Blanka von Bourbon                              Königin von Kastilien
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Ende 1339-   1361 vergiftet
 

Tochter des Herzogs Peter I. von Bourbon und der Isabella von Valois, Tochter von Graf Karl
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 260
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Blanka, Königin von Kastilien
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* 1335, + 1361

Tochter von Peter, Herzog von Bourbon und Elisabeth von Valois, der Schwägerin des Dauphin Karl V. von Frankreich

Blankas Ehe mit Peter I., König von Kastilien, wurde 1352 auf Drängen des Juan Alfonso de Albuquerque, eines Vetters von Peters Mutter Maria von Portugal, vereinbart, wobei eine Mitgift von 300.000 Goldflorin zugesagt wurde. Dies war der Preis dafür, dass Kastilien mit Frankreich einen gegen England gerichteten Vertrag schloß. Aber die Mitgift wurde nie gezahlt. Nach Blankas Ankunft in Valladolid am 25. Februar 1353 wurde dort am 3. Juni desselben Jahres die Hochzeit gefeiert. Drei Tage später verließ Peter seine Gemahlin und kehrte nach Montalban zu seiner Geliebten Maria de Padilla zurück. Obwohl der Adel einige Tage später eine Versöhnung erzwang, war diese nur von kurzer Dauer, und die Ehe blieb kinderlos. Beim Ausbruch der kastilischen Adelsrevolte wurde die Behandlung der Blanka von Bourbon von den Rebellen als Argument gegen die schlechte Politik des Königs ins Feld geführt. Nach der Niederwerfung des Aufstandes im Jahre 1356 wurde Blanka von Bourbon gefangengenommen. Sie wurde nach Sigüenza geschickt und starb dort 1361; wie man glaubt, wurde sie auf Befehl ihres Gatten getötet.


Blanka von Bourbon war eine schöne, junge Frau, Opfer der Staatsräson und wurde von ihrem Mann gleich nach der Hochzeit inhaftiert und im Gefängnis ermordet (vergiftet).

Bülau, Prof. Dr. Friedrich (Hg.): Seite 66,227-229
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"Geschichte Peters des Grausamen"

Die Vermählung Don Pedros mit der Prinzessin von Frankreich fand am 3. Juni statt, fast unmittelbar nach der Zusammenkunft von Cigales. So viel Unentschlossenheit und Langsamkeit der König im Anfang gezeigt hatte, soviel Ungeduld legte er jetzt an den Tag. Dem von den Reizen Blancas hervorgebrachten Eindruck durfte man jedoch diese Veränderung nicht zuschreiben. Der König schien immer noch dagegen unempfindlich zu sein; er schenkte seiner jungen Gemahlin kaum einen Blick; aber überzeugt, daß seine Vermählung eine Pflicht und eine Notwendigkeit sei, drang er auf ihre Beschleunigung, um Ruhe zu haben. Das junge Paar wurde mit großem Pomp nach der Kirche Santa Maria La Nova geführt. Die Spitze des Zuges bildeten Don Pedro und Blanca von Bourbon, auf weißen Zeltern und in Gewändern von Goldbrokat mit Hermelin besetzt, die damals nur den Fürsten gestattete Tracht, Albuquerque war Brautvater des Königs und die Königin-Witwe von Aragon, Donna Leonor, Brautmutter der jungen Königin. Aber inmitten dieser Festlichkeiten wendeten sich aller Augen mit Neugierde auf das junge Königspaar. Jeder konnte auf dem Angesicht Don Pedros seine Kälte und sogar seine Abneigung gegen seine junge Gemahlin lesen.
Die Verleumder haben vorgegeben, daß Don Fadrique, einer der Gesandten Kastiliens gewesen sei, die beauftragt waren, vom König von Frankreich die Hand seiner Nichte zu verlangen und daß auf der Reise von Paris nach Valladolid Blanca seinen Verführungen unterlegen sei. Daher müsse man der Eifersucht, den Widerwillen des Königs gegen seine Gemahlin und seinen Haß gegen Don Fadrique zuschreiben.
Kurze Zeit nach dem Abschluß des Friedens zwischen Kastilien und Aragon, gegen die Mitte des Jahres 1361 starb Blanca von Bourbon auf dem Schlosse Jerez, wo sie seit mehreren Jahren Gefangene war. Sie war erst 25 Jahre alt und hatte davon zehn im Kerker zugebracht. Alle neueren Schriftsteller geben in Übereinstimmung mit den gleichzeitigen Chronisten ihren Tod Don Pedro schuld und einige fügen hinzu, daß er den Befehl dazu auf Antrieb seiner Maitresse Maria de Padilla gegeben habe.
Das Unglück der jungen Königin, ihre Sanftmut und ihre rührende Frömmigkeit erregten bei ihrem Tode allgemeine Teilnahme.
Wenn demnach Blanca ihr Leben durch Gift verlor, so war es ein unnützes Verbrechen, das einzige unnütze vielleicht, das man DonPedro zuschreiben kann. Aber warum sollte sie nicht eines natürlichen Todes gestorben sein?

Vones Ludwig: Seite 167,172,174
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"Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen"

Die damit verbundene Polarisierung führte Aragon bald an die Seite Frankreichs, das Heinrich von Trastamara favorisierte, da der kastilische König Peter I. seine Gemahlin, die französische Königs-Tochter Blanche, verstoßen hatte.
Hatte Albuquerque, nachdem 1351 Ausgleichsverhandlungen mit England, Navarraa und Portugal erfolgreich abgeschlossen und 1352 durch den Vertrag von Tarazona mit Aragon ein modus vivendi gefunden worden waren, angesichts der Frontbildung des Hundertjährigen Krieges auf die französische Karte gesetzt und diese Allianz durch die Heirat Peters I. mit Blanche von Frankreich, der Tochter des Herzogs von Bourbon, zu zementieren versucht (1353), so brachte der kastilische König das ganze Gebäude zum Einsturz, als er seine Gemahlin sofort verstieß und in die Arme seiner Geliebten Maria de Padilla floh.
Es folgten Jahre politischer Wirren. Sie sahen den zeitweiligen Zusammenschluß des sich im Zeichen der Ansprüche der Infanten von Aragon und der Guzman-Bastarde intern befehdenden Adels unter Albuquerque; die Auflösung der Ehe Peters I. mit Blanche von Frankreich, und die erneute Heirat des Königs mit Juana de Castro.
Mit der offiziellen Anerkennung der kastilischen Thronrechte seines Halbbruders Ferdinand, der im Gegensatz zu Heinrich von Trastamara von legitimer Geburt war, schürte er Diskussionen um die Erbfolgefrage, zumal Peter I. nach der Ermordung der Blanche von Frankreich und dem Tod der Maria de Padilla selbst nur über illegitime Nachkommen verfügte. Im Gegenzug gab der kastlische König vor, bereits vor der Eheschließung mit Blanche heimlich mit Maria verheiratet gewesen zu sein.
 
 
 
 

3.6.1353
  oo 1. Peter I. der Grausame König von Kastilien
  x      30.8.1334-23.3.1369
 
 
 

Literatur:
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Bülau, Prof. Dr. Friedrich (Hg.): Geschichte Peters des Grausamen. Verlagsbuchhandlung von Carl B. Lorck 1852 Seite 66,227-229 -
Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 Seite 167,172,174 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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