Begraben: Bamberg, Dom
Sohn des Grafen Reginold II. von Ettling und der
Hemma
Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 1519
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Eberhard II., Bischof von Bamberg seit 1146
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+ 17. Juli 1170
Begraben: Bamberg, Dom
Aus dem edelfreien bayerischen Geschlecht von Ettling.
Am 29. Mai 1146 zum Bischof gewählt, ließ er sich im Dezember von Eugen III. weihen und unterstrich damit Bambergs Sonderstellung in der Reichskirche, besonders gegenüber dem Erzbischof von Mainz, der ihm dies verübelte. Häufig in der Umgebung KONRADS III., bestattete er den in Bamberg verstorbenen König am 18. Februar 1152 im Dom. An der Vorbereitung zur Wahl des von ihm designierten Herzogs Friedrich von Schwaben (BARBAROSSA) zum König war er maßgeblich beteiligt. Seine bald bei ihm errungene Vertrauensstellung sicherte ihm einen starken, schon von Rahewin hervorgehobenen Einfluss auf dessen politischen Kurs. Er führte die erste königliche Gesandtschaft an die Kurie, begleitete den König auf seinem 1. Romzug, ist danach bei fast allen wichtigen Ereignissen in BARBAROSSAS Umgebung anzutreffen, schloss sich 1158 dessen Zug in die Lombardei an, ergriff auf dem Konzil von Pavia (Februar 1160), das über das inzwischen ausgebrochene Schisma entscheiden sollte, mit Vorbehalten die Partei des Kaisers und blieb, nach beiden Seiten Beziehungen haltend, um Wiederherstellung der Eintracht zwischen den obersten Gewalten bemüht. Nach seinem folgenschweren Ausscheiden aus der Reichspolitik (1162), in welcher er mit seinen Ausgleichsversuchen letztlich gescheitert war, widmete er sich wieder stärker seinem Bistum. In Fortsetzung der Burgenpolitik Bischof Ottos I. sicherte er sein Territorium vor allem gegen die ANDECHS-MERANIER, Bambergs Hauptrivalen am Obermain. Lange und leidenschaftlich diskutierte der theologisch hochgebildete Bischof mit Gerho(c)h von Reichersberg über die Christologie.
Bibliographie:
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G. Pfeiffer, Frk. Bibliogr. I, 1965, Nr. 1410-4716.
Literatur:
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DHGE XIV, 1287f. - Hauck 4, bes. 206f. - W. Föhl,
Bf. E. II. v. Bamberg, ein Staatsmann Friedrichs I. als Verf. von Briefen
und Urkk., MIÖG 50, 1936, 73-131 - E. Frhr. v. Guttenberg, Das Bm.
Bamberg I (GS II, 1, I, 1937 [Neudr. 1963], 141-154 - P. Claasen, Gerhoch
v. Reichenberg, 1960 - O. Meyer, Bf. E. II. v. Bamberg, Mittler im Wandel
seiner Zeit (Neujahrsbll. der Ges. für frk. Gesch. 29, 1964) - Ders.,
u.a., Oberfranken im HochMA, 1973, 139-146 - K. Zeillinger, Friedrich Barbarossa,
Wibald v. Stablo und E. v. Bamberg, MIÖG 78, 1970, 210-233.
Begraben: Bamberger Dom
Aus edelfreier Familie.
Als Mitglied des Bamberger Domkapitels seit 1127
nachgewiesen
bischöflicher Kapellan seit 1135 auch in
der bambergischen Kanzlei tätig
1139 Magister genannt (nicht Mitglied der Domschule).
Propst zu St. Jakob 1142 bis 1162.
Bischofswahl am 29.5.1146
Weihe im Dezember 1146 von Papst Eugen III. in Viterbo.
Auftreten gegen Christologie des Gerhoh von Reichersberg.
Erhebung der Gebeine des hl.
HEINRICH II.
am 13.7.1147.
Reform des Klosters Heidenheim.
Rege Anteilnahme am politischen Geschehen, beteiligt
an der Wahl FRIEDRICHS I. und einer
seiner wichtigsten Ratgeber.
Im April 1152 diplomatische Mission zur Kurie, viele
Sonderaufgaben, vor allem beim Romzug 1154/55, in wichtigen Missionen in
Oberitalien tätig.
Nach 1162 Ende des politischen Wirkens und Rückkehr
in sein Bistum.
Inkorporation der Abtei Niederaltaich 1152
Erhebung des Anspruches auf die Grafschaft im Rangau
gegen Würzburg 1160.
Letzter erfolgloser Vermittlungsversuch für FRIEDRICH
I. bei Alexander III. in Veroli 1170.
Literatur:
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NDB 4.
Literatur:
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Bosl, Karl: Bosls Bayerische Biographie, Verlag
Friedrich Pustet Regensburg 1983 Seite 158 - Lechner Karl: Die Babenberger.
Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag
Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 370 A 11;328 A 100;330 A 8 - Rahewin
- Wies, Ernst W.: Kaiser Friedrich Barbarossa. Mythos und Wirklichkeit,
Bechtle Esslingen 1999, Seite 50,96,109,126,134,142, 160,203,233 -