Etampes
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 47
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Etampes
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In der Periode von 1204 bis 1384 wurden Etampes und sein Gebiet als Wittum oder als Apanage ausgetan, erstmals durch Ludwig IX., der es 1240 gemeinsam mit anderen Besitzungen seiner Mutter Blanca (Blanche de Castille) gleichsam im Austausch gegen ihr ursprüngliches Wittum übergab. Nach Blancas Tod (1. Dezember 1252) kehrte Etampes zunächst in Kronbesitz zurück. 1272 gab König Philipp III. der Kühne das Territorium an seine Mutter Margarete von Provence. Nach ihrem Tod (1295) wieder an die Krondomäne gelangt, erfolgte 1298 mittels Urkunden (litterae) die Einrichtung einer Apanage für Ludwig, den Sohn Philipps III., in die auch das Etampois einbezogen war. Die jährlichen Einnahmen der prevote von Etampes betrugen damals 25.000 livres (Abgaben aus: Bergbau, Wegzoll, Vogtei, Weinbau, Fleischerei, Weberei, Gerberei; Naturalabgaben in Getreide). Erst 1307 wurde die Kastellanei Etampes jedoch effektiv aus der Domäne ausgegliedert und Ludwig, Grafen von Evreux, in männlicher Erbfolge übertragen. Ludwig (oo Margarete von Artois) regierte 1307-1319 als Herr von Etampes, ihm folgte sein ältester Sohn Karl (oo Maria de la Cerda, Gräfin von Biscaya, Enkelin von Alfons X. von Kastilien und Blanca von Frankreich). 1327 wurde die Baronie Etampes von König Karl IV. zur Grafschaft erhoben. 1336-1400 regierten Ludwig II. von Evreux als 2. Graf von Etampes, der wie sein Vater in bestem Einvernehmen mit dem König stand, dem er fides, homagium, auxilium und consilium geschworen hatte; der König seinerseits betraute Ludwig II. mit der Jurisdiktion über sämtliche Juden im Königreich Frankreich. Im Etampois bemühte sich Ludwig um den Wiederaufbau nach den Schäden des Hundertjährigen Krieges und macht sich vor allem um die geistlich-karitativen Stiftungen verdient.