Finckenstein Finck von: Seite 90,142
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"Bischof und Reich"
Der um 955 promovierte Richpert
erhielt wahrscheinlich 960 in Regensburg, als er anläßlich des
Empfanges der Mauritiusreliquien durch OTTO I.
in
der Umgebung des Königs weilte, die "alte Kapelle" in Regensburg mit
allem Zubehör, die ihm der König reminiscens ilius pristini
servicii auf Lebenszeit verlieh. Sowohl das pristinum servicium
als auch die Zusammenhänge der "alten Kapelle" mit der Hofkapelle
weisen auf nahe Beziehungen des Bischofs zur Reichsspitze hin, die somit
vielleicht auch seine Erhebung bestimmt haben könnten, womit wieder
eine Parallele zu Chur gegeben wäre.
Nachrichten aus dem Pontifikat Richperts,
dessen Herkunft, Werdegang und Erhebungsumstände unbekannt sind, fließen
spärlich. Zuerst nachweisbar ist er bei dem Empfang der Mauritiusreliquien
Weihnachten 960 in Regensburg durch OTTO I. Um
diese Zeit wird eine Schenkung datiert, die in unserem Zusammenhang besonders
bemerkenswert ist. OTTO I. übertrug
in ihr dem Bischof reminiscens illus pristini servicii die "Alte
Kapelle" in Regensburg samt allen Zubehör auf Lebenszeit, die 967
noch von
OTTO II. auf Intervention
Dietrichs I. von Metz bestätigt wurde ob illius promptissimi optimam
obsequii voluntatem. Abgesehen von der Anerkennung für das pristinum
servicium des offenbar königstreuen Bischofs stellt diese Schenkung
auch eine Sicherung seines königlichen Stützpunktes im Südosten
Bayerns und an der Brennerroute nach Italien dar, die in dieser Phase der
Integration Bayerns besonders wichtig sein musste. In diesen Zusammenhang
gehört vielleicht auch die etwa gleichzeitige Verlegung des Bischofssitzes
von Säben nach Brixen. Interessant an der Schenkung ist aber auch
die Tatsache der Zugehörigkeit der "Alten Kapelle" zur Hofkapelle
im räumlichen Sinne seit ihrer Gründung durch Ludwig
den Deutschen, der sie nach ihrem Heimfalle an den König
nach dem Tode Richperts zuzeiten OTTOS
II. wieder eingegliedert wurde, um dann von HEINRICH
II. seinem besonders vertrauten Kapellan Tagino wieder verliehen
zu werden. Die Verleihung von 960 ging damit aber auch rangmäßig
über den Rahmen sonst üblicher Schenkungen hinaus, womit sich
die Frage nach ihren Gründen noch eindringlicher stellt. Es deuten
sich vielleicht Beziehungen des Bischofs zur Reichsspitze an, die ihn mit
dem in der Urkunde nicht genau umschriebenen servitium in die Umgebung
des Königs weisen könnten. In reichspolitischen Zusammenhängen
begegnet der auch als Intervenient nicht nachweisbare Bischof, der am 10.
Dezember eines unbekannten Jahres starb, nach 967 nicht mehr. Sein
Tod wird um 975 datiert.