Bistum Augsburg
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1212
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Augsburg
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II. BISTUM UND STADT IM FRÜH- UND HOCHMITTELALTER

Quellenbelege für ein frühchristliches Bistum Augsburg gibt es nicht. Die Bischöfe, angefangen von Zosimus/Dionysios (4. Jh.) bis Marcianus (7./8. Jh.), sind legendär. Da Augsburg in römischer Zeit Verwaltungssitz der Provinz Raetia secunda war, scheint es wahrscheinlich auch Bischofssitz gewesen zu sein. Dieses spätantike rätische Bistum dürfte in nord-südliche Richtung von der Donau bis zur Lechquelle, in west-östliche Richtung von der Iller mindestens bis zum Lech gereicht haben. Metropolitansitz dieses Bistums war wohl zunächst Mailand (bis 539) und dann Aquileia. Die Augsburger Liturgie folgt aquilegiensisch-mailändischer Tradition.
Ob das Bistum Augsburg die Völkerwanderungszeit überdauerte, ist unsicher. Die Kontinuität des Christentums, vor allem dokumentiert durch die Verehrung der heiligen Märtyrerin Afra, scheint durch den Reisebericht des Venantius Fortunatus (MGH AA IV, I, 368) und neuere Grabungsergebnisse (J. Werner) gesichert. Für die Annahme, dass die gegen Ende des 6. Jh. in Säben (Brixen) auftretenden episcopi secundae Raetiae die Nachfolger der spätrömischen Augsburger Oberhirten waren (Heuberger, Rätien, I, 323f), konnten keine stichhaltigen Belege beigebracht werden. Eine Neu- oder Wiederbegründung des Bistums im späten 6. oder beginnenden 7. Jh. unter fränkischem Schutz ist möglich, aber nicht nachweisbar. Quellenmäßig gesichert ist erst Bischof Wicterp (ca. 738; + vor 772), der sich aber merkwürdigerweise hauptsächlich in Epfach am Lech (Abodiacum) aufhielt, wo er Erbgut besessen haben soll (dort auch begraben). Während seines Episkopats wurden Dom uns St. Afra von König Pippin mit Landschenkungen bedacht, die später KARL DES GROSSE bestätigte und noch ergänzte. Ein Bericht des Augsburger Bischofskatalogs zu Wicterp (MGH SS XIII, 278f.) lässt erkennen, dass der Augsburger Oberhirte zugleich Abt von St. Afra war und die Kanoniker dieses Stifts mit dem Domklerus identisch waren. Diese Personalunion wurde erst 1012/13 beendet, als das Kanonikerstift St. Afra aufgelöst wurde und an dessen Stelle ein Benedikterkloster trat. Bischof Tozzos (772?-778?) Nachfolger, der heilige Sintpert (778?-807?), veranlasste wohl den Zusammenschluss der Domkanoniker zur vita communis, ließ über dem Afragrab eine neue Kirche bauen und den Augsburger Dom errichteten, der erste Bau einer Augsburger Bischofskirche, der an der heutigen Stelle entstand. Unter seinem Episkopat dürfte sich das Bistum Augsburg endgültig im bayerischen Bereich östlich des Lech festgesetzt haben: 801/07 vereinigte Sintpert mit Zustimmung Papst Leos III. und KARLS DES GROSSEN das Bistum Neuburg-Staffelsee, dessen Sitz wohl eher Neuburg an der Donau (Zoepfl, u.a.) als Neuburg im Staffelsee (Bauerreiss) war, mit dem Bistum Augsburg. Unter Sintperts zweiter Nachfolger, Nidker (826?-830?), ist die Zugehörigkeit des Augsburger Sprengels zur Mainzer Kirchenprovinz gesichert (Volkert-Zoepfl, Reg. Nr. 30), Bischof Witgar (861?-887) war Kanzler Ludwigs des Deutschen und 878/79 Erzkapellan KARLS III. DES DICKEN. Witgars Nachfolger, Adalbero (Adalpero, 887-909), war Erzieher Ludwigs des Kindes. Obwohl beide zuletzt genannten Bischöfe großen Einfluss auf die Regierungsgeschäfte der jeweiligen ostfränkischen Herrscher hatten, blieb ihr Bischofssitz als Ort der königlichen Herrschaftsübungen in fränkischer Zeit doch recht bescheiden.
Mit dem Ende der KAROLINGER und den gleichzeitig einsetzenden Ungarneinfällen erlitt die Entwicklung Augsburg eine schweren Rückschlag. 910 wurde der schwäbisch-fränkische Heerbann unter König Ludwig dem Kind bei Augsburg von den Ungarn geschlagen, die auch 913 und 926 die Umgebung der Stadt verwüsteten. Erst der Ungarnsieg OTTOS I. auf dem Lechfeld (10. August 955) setzte diesen Bedrohungen ein Ende. Die beherrschende Persönlichkeit dieser Zeit war Bischof Udalrich (Ulrich, heilig, 923-973), der die Domstadt mit einer Mauer umgab und entscheidend zu ihrer Verteidigung gegen die Ungarn beitrug. Nach dem Sieg erhielt er auch vom König die gräfliche Gerichtsbarkeit, das Münz- und vermutlich auch das Marktrecht. Er errichtete das Heilige Kreuzspital und ein Frauenstift bei der Stephanskirche.
Seit den OTTONEN wurde Augsburg zum wichtigsten Sammelplatz zu den Italienfahrten (zuerst 951 oder 961) und zum bevorzugten Ort königlicher Hoftage. Durch Bischöfe wie Udalrich oder Brun (1006-1029) bestand eine enge Beziehung zum Königtum; einen ersten Höhepunkt bedeutete in dieser Hinsicht die Herrschaft HEINRICHS IV., der sich 16 Mal in Augsburg aufhielt.
In der 1. Hälfte des 11. Jh. entwickelt sich südlich der Stadt zwischen Dom und dem 1019 von HEINRICH II. gegründeten Moritzstift ("am Perlach") eine Kaufmannssiedlung. Sie unterstand dem Präfekten, später Burggrafen als Vertretern des Bischofs. Die bischöfliche Stadtherrschaft erreichte unter den SALIERN ihren Höhepunkt, der mit der Weihe des romanischen Domes 1065 ihren sichtbaren Ausdruck fand.
Im Investiturstreit kam es 1077 zu seiner Doppelbesetzung des Bischofsstuhles. Gegen den vom Klerus gewählten Propst von St. Moritz, erhob HEINRICH IV. seinen Kaplan Siegfried zum Bischof (1077-1096). Nach zwei erfolglosen Belagerungen 1080 und 1081 gelang es der gregorianisch-welfischen Partei, Augsburg 1084 und 1088 zu erobern. Erst die Aussöhnung des Kaisers mit den WELFEN 1095 brachte für einige Zeit Ruhe.
Die Jahre des Kirchenstreits bewirkten einen Aufschwung städtischer Freiheiten und einen zunehmenden Einfluss der Bürgerschaft. Die steigende Bedeutung der Stadt spiegelt sich auch in der Bezeichnung als "metropolis Sueviae" bei Ekkehard von Aura wider (zu 1107, MGH SS VI, 241). Dagegen kam es unter dem auch sonst umstrittenen Bischof Hermann (1096-1133) zu einem Rückschlag, als König LOTHAR VON SÜPPLINGENBURG 1132 Dom- und Bürgerstadt nach einem Streit zwischen seinen Truppen und den Bürgern zerstörte.
Die Herrschaft FRIEDRICH BARBAROSSAS, der sich 10 Mal in Augsburg aufhielt, führte die Stadt zu neuer Blüte. 1156 stellte er in einer der ältesten Aufzeichnungen dieser Art in Deutschland Bischof Konrad (1152-1157) eine Stadtrechtsurkunde aus (MGH D F. I. 147), die dessen Stellung als Stadtherr bestätigte, seiner Macht aber doch Grenzen setzte; gleichzeitig trat die Bürgergemeinde als eigene Rechtsgemeinschaft hervor. 1168 ließ sich FRIEDRICH I. auch die Hochstiftsvogtei und die Blutgerichtsbarkeit in der Stadt übertragen; seine engen Beziehungen zu Augsburg beweisen auch die hier abgehaltenen Feiern (Verlobung HEINRICHS VI., Teilnahme an der Weihe der Ulrichskirche 1187). Auch die Hochzeit PHILLIPPS VON SCHWABEN mit der byzantinischen Kaiser-Tochter Irene fand zu Pfingsten 1197 bei Augsburg statt.
Die 2. Hälfte des 12. Jh. brachte auch ein räumliches Zusammenwachsen der drei Siedlungskerne von Dom- und Bürgerstadt sowie des Klosterbezirks von St. Ulrich und Afra, die bis spätestens 1200 von einer gemeinsamen Stadtmauer umschlossen wurden.

III. STADT UND BISTUM IM SPÄTMITTELALTER

Unter Kaiser FRIEDRICH II. blieb Augsburg ein staufischer Hauptplatz; dessen städtefreundlicher Sohn König HEINRICH (VII.) suchte als Augsburger Hochvogt auch Eigenmacht zu bilden, doch bewahrte der Kaiser auch nach dem Sturz HEINRICHS der Stadt seine Gunst. Seit 1237 findet sich ein eigenes Stadtsiegel der cives Augustenses. Als Papst Innozenz IV. nach dem Kaiser 1247 auch Bischof Siboto von Augsburg absetzte, verteidigte Herzog Ludwig II. von Bayern die staufische Sache in Augsburg gegen den neuen Bischof Hartmann von Dillingen (1248-1286). Dieser mußte den Bürgern die Stadttore und Ungelderhebungen überlassen. 1257 treten consules der Stadtgemeinde urkundlich auf, 1260 ein Rathaus, 1266 ein magister civium. Konradin verpfändete 1268 die Stadtvogtei an Herzog Ludwig. Dessen Versuch, das STAUFER-Erbe in Augsburg anzutreten, scheiterte 1270 an einem Abwehrbündnis von Bischof und Stadt.
Bischof Hartmann verpfändete dieser 1272 sein Münzrecht, brachte aber die Stadtvogtei an sich. Als König RUDOLF 1275 zum Reichstag nach Augsburg kam, baten Bürgersprecher ihm um Genehmigung einer erweiterten Stadtrechtsaufzeichnung, die von ihm 1276 als deutschsprachiges Stadtrechtsbuch verliehen wurde (ed. Meyer, 1872). Es  setzte einen Rat der "besten und witzegsten" an die Spitze der Stadtverwaltung und einen Vogt mit Ratsherrn als hohes Stadtgericht ein. König RUDOLF vereinigte die zurückgenommene Stadtvogtei mit angrenzender Straßvogtei und Hochstiftsvogtei zur Reichslandvogtei Augsburg. Als höchste Vertreter der Stadt selbst erscheinen seit 1291 zwei Pfleger. Ein Putsch des mächtigen Kaufmannsgeschlechts Stolzhirsch zur Aufrichtung einer Alleinbürgermeister-Herrschaft nach Art einer italienischen Signorie scheiterte 1303.
Im deutschen Thronstreit seit 1313 ergriff die Stadt gegen den Bischof die Partei des Bayern-Herzogs Ludwig IV. Dieser erhielt von der Stadt Notaufnahme und Geldhilfe und machte sie mit Urkunde von 1316 endgültig zur unveräußerlichen Reichsstadt. Das Domkapitel verschloss sich Augsburger Bürgersöhnen, doch standen die Bischöfe auch nach 1324 gemeinsam mit der Stadt auf seiten des Kaisers im Kampf gegen die Päpste und in Landfriedenseinungen. LUDWIG DER BAYER erhob ferner 1323 die Benediktinerabtei St. Ulrich und Afra zum Reichsstift. Die befestigte Stadt, die im Süden das Kloster einschloss, dehnte sich durch Vorstädte im Norden und Osten aus. Mit wachsender Abgabenbelastung der Handwerker mussten die Ratsgeschlechter die Bildung von (seit 1324 belegbaren) Zünften dulden und 1340 Vertreter der "Gemeinde" zur Rechnungsprüfung mit zulassen. KARL IV. ersetzte Kaiser LUDWIGS Bischof in Augsburg durch Bischof Marquart von Randegg (1348-1365), erhob ihn zum Generalkäpitan für Reichsitalien und unterstützte ihn gegen die Stadt, was diese zu starker Anspannung ihrer Wehrkraft veranlasste. Ein Fehdeaufgebot des Handwerkerfußvolks führte 1368 zur "Zunftrevolution" unter Anführung der Weber, die dank Baumwolleinfuhr aus Venedig und lebhafter Ausfuhr von Barchent wichtigstes Gewerbe für Augsburgs brachte die Mehrheit der 17 Zünfte im Rat und deren Stellung von einem der zwei Bürgermeister. Den Geschlechtern wurde weitere Ratsmitgliedschaft und dann auch die Bildung einer eigenen Patriziergesellschaft zugestanden. 1379 trat die Stadt dem Schwäbischen Städtebund bei und nahm 1387-1389 gegen Bayern und den Bischof am großen Städtekrieg teil. Die Niederlage brachte ihren politischen Aufstieg langfristig zum Stillstand.

Quellen:
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Die Chroniken der Stadt A., hg. bayer. Akademie der Wissenschaften, Bd. 1-3, 5, 6, 9, 1865-1929 - Ch. Meyer, Das Stadtbuch von A., 1872 - Ders. UB der Stadt A., 2 Bde, 1874 - F. Zoepfl-W. Volkert, Die Reg. der Bf.e und des Domkapitels von A., Bd. I, Lfg. 1-3, 1955-1974.

Literatur:
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Hist. Stätten Dtl., VII, 44-53 [A. Radnotti-W. Zorn] - Augusta 955-1955. Forsch. und Stud. zur Kultur- und Wirtschaftsgesch. Augsburgs, hg. H. Rinn, 1955 - F. Zoepfl, Gesch. des Bm.s A. und seiner Bf.e, 2 Bde, 1955-1969 - K. Schnith, Die A.er Chronik des Burkhard Zink, 1958 - K. Reindel, Die Bistumsorganisation im Alpen-Donau-Raum in der Spätantike und im FrühMA, MIÖG 72, 1964, 277-310 - W. Groos, Beitr. zur Topographie von Alt-A., 21. Ber. der Naturforsch. Ges. Augsburg 1967, Nr. 150 - Ders. Zur A.er Stadtentwicklung, ZBLG 34, 1971, 817-830 - R. Kiessling, Bürgerl. Gesellschaft und Kirche in A. im 14. und 15. Jh., 1971 [reiche Lit.] - F. Blendinger, Versuch einer Bestimmung der Mittelschicht in der Reichsstadt A. vom Ende des 14. bis zum Anfang des 18. Jh. (Städt. Mittelschichten, hg. E. Maschke-J. Sydow, 1972) - W. Zorn, A. Gesch. einer dt. Stadt, 1972 - W. Groos, Beitr. zur Frühgesch. A.s 300-1300, 28. ber. der Naturforsch. Ges. A.s, 1973, Nr. 150 - D. Schröder, Stadt A. (HAB, T. Schwaben, H 10) - R. Schieffer, Die Entstehung von Domkapiteln in Deutschland, BHF 43, 1976, 166-169 - Die Ausgrabungen in St. Ulrich und Afra in A. 1961-1968, hg. J. Werner, 2 Bde, 1977 (Münchener Beitr. zur Vor- und Frühgesch. 23) [u.a. Beitr. von F. Prinz, A. im Frankenreich, 375-398] - P. Fried, Bf. Simpert und das Bm. Neuburg-Staffelsee, Jb. des Vereins für A.er Bistumsgesch. 12, 1978, 181-185 - Ders, Zur Entstehung und frühen Gesch. des alamann.-baier. Stammesgrenze am Lech (Bayer.-schwäb. Landesgesch. an der Uni A., 1975-1977. Vortr., Aufsätze, Ber., hg. P. Fried, 1979), 57-61 - K. Bosl, Probleme einer europ. Stadt: A., Francia 6, 1978, 1-19.


Trillmich Werner: Seite 115
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"

Augsburg beherrscht die Straße aus dem Norden, die am Lech aufwärts über Schongau, Füssen und den nur 1210 m hohen Fernpaß bei Imst ins Inntal mündet. Fast immer benutzten die LIUDOLFINGER diese Route, um schnell und sicher die Lombardei zu erreichen. Nicht minder wichtig aber war die Strecke vom rheinfränkischen Kraichgau über Ulm, Günzburg und Augsburg nach Bayern. Gemeinsam mit der Römerstraße vom Bodensee über Kempten und die Lechfurt Epfing überschreitet sie bei Gauting die Würm. In Augsburg überdauerten Reste antiken Christentums die Völkerwanderung. Die Kaufleute der Stadt unterhielten Beziehungen nach allen Himmelsrichtungen. Um 725 wurde O-Schwabens Kirche, vom Konstanzer Sprengel gelöst, reich mit Königshufen und Hintersassen ausgestattet. Im ausgehenden 8. Jahrhundert erfuhr das neue Bistum durch Eingliederung der aufgelösten Diözese Neuburg eine wesentliche Erweiterung. Augsburg umfasste nun alles Land zwischen Iller und Lech samt dem Ries nördlich der Donau und einen breiten Streifen bayerischen Siedlungsraumes: rechts der Lechmündung Donaumoos, Paartal, den Raum bis zum Starnberger See und den Walchengau am Rande der Berge. Die Klöster St. Afra und St. Stephan zu Augsburg, Ottobeuren, Feuchtwangen, Ellwangen und Wessobrunn wurden vom Bischof abhängig. Die Zahl der weltlichen Vasallen des Hochstifts muss zur Zeit der LIUDOLFINGER beträchtlich gewesen sein, den schon im 9. Jahrhundert berechnete man sein Vermögen, vorwiegend links vom Lech, auf 1041 Freihufen und 466 Hörigengüter. Nach so reichlicher Vergabe von Königsgut verblieben der Krone in diesem Raume fast nur noch Stift Kempten und Kloster Herbrechtingen. Den Königshof Nördlingen erwarb der Bischof von Regensburg.
Augsburgs großer Bischof Udalrich (923-973) hatte OTTO I. bei der Ungarnabwehr und im Kampfe gegen den süddeutschen Partikularismus geholfen. Unter seinen schwächeren Nachfolgern aber verschafften sich die bayerischen LIUDOLFINGER durch Gütererwerbungen wachsenden Einfluss auf die ostsächsische Diözese, zu der ihre Grundherrschaft Neuburg an der Donau gehörte, in deren Pfalz sie gern Hof hielten. König HEINRICH II. erhob seinen Bruder Bruno zum Augsburger Bischof (1006-1029), doch der ehrgeizige Prälat, der die Errichtung des Bistums Bamberg ablehnte, wird dessen Ausstattung mit den Klöstern Neuburg, Bergen und Deggingen innerhalb seiner Diözese als unfreundlicher Akt betrachtet haben. Später trat er wie die Kaiserin und deren Luxemburger Sippe für den vom Papst gemaßregelten Erzbischof Aribo ein und wurde 1024 wegen Widersetzlichkeit verbannt. Politische Tätigkeit ließ den Bischöfen wenig Zeit für geistliche Aufgaben. Weder Domschule noch Klöster ragten durch Reformeifer ragten durch Reformeifer oder besondere Leistungen hervor, genossen aber gleichwohl einen guten Ruf. Archiv und Bibliothek sind 1026 verbrannt. Sie sollen recht ansehnlich gewesen sein.
 
 
Wikterb   738- um 771 
Tozzo   772- um 778 
Sindbert   778- um 807 
Hanto   807- um 815 
Nidker   816- um 830 
Udalmann   830- um 833 
Lanto   833- um 860 
Witgar  um 861- 887 
Adalbero   887- 909 
Hiltin   909- 923 
Ulrich   923- 973 
Heinrich I.   973- 982 
Eticho   982- 988 
Liudolf   988- 996 
Gebhard   996-1001 
Siegfried I.  1001-1006 
Brun von Bayern  1006-1029
Eberhard I.  1029-1047
Heinrich II.  1047-1063 
Embriko von Leiningen  1063-1077 
Siegfried II.  1077-1096 
Hermann von Vohburg  1096-1133 
Walther I. von Dillingen  1133-1152 
Konrad von Hirscheck  1152-1167
Hartwig I. von Lierheim  1167-1184 
Udalschalk  1184-1202 
Hartwig II.  1202-1208 
Siegfried III. von Rechberg  1208-1227
Sibot von Seefeld  1227-1247 
Hartmann von Dillingen  1248-1286 
Siegfried IV. von Algertshausen  1286-1288 
Wolfhard von Roth  1288-1302 
Degenhard von Hellenstein  1303-1307
Sedisvakanz  1307-1309 
Friedrich I. Spät von Faimingen  1309-1331 
Ulrich II. von Schöneggg  1331-1337
Heinrich III. von Schönegg  1337-1348
Markward von Randegg  1348-1365 
Walther II. von Hochschlitz  1365-1369 
Johannes I. Schadland  1371-1373 
Burkhard von Erbach  1373-1404 
Eberhard II. von Kirchberg  1404-1413
Anshelm von Nenningen  1413-1423
Peter I. von Schaumberg  1424-1469 
Johannes II. von Werdenberg  1469-1486 
Friedrich II. von Zollern  1486-1505 
Heinrich IV. von Lichtenau  1505-1517
Christoph von Stadion  1517-1543 
Otto Truchseß von Waldburg  1543-1573 
Johann Eglof von Knöringen  1573-1575 
Markward II. von Berg  1575-1591 
Johann Otto von Gemmingen  1591-1598 
Heinrich V. von Knöringen  1599-1646
Sigmund Franz Erzherzog von Österreich  1646-1665 
Johann Christoph von Freiberg  1665-1690 
Alexander Sigmund Pfalzgraf von Neuburg  1690-1737 
Johann Schenk von Stauffenberg  1737-1740 
Joseph Landgraf von Hessen-Darmstadt  1740-1768 
Clemens Wenzeslaus von Sachsen  1768-1812 
Sedisvakanz  1812-1818 
Franz Karl von Hohenlohe-Waldburg-Schillingfürst  1818-1819 
Sedisvakanz  1819-1821 
Joseph Maria von Fraunberg  1821-1824 
Ignaz Albert Riegg  1824-1836 
Peter II. Richarz  1837-1855 
Michael Deinlein  1856-1858 
Pankraz Dinkel  1858-1894 
Peter III. Hötzl  1902-1930 
Maximilian Lingg  1902-1930 
Joseph Kumpfmüller  1930-1949 
Joseph Freundorfer  1949-1963 
Josef Stimpfle  1963- 
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