Hartwig                                                      Bischof von Bamberg (1047-1053)
----------
   -6.11.1053

Begraben: Dom zu Bamberg
 

Sohn des N.N.
 

Finckenstein Finck von: Seite 168
*******************
"Bischof und Reich"

Auf die Nachricht vom Tode des Papstes Clemens II. hin, die römische Gesandte dem Kaiser in Pöhlde überbrachten, verlieh dieser das Bistum Bamberg am Weihnachtstage (25. Dezember) 1047 seinem Kanzler Hartwig (1047-1053). Die näheren Umstände der Bischofserhebung sind unbekannt.
Hartwigs Herkunft aus der bayerischen Familie der späteren Grafen von Bogen hat Guttenberg wahrscheinlich gemacht. Unter dieser Voraussetzung wäre auch die Annahme begründet, dass Hartwig im Kloster St. Emmeram in Regensburg erzogen wurde. Die Tatsache seiner Mitgliedschaft in der Hofkapelle und sein Kanzleramt in dieser überliefern die Altaicher Annalen anlässlich seiner Ernennung. Zwei Ereignisse aus Hartwigs Amtszeit verdienen in unserem Zusammenhang Beachtung.
Im Oktober des Jahres 1052 hatte Papst Leo IX. anlässlich eines Besuches in Bamberg in Gegenwart des Kaisers und einer glänzenden Versammlung von geistlichen und weltlichen Fürsten während des Hochamtes eine Predigt an das Volk gehalten und danach eine Bestätigung aller Rechte und Besitzungen des Bistums erteilt. Wenige Wochen danach verlieh der Papst auf Bitten HEINRICHS III. Bischof Hartwig das Pallium. In beiden Vorgängen, vor allem der Palliumsverleihung, die im Westen sonst nur Erzbischöfen zuteil wurde, wird noch einmal die Bedeutung des Bistums auch in salischer Zeit deutlich, die sich aus der Zeit HEINRICHS II. ohne Einschränkung fortgesetzt hatte.
Bemerkenswert ist auch die Teilnahme Hartwigs an einem Hoftage der Fürsten ganz Bayerns, den HEINRICH III. den Altaicher Annalen zufolge im Juli 1050 nach Nürnberg einberufen hatte, um militärische Maßnahmen gegen die Ungarn zu beraten. Aventin überliefert uns die Namen der Teilnehmer unter denen an erster Stelle Hartwig von Bamberg erscheint. Die Verbindung des Bischofs zu Bayern, die hier sichtbar wird, und zu der auch seine eigene Herkunft beigetragen haben mag, kann zwar, mit Gutenberg, darin eine natürliche Erklärung finden, dass der Ort des Hoftages im Bistum Bamberg lag. Selbstverständlich ist die Anwesenheit des episcopus loci deswegen aber keineswegs, wie die Teilnehmerlisten anderer Hoftage erweisen. Wahrscheinlich wurde aber in der Frühzeit des Bistums - und das wäre hier interessant - noch dem Umstand Rechnung getragen, dass das Bistum Bamberg auf fränkischen, ehemals Würzburger und bayerischen, einst Eichstätter, Bistumsteilen zusammengesetzt worden war. Eine Integration des bayerischen Diözesananteils in das später politisch als fränkisch geltende Bistum war also noch nicht vollzogen, das bayerische Element der Diözese blieb verfassungsrechtlich noch erhalten. Noch im 12. und 13. Jahrhundert nahmen Bamberger Bischöfe an herzoglichen Hoftagen in Regensburg teil, was diese Beobachtung noch unterstreicht. Erst mit den fortschreitenden Teilungen des Herzogtums Bayern und der eigenstaatlichen Entwicklung Bambergs im 13. und 14. Jahrhundert löste sich diese Bindung und die Entwicklung eines "fränkischen" Bamberg setzte sich durch.
Obwohl Bischof Hartwig nach Ausweis der Quellen, wie schon seine Vorgänger, in engem Kontakt zum Hof geblieben ist, sind Interventionen durch ihn in fremder Sache nicht überliefert. Weitere Verbindungen des Bischofs in das Reich werden daher nicht sichtbar. Er starb am 6. November 1053 und wurde im Dom zu Bamberg bestattet. Hermann von Reichenau bemerkt zu Hartwigs Tod: Hazelinus etiam, Babinbergensis episcopus infamis, moriem locun dedit. Einen Grund für sein vernichtendes Urteil über den Bischof gibt Hermann nicht. P. Kehr hat dieses zeitgenössische Urteil mit der Annahme zu erklären versucht, Hartwig habe wohl nicht auf dem Boden der Reformpartei gestanden.