Penthievre
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1875
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Penthievre
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Bedeutende Grafschaft in der nordöstlichen Bretagne, umfaßte den größten Teil der alten Dummonia, heute dep. Cotes d'Armor. Das Gebiet war (in seiner größten Audehnung) als doppelte Apanage konsultiert; es bestand aus den französischsprachigen Kastellaneien Lamballe, Jugon, Cesson, Montcontour (in der Diözese St-Brieuc) sowie den bretonischsprachigen Kastellaneien Guingamp, Lannion und La Roche-Derrien (in der Diözese Treguier).
Die erste Grafschaft Penthievre entstand 1034, als Herzog Alain III. für seinen Bruder Eudo (Eon) eine Herrschaft schuf, deren Träger bald mit der Herzogsgewalt konkurrierten. Daher nutzute um 1216 Peter 'Mauclerc' im Zuge seiner Zentralisierungspolitk die Minderjährigkeit des Erben Heinrich aus, um den größten Teil von Penthievre wieder der herzoglichen Domäne einzuverleiben. Heinrichs Nachkommen behielten (zu Herren von Avaugour herabgestuft) nur die Domäne Goello.
1317 errichtete Herzog Jean III. für seinen Bruder Guy jedoch eine zweite Apanage; durch Heirat mit Jeanne d'Avaugour konnte Guy die Besitzungen fast in ihrem alten Umfang wiederherstellen. Penthievre war ein dichtbevölkertes Gebiet mit reichen wirtschaftlichen Erträgen (Getreiedeanbau, Fischerei- und Handelshäfen). Infolge der Vermählung Karls von Blois mit der Erbtochter Jeanne de Penthievre war die Grafschaft seit 1341 die Bastion des Hauses BLOIS, das mit dem Haus MONTFORT den erbitterten Bretonischen Erbfolgekrieg austrug. Diese das politische Leben der Bretagne im 14. Jh. überschattende säkulare Auseinandersetzung nahm eine neue Dimension an, als König Ludwig XI. von Frankreich in weitsichtiger politischer Absicht die Güter und Rechte des Hauses BLOIS-PENTHIEVRE (die noch 1364 faktisch großtenteil an das siegreiche Herzogshaus der MONTFORT gefallen waren) von Nicole de Penthievre kaufte.



 
 
 
 


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