Begraben: Dom zu Bamberg
Sohn des N.N.
Finckenstein Finck von: Seite 168
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"Bischof und Reich"
Auf die Nachricht vom Tode des Papstes Clemens II.
hin, die römische Gesandte dem Kaiser in Pöhlde überbrachten,
verlieh dieser das Bistum Bamberg am Weihnachtstage (25. Dezember) 1047
seinem Kanzler Hartwig (1047-1053).
Die näheren Umstände der Bischofserhebung sind unbekannt.
Hartwigs Herkunft
aus der bayerischen Familie der späteren Grafen von Bogen hat Guttenberg
wahrscheinlich gemacht. Unter dieser Voraussetzung wäre auch die Annahme
begründet, dass Hartwig im Kloster
St. Emmeram in Regensburg erzogen wurde. Die Tatsache seiner Mitgliedschaft
in der Hofkapelle und sein Kanzleramt in dieser überliefern die Altaicher
Annalen anlässlich seiner Ernennung. Zwei Ereignisse aus Hartwigs
Amtszeit verdienen in unserem Zusammenhang Beachtung.
Im Oktober des Jahres 1052 hatte Papst Leo IX. anlässlich
eines Besuches in Bamberg in Gegenwart des Kaisers und einer glänzenden
Versammlung von geistlichen und weltlichen Fürsten während des
Hochamtes eine Predigt an das Volk gehalten und danach eine Bestätigung
aller Rechte und Besitzungen des Bistums erteilt. Wenige Wochen danach
verlieh der Papst auf Bitten HEINRICHS III. Bischof
Hartwig das Pallium. In beiden
Vorgängen, vor allem der Palliumsverleihung, die im Westen sonst nur
Erzbischöfen zuteil wurde, wird noch einmal die Bedeutung des Bistums
auch in salischer Zeit deutlich, die
sich aus der Zeit HEINRICHS II. ohne
Einschränkung fortgesetzt hatte.
Bemerkenswert ist auch die Teilnahme Hartwigs
an einem Hoftage der Fürsten ganz Bayerns, den HEINRICH
III. den Altaicher Annalen zufolge im Juli 1050 nach Nürnberg
einberufen hatte, um militärische Maßnahmen gegen die Ungarn
zu beraten. Aventin überliefert uns die Namen der Teilnehmer unter
denen an erster Stelle Hartwig von Bamberg
erscheint. Die Verbindung des Bischofs zu Bayern, die hier sichtbar wird,
und zu der auch seine eigene Herkunft beigetragen haben mag, kann zwar,
mit Gutenberg, darin eine natürliche Erklärung finden, dass der
Ort des Hoftages im Bistum Bamberg lag. Selbstverständlich ist die
Anwesenheit des episcopus loci deswegen aber keineswegs, wie die
Teilnehmerlisten anderer Hoftage erweisen. Wahrscheinlich wurde aber in
der Frühzeit des Bistums - und das wäre hier interessant - noch
dem Umstand Rechnung getragen, dass das Bistum Bamberg auf fränkischen,
ehemals Würzburger und bayerischen, einst Eichstätter, Bistumsteilen
zusammengesetzt worden war. Eine Integration des bayerischen Diözesananteils
in das später politisch als fränkisch geltende Bistum war also
noch nicht vollzogen, das bayerische Element der Diözese blieb verfassungsrechtlich
noch erhalten. Noch im 12. und 13. Jahrhundert nahmen Bamberger Bischöfe
an herzoglichen Hoftagen in Regensburg teil, was diese Beobachtung noch
unterstreicht. Erst mit den fortschreitenden Teilungen des Herzogtums Bayern
und der eigenstaatlichen Entwicklung Bambergs im 13. und 14. Jahrhundert
löste sich diese Bindung und die Entwicklung eines "fränkischen"
Bamberg setzte sich durch.
Obwohl Bischof Hartwig
nach Ausweis der Quellen, wie schon seine Vorgänger, in
engem Kontakt zum Hof geblieben ist, sind Interventionen durch ihn in fremder
Sache nicht überliefert. Weitere Verbindungen des Bischofs in das
Reich werden daher nicht sichtbar. Er starb am 6. November 1053 und
wurde im Dom zu Bamberg bestattet. Hermann von Reichenau bemerkt zu Hartwigs
Tod: Hazelinus etiam, Babinbergensis episcopus infamis, moriem
locun dedit. Einen Grund für sein vernichtendes Urteil über
den Bischof gibt Hermann nicht. P. Kehr hat dieses zeitgenössische
Urteil mit der Annahme zu erklären versucht, Hartwig
habe wohl nicht auf dem Boden der Reformpartei gestanden.