Älteste Tochter und Erbin des Fürsten Wilhem
II. von Villehardouin aus seiner 2. Ehe mit der Anna
Komnena-Angelina von Epiros, Tochter von Despot
Michael
Mayer Hans Eberhard: Seite 186,187
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„Die Kreuzzüge“
Im Vertrag von Viterbo trat ihr Vater Wilhelm II. Achaia
nebst seinen Lehnstaaten an Karl
von Anjou ab, behielt aber den Nießbrauch auf Lebenszeit.
Die Nachfolge sollte
Karls Sohn Philipp
antreten, der Wilhelms Tochter Isabella heiratete. Von nun
an war Achaia nur mehr eine
angiovinische
Dependenz,
gelegentlich sich selbst überlassen, wenn die
ANJOUS Wichtigeres zu tun hatten, doch mit angiovinischen
Geld
und Truppen gegen Kaiser Michael VIII. Palaiologos
gehalten.
Da Philipp von Anjou
1277 ein Jahr vor Wilhelm II. starb, wurde nach dessen Tod Karl
von Anjou Fürst von Achaia. Karl
II. von Anjou, ganz mit dem Kampf gegen Aragon beschäftigt
und ohnedies ein schwacher Regent, gab 1289 Achaia als angiovinisches
Lehen an Isabella, Wilhelms Tochter, die Florentius
von Hennegau (1289-1297) heiratete. Die Regierung des Florentius
war dank einer besonnenen Politik gegenüber Byzanz friedlich und zeigte
noch einmal den ritterlichen Glanz früherer Jahre. Isabellas
nächster Gemahl, Philipp von Savoyen (1301-1306), war
dagegen ein hochfahrender Mann, der sowohl beim einheimischen Adel wie
bei Karl
II. von Anjou in Neapel Anstoß erregte. Karl
setzte
ihn 1306 wegen Felonie (Treubruch) ab und übertrug Achaia seinem eigenen
Sohn Philipp von Tarent, dem "Despoten
von Romania".
Kiesewetter, Andreas: Seite 30,211 A.,339-343,346,512
A.
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"Die Anfänge der Regierung König Karls II.
von Anjou (1278-1295). Das Königreich Neapel, die Grafschaft Provence
und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts"
Die erbberechtigte Tochter Wilhelms, Isabella,
sollte einen Sohn des Königs heiraten, der nach dem Tode des VILLEHARDOUIN
dessen Erbe antreten sollte. Sollte der künftige Fürst erbenlos
sterben, rückte Karl I. in dessen
Rechte nach.
Der Graf Hugo von Brienne-Lecce war zudem über Karl
II. noch aus einem anderen Grund verstimmt: Am 10. Juli 1289
hatte der König Isabella von Villehardouin mit der Hälfte
der bedeutenden Baronie Karytaina in Achaia, mit der Robert
von Artois Hugo im März 1286 belehnt hatte, entschädigt.
Ein weiteres Problem warf Isabella von Villehardouin,
die Tochter Wilhelms II. und Witwe Philipps
von Anjou auf, die seit 1277 wie eine Staatsgefangene in Neapel
gehalten wurde. War sie entsprechend dem ersten Vertrag von Viterbo tatsächlich
durch ihren Vater enterbt worden, so sahen viele Adelsgeschlechter in Morea
doch in Isabella die rechtmäßige Erbin des Fürstentums
und betrachteten ihre Behandlung im Regno als großes Unrecht. Karl
reagierte dann sofort. Am 10. Juli 1289 wurde Isabella von Vilehardouin
"rehabilitiert" und mit den Baronien Bucelet (Arakloven) und Karytaina
belehnt, die bisher Hugo von Brienne als Lehen innehatte.
Nach der griechischen und französischen Version
der Chronik von Morea hätte Floris im Sommer 1289 mit
Jean de Chauderon und Geoffroy de Tournay enge Beziehungen geknüpft
und diese dann gebeten, sich bei Karl II. für
seine Verheiratung mit Isabella von Villehardouin und ihre Belehnung
mit dem Fürstentum Achaia zu verwenden. Die aragonesische Chronik
läßt hingegen Robert von Artois,
den Schwager Floris', die Initiative ergreifen, der Karl
II. gedrängt habe, den Bruder Johanns II. von Avesnes mit
Isabella zu verheiraten und mit Achaia zu belehnen. Wahrscheinlicher
ist aber, daß die Initiative von den ANGIOVINEN
selbst ausging, zumal Floris schon in den Jahren 1272-1276
S- Holland für Floris V. von Holland verwaltet hatte.
Am 16. September 1289 wurde anläßlich der
Heirat mit Floris von Hennegau Isabella von Villehardouin
feierlich mit dem Fürstentum Achaia belehnt. Bei dieser Belehnung
ist vor allem hervorzuheben, daß die Tochter Fürst Wilhelms
II. allein mit dem Fürstentum belehnt wurde. Ihrem Gemahl war
somit nur die Rolle des Prinzgemahls zugedacht und er durfte den Fürstentitel
ausdrücklich nur zu Lebzeiten seiner Gemahlin führen. Im Falle
des erbenlosen Todes der Isabella sollte Morea an das Haus
ANJOU zurückfallen, doch wurde Floris später
zugestanden, die Ländereien in Achaia, die er durch Verkauf oder Verpfändung
seiner Besitzungen Braine-le-Comte und Halle im Hennegau erworben hatte,
auf Lebenszeit zu behalten. Isabella erhielt das Lehen in
capite - also direkt vom König - und hatte dafür den
Treueid und das ligische Homagium sowie Lehnsdienste zu leisten. Doch enthielt
der Lehnsvertrag eine Reihe von Klauseln, die Karl
II. weiterhin einen gewichtigen Einfluß auf die inneren
Angelegenheiten Achaias ließen. An erster Stelle ist der berühmt-berüchtigte
"Reversionsparagraph" zu nennen, der vorsah, daß im Falle des Todes
Floris' Isabella oder eine andere Erbin sich nur mit Zustimmung
des angivinischen Hofes erneut verheiraten
dürfe. Sollte die Fürstin oder einer ihrer Töchter gegen
dieses Gebot verstoßen, fiel das Fürstentum Achaia automatisch
an das Haus ANJOU zurück.
Noch im Herbst 1289 brach Floris von Hennegau
mit seiner Gemahlin von Brindisi auf dem Seewege nach Morea auf. Karl
II. und Karl Martell beauftragten
am 26. September und 3. Oktober 1289 den Giovanni da Gallipoli und Pierre
de l'Isle, das Fürstenpaar nach Achaia zu begleiten und in den Besitz
des Fürstentums einzusetzen.
28.1.1271
1. oo Philipp von Anjou Fürst von Achaja
(1267-1277)
x 1256- 1./3.1277
Titular-König von Thessalonich
16.9.1289
2. oo Florenz von Hennegau Titular-Fürst
von Achaja
um 1255-23.1.1297
Er war zeitweise Statthalter von Seeland.
12.2.1301
3. oo Philipp I. von Savoyen Fürst von Piemont
1278-25.9.1334
Kinder:
2. Ehe
Mathilde von Avesnes Erbin
1293- 1331
1. oo Guido II. de la Roche Herr von Theben
- 1308
Herzog von Athen
1313
2. oo Ludwig von Burgund König von Thessalonich
1297- 1316 Fürst von Achaja-Morea (1313-1316)
1318
3. oo 1. Johann von Anjou Fürst von Morea
(1318-1336)
- 1321 1294- 1336
3. Ehe 6 K
Margarete Erbin von Karytena
-
1324
oo Rainald d'Albon-Forez Seigneur de Malleval
-
Amadeus Bischof von Maurienne
- 1376
Jakob Graf von Maurienne-Piemont
1315- 1367
Literatur:
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Herde Peter: Karl I. von Anjou. Verlag W. Kohlhammer
Stuttgart Berlin Köln Mainz 1979 Seite 84 - Mayer, Hans Eberhard:
Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 186,187
- Kiesewetter, Andreas: Die Anfänge der Regierung König
Karls II. von Anjou (1278-1295). Das Königreich Neapel, die Grafschaft
Provence und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts, Matthiesen
Verlag 1999 Seite 30,211 A.,339-343,346,358,363,364,376,512 A. -