Jüngere Tochter des Kaisers
LOTHAR I. und der Irmingard
von Tours, Tochter von Graf Hugo
Werner Karl Ferdinand: Seite 449
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"Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr
1000 (1.-8. Generation)"
IV. Generation
8
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Schon Brandenburg betont, daß der Name "Ermengard"
für die von Graf Giselbert 846 entführte Tochter LOTHARS
I. erst in späten Quellen begegnet. Brandenburg hat die
Nachkommen aus dieser Ehe nur im zweiten Teil seines Werkes, unter der
wahrscheinlichen Deszendenz Seite 63ff aufgenommen. Für das einzige
gewichtige Argument, das er anzweifelnd nennt, das Fehlen von KAROLINGER-Namen
in der Nachkommenschaft, gibt es jedoch, gerade für das 9. Jahrhundert,
Parallelen andernorts. (Vgl. dazu auch unsere allgemeinen Bemerkungen oben
Seite 418/19).
Dasselbe gilt von dem von Brandenburg nicht erwähnten
Umstand, daß Reginar, Giselberts Sohn, in den Diplomen KARLS
III., der sein Vetter zweiten Grades war, wenn Reginar der Sohn
einer LOTHAR-Tochter war, nicht durch
Angabe einer Verwandtschaftsbezeichnung ausgezeichnet wird. An der Abkunftsfolge
Giselbert,
Graf im Maasgau, Reginar, Giselbert ist meiens Erachtens kaum zu zweifeln,
ich reihe die Nachkommen darum in unsere Liste, die keine eigene Rubrik
für wahrscheinliche Fälle hat, ein. Die Ehe Giselberts
mit der LOTHAR-Tochter war nach Verhandlungen
im Jahre 848 im Jahr darauf legitimiert worden Entscheidend scheint mir
zu seinen Lebensdaten (+ 915/16 in vorgerücktem Alter, sein Sohn Giselbert
zu dieser Zeit längst erwachsen) paßt: Da bleibt die von Brandenburg
angedeutete Möglichkeit, Reginar könne Sohn einer anderen Frau
des Maasgaugrafen sein, äußerst gering. Die Stellung, die das
Haus im gleichen Raum und dann in ganz Lothringen in der Folge einnimmt,
entspricht dem Prestige der karolingischen
Abkunft,
deren Annahme auf einem zeitgenössisch bezeugten Ereignis, nicht auf
der Erfindung späterer Genealogen beruht.
Konecny Silvia: Seite 153
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"Die Frauen des karolingischen Königshauses. Die
politische Bedeutung der Ehe und die Stellung der Frau in der fränkischen
Herrscherfamilie vom 7. bis zum 10. Jahrhundert."
Wie erwähnt versuchten zwar die Söhne LUDWIGS
DES FROMMEN, Eheverbindungen ihrer Töchter zu vermeiden,
sie konnten es jedoch nocht verhindern, daß Ehen mit ihren Töchtern
von Adeligen gelegentlich erzwungen wurden. Begünstigt wurde dies
durch die Gegensätze der Könige untereinander, die der Entführer
einer Königstochter ausnutzen konnte. Giselbert etwa, ein Vasall
KARLS
DES KAHLEN, raubte 846 eine Tochter LOTHARS
I. und floh nach Aquitanien. LOTHAR
zeigte sich darüber sehr entrüstet, vor allem wohl wegen der
Unterstützung, die Giselbert bei KARL
DEM KAHLEN fand. Erst als die beiden Brüder des Kaisers
ausdrücklich und wiederholt beteuerten, die Tat
Giselberts
nicht angestiftet zu haben, wurde die Angelegenheit beigelegt.
Giselberts
Ehe mit der Tochter LOTHARS I. kam
später keine sonderliche Bedeutung mehr zu.
846
oo Giselbert II. Graf im Moosgau
- 916
Kinder:
Reginar I. Langhals
850-25.8.915/19.1.916
Albert Graf in den Ardennen
860- 928/36
Literatur:
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Schieffer Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer
GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992, Seite 147 -