Wikterb                                                    Bischof von Augsburg (um 738-um 771)
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    - um 771
     Epfach
 

Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band IX Spalte 63
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Wicterp (Wikterp), Wichbert, Wikpert, Wiggo), Bischof von Augsburg
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     + (vor) 772

Wicterp, der in der Reihe der ältesten Augsburger Bischöfe vor Simpert als einziger historisch sicher belegt ist, erscheint als Bischof von Augsburg um 738 unter dem Namen 'Wiggo' in einem Schreiben Papst Gregors III. an die Bischöfe Alemanniens und Bayerns. Die bei Hauck I (4), 540 und Riezler I 1 (2), 195 vertretene, auf den Humanisten Lazius (+ 1565) zurückgehende Nachricht, Wicterp sei nach Eroberung Bayerns durch Pippin III. 743/44 für das Bistum Neuburg geweiht, aber wegen seiner anti-karolingischen Haltung von Bonifatius wieder abgesetzt worden, begegnet großen Bedenken. Sicher ist hingegen die Mitteilung in der Vita S. Magni, dass Wicterp zur Bekehrung der letzten Heiden im Allgäu durch den Priester Tozzo (sein Nachfolger) aus St. Gallen Missionare erbat und den von dort über Epfach zu ihm entsandten Mönchen Theodor und Magnus ihren Wirkungsort anwies, ferner die von Magnus in Waltenhofen erbaute Kirche weihte und mit Besitz ausstattete (741/42). Kurz darauf weihte er auf Bitten der Missionare eine Kirche zu Kempten. Nach dem Chronicon Benedictoburanum war Wicterp bereits bei der Gründung und Weihe des Klosters Benediktbeuern (um 740) beteiligt. 751/54 übertrug König Pippin auf Intervention Wicterps und auf Bitten seines im Kloster lebenden Bruders Karlmann der von Magnus zu Füssen gegründete Zelle Güter, ebenso auch an die Bischofskirche zu Augsburg. Bischof Wicterp starb vor 772 in Epfach (begraben ebd., St. Laurentiuskirche; spätere Übertragung der Gebeine nach St. Ulrich und Afra in Augsburg.

Literatur:
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LThK X, 1121f. - K. Bosl, Bayer. Biogr., 1983, 846 - W. Volkert- F. Zoepfel, Die Reg. der Bf.e u. des Domkapitels v. Augsburg, I/1, 1955, Nr. 1-9 - F. Zoepfel, Gesch. des Bm.s Augsburg, I, 1955, 35ff.


Bosl's Bayerische Biographien: Seite 846
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Wikterp (Wichterpus, Wichpertus, Wiggo), Bischof von Augsburg
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     + um 771
      Epfach

Einer der Adelsbischöfe Bayerns bzw. Alemanniens des 8./9. Jahrhunderts.
Erster geschichtlich beglaubigter Bischof von Augsburg.
Wohl seit Ende der 30-er Jahre des 8. Jahrhunderts Bischof von Augsburg, aus dem er später wegen seiner anti-karolingischen Haltung verdrängt wurde.
Angeblich anwesend bei der Weihe des Klosters Benediktbeuern durch Bonifatius.
Weihte 741/42 die Kirchen Füssen, Waltenhofen und Kempten.
Erhielt von König Pippin 751/54 Landschenkungen für die Augsburger Kirche.

Literatur:
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LThK 10, Volkert-Zoepfl, Regesten der Bischöfe und des Domkapitels von Augsburg, 1955; H.-U. Rump, Füssen (= HABT. Schwaben H. 9), 1977.