Richpert                                                    Bischof von Brixen (ca. 955-ca. 975)
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    -10.12.ca. 975
 

Sohn des N.N.
 

Finckenstein Finck von: Seite 90,142
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"Bischof und Reich"

Der um 955 promovierte Richpert erhielt wahrscheinlich 960 in Regensburg, als er anläßlich des Empfanges der Mauritiusreliquien durch OTTO I. in der Umgebung des Königs weilte, die "alte Kapelle" in Regensburg mit allem Zubehör, die ihm der König reminiscens ilius pristini servicii auf Lebenszeit verlieh. Sowohl das pristinum servicium als auch die Zusammenhänge der "alten Kapelle" mit der Hofkapelle weisen auf nahe Beziehungen des Bischofs zur Reichsspitze hin, die somit vielleicht auch seine Erhebung bestimmt haben könnten, womit wieder eine Parallele zu Chur gegeben wäre.
Nachrichten aus dem Pontifikat Richperts, dessen Herkunft, Werdegang und Erhebungsumstände unbekannt sind, fließen spärlich. Zuerst nachweisbar ist er bei dem Empfang der Mauritiusreliquien Weihnachten 960 in Regensburg durch OTTO I. Um diese Zeit wird eine Schenkung datiert, die in unserem Zusammenhang besonders bemerkenswert ist. OTTO I. übertrug in ihr dem Bischof reminiscens illus pristini servicii die "Alte Kapelle" in Regensburg samt allen Zubehör auf Lebenszeit, die 967 noch von OTTO II. auf Intervention Dietrichs I. von Metz bestätigt wurde ob illius promptissimi optimam obsequii voluntatem. Abgesehen von der Anerkennung für das pristinum servicium des offenbar königstreuen Bischofs stellt diese Schenkung auch eine Sicherung seines königlichen Stützpunktes im Südosten Bayerns und an der Brennerroute nach Italien dar, die in dieser Phase der Integration Bayerns besonders wichtig sein musste. In diesen Zusammenhang gehört vielleicht auch die etwa gleichzeitige Verlegung des Bischofssitzes von Säben nach Brixen. Interessant an der Schenkung ist aber auch die Tatsache der Zugehörigkeit der "Alten Kapelle" zur Hofkapelle im räumlichen Sinne seit ihrer Gründung durch Ludwig den Deutschen, der sie nach ihrem Heimfalle an den König nach dem Tode Richperts zuzeiten OTTOS II. wieder eingegliedert wurde, um dann von HEINRICH II. seinem besonders vertrauten Kapellan Tagino wieder verliehen zu werden. Die Verleihung von 960 ging damit aber auch rangmäßig über den Rahmen sonst üblicher Schenkungen hinaus, womit sich die Frage nach ihren Gründen noch eindringlicher stellt. Es deuten sich vielleicht Beziehungen des Bischofs zur Reichsspitze an, die ihn mit dem in der Urkunde nicht genau umschriebenen servitium in die Umgebung des Königs weisen könnten. In reichspolitischen Zusammenhängen begegnet der auch als Intervenient nicht nachweisbare Bischof, der am 10. Dezember eines unbekannten Jahres starb, nach 967 nicht mehr. Sein Tod wird um 975 datiert.