Begraben: Barcelona, Kloster Santas Creus
2. Tochter des Königs
Karl II. der Lahme von Neapel und der Maria
von Ungarn, Erb-Tochter von König
Stephan V.
Lexikon des Mittelalters: Band II Spalte 257
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Blanka (Blanche) von Anjou, Königin von Aragon
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* 1283, + 13. Oktober 1310
Barcelona
Begraben: Barcelona, Kloster Santas Creus
Tochter Karls II. von Anjou, Königs von Neapel, und der Maria von Ungarn
Im Zuge der Verhandlungen zwischen Karl II. und Jakob
II. von Aragon, die im Juni 1295 den Krieg der Sizilianischen
Vesper durch den Frieden von Anagni beendeten, wurde die Heirat zwischen
Jakob
II. und Blanka von Anjou
beschlossen. Im Oktober 1295 begleitete Karl II.
seine Tochter nach Katalonien, wo am 1. November im Kloster Villabertran
die Hochzeit zwischen Jakob II.und
der erst 12-jährigen Blanka von Anjou
gefeiert wurde. Trotz ihrer Jugend begleitete Blanka
von Anjou ihren Gemahl häufig auf die Jagd, auf Reisen
und bei Feldzügen; so beim sizilianischen Krieg (1289) und bei der
Expedition gegen die Mauren von Almeria 1309. Blanka
von Anjou entfaltete keine eigentliche diplomatische Wirksamkeit,
übte jedoch auf die Heiratspolitik des barcelonischen Hofes Einfluß
aus. Sie förderte auch die Bautätigkeit; so ließ sie die
königlichen Paläste in Bacelona und Valencia restaurieren und
erweitern sowie eine königliche Residenz beim Kloster Santa Creus
errichten.
Mutter von 9 Kindern (Jakob,
Alfons, Maria, Konstanze,
Isabella,
Blanca,
Johann,
Peter,
Raimund
Berengar), starb sie, erst 27 Jahre alt, bei der Geburt ihres
10. Kindes, der Infantin Violante.
Zur Absicherung des Vertragswerks sollte ein dreifaches
aragonisch-angiovinisches Ehebündnis
abgeschlossen werden: Jakob
sollte Margarethe,
die erstgeborene Tochter des Fürsten von Salerno, heiraten. Der zweitgeborene
Sohn Karls II., Ludwig,
sollte die Schwester der Infanten Jakob
und Alfons, Jolanda,
zur Frau nehmen. Noch vor der Eheschließung hatte ihn Karl
mit
dem Herzogtum Kalabrien - ohne die Gebiete des Erzbistums Reggio, das entsprechend
den vorhergehenden Artikeln dem Königreich Insel-Sizilien zugeschlagen
werden sollte - zu belehnen. Der jüngere Bruder Jakobs,
Friedrich - der spätere König
Friedrich III. von Sizilien - sollte die jüngere Tochter
Karls II., Bianca,
ehelichen. Sie sollte das Fürstentum Tarent und den Honor
Sancti Angeli
als Mitgift in die Ehe einbringen, die Friedrich
von
Karl II. zu Lehen nehmen sollte.
Seine Töchter Margarethe
und Bianca, die er mit Johannes
von Montferrat verheiraten wollte, wurden aufgefordert, unverzüglich
in die Provence zu kommen, um den Vertrag von Corbeil durch die Heirat
Margarethes
mit Karl von Valois endgültig
Rechtsgültigkeit zu geben. Die Reise verzögerte sich aber bis
in das Frühjahr, da es Schwierigkeiten mit der Finanzierung gab. Mitte
Mai trafen die Königs-Töchter dann endlich in der Grafschaft
ein.
Leider sind wir über die Verhandlungen vom Februar
1293 nur durch einen Bericht des Bartholomaeus de Neocastro unterrichtet,
nach dessen Angaben Bonifaz von Calamandrano folgende Vorschläge machte:
Infant
Friedrich heiratet Bianca von Anjou,
die Sizilien als "Mitgift" in die Ehe einbringen sollte, und erhält
anschließend von Jakob die Insel übertragen.
Karls
II. Sohn Philipp heiratet
Jakobs Schwester
Jolanda, die ihrerseits die eroberten Gebiete Kalabriens mit
in die Ehe einbringt, während der angiovinische
Prinz mit dem Fürstentum Tarent belehnt werden sollte.
Über die Heirat Friedrichs
mit
Bianca von Anjou sollte dann auf dem
direkten Treffen mit Jakob II.
in Logrono entschieden werden. Jakob
scheint - offensichtlich in der trügerischen Hoffnung, Sancho
von Kastilien werde seinen Standpunkt doch noch unterstützen
- zunächst die Initiative ergriffen zu haben und forcierte die Idee
der Heirat Friedrichs mit Bianca
von Anjou, die Sizilien als Mitgift in die Ehe einbringen
sollte. Karl II. lehnte diese Vorschläge
natürlich ab.
Karl II. übernahm
selbst die Aufgabe, an den französischen Hof zu reisen, um die in
Logrono noch strittigen Punkte zu klären und vor allem die Zustimmung
Philipps
IV. zu der gepanten Heirat Biancas
mit Friedrich zu erhalten.
Der Aragonier Jakob verpflichtete
sich, entgegen dem Heiratsvertrag, der ihn an Isabella
von Kastilien band, Karls II.
zweite Tochter Bianca zu ehelichen,
wobei die Mitgift und das dodarium anläßlich der
Hochzeit festgelegt werden sollten.
Bereits am 24. September 1294 hatte Cölestin auf
Betreiben Karls die Ehedispense für
die Heiraten Biancas von Anjou mit
Jakob
und Jolandas von Aragon mit Robert
von Anjou ausgestellt und somit eine weitere Voraussetzung
für das Inkrafttreten des Vertrages von La Jonquera geschaffen.
In beiden Vertragsprojekten wurde ausdrücklich festgelegt,
daß Jakob statt Bianca
von Anjou nun Blanche, die Schwester Philipps
IV., zur Frau nehmen sollte.
Am 5. März schrieb der Papst daher an den König
von Aragon und forderte ihn auf, die in La Jonquera eingegangenen Verpflichtungen
auf jeden Fall einzuhalten. Vor allem sollte er Bianca
von Anjou zur Frau nehmen und ohne seine Zustimmung keine Verhandlungen
mit anderen Mächten führen.
Zugleich wurde der Friede zwischen Karl
II. und Jakob auf
Grundlage des Vertrages von La Jonquera geschlossen, und ein weiteres Notariatsinstrument
redigiert, welches noch einmal ausdrücklich die Heirat Jakobs
mit Bianca von Anjou als Voraussetzung
für die Erfüllung des gesamten Vertragswerkes festlegte. Bianca
von Anjou sollte als Entschädigung für den Verzicht
auf Sizilien 100.000 Silbermark als Mitgift in die Ehe einbringenb, wie
dies in La Jonquera zwischen Karl II.
und Jakob bereits abgesprochen
worden war. Die Zahlung der Mitgift hatte in vier Raten a 25.000 Mark zu
erfolgen, wobei die erste Rate anläßlich der Hochzeit Biancas
mit Jakob zu zahlen war, während
die restlichen drei Raten in den folgenden drei Jahren beglichen werden
sollten und zur Sicherheit die Güter der Templer und Johanniter in
Aragon und Valencia an Jakob verpfändet wurden.
Tatsächlich gab der König von Neapel, der mittlerweile
mit Wilhelm (III.) von Ferriers und seiner Tochter Bianca
in die Provence gereist war, am 8. September das Versprechen, alles in
seiner Macht stehende zu versuchen, um eine Belehnung Jakobs
mit Sardinien durch die Kurie zu erreichen.
Allein die Trennung von Isabella
von Kastilien leitete Jakob
in die Wege, um Bianca von Anjou heiraten
zu können.
Für Bianca von Anjou
einigten sich die beiden Könige auf ein dodarium von
8.000 Barceloniner Pfund, für welches Jakob
der angiovinischen Prinzessin die Einkünfte
mehrerer Städte und Kastelle in Katalonien, Aragon und Valencia anwies.
Am 31. Oktober übergab Karl II.
schließlich die erste Rate der Mitgift der Bianca
von Anjou in Höhe von 25.000 Silbermark und verprach die
rewstlichen 75.000 Mark ebenfalls entsprechend den in Anagni eingegangenen
Verpflichtungen zu zahlen. Zugleich sagten sich der ANGIOVINEund
sein künftiger Schwiegersohn noch einmal die Indemnität aller
Kriegsschäden zu, ehe am folgenden Tage (1. November 1295) die Ehe
zwischen Bianca von Anjou und Jakob
geschlossen wurde.
Selbst als Bonifaz VIII. an König
Jakob II. von Aragon die Güter der Templer in Aragon,
Katalonien und Valencia für 75.000 Silbermark verpfändete, um
damit drei Viertel der Mitgift zu decken, die Karls
II. Tochter Bianca anläßlich
der Heirat mit Jakob in die
Ehe einbringen sollte, wurde das Verhältnis zwischen dem ANGIOVINEN
und den Ordensrittern anscheinend nicht weiter belastet. Wilhelm VII. von
Montferrat suchte im Herbst 1289 sogar eine förmliche Allianz mit
Karl
II. zu schließen, die durch die Verlobung von Karls
zweitgeborener Tochter Binaca
und Wilhelms Sohn Johannes besiegelt werden sollte. Gerade
die Gefangenschaft Wilhelms VII. bewog
Karl II.
aber, verstärkt auf die Karte
Montferrat zu setzen, da er hoffte, den zwölfjährigen Erben Wilhelms,
Johannes, im Falle der Heirat mit Bianca
umso
problemloser kontrollieren zu können. Der König hatte deshalb
seine beiden ältesten Töchter Margarethe
und
Bianca im Mai 1290 in die Provence
nachkommen alssen, um die Heiratsverhandlungen zu forcieren.
Der König hatte seinen Scützling wegen der
Heirat mit Bianca von Anjou immer wieder
vertröstet, da er wohl schon ab 1291 hoffte, seine Tochter als "Mittel"
zur Lösung des Konflikts mit Aragon einzusetzen. Im Vertrag von La
Jonquera war dann am 14. Dezember 1293 tatsächlich die Heirat Jakobs
II. von Aragon mit der zweitgeborenen Tochter Karls
II. beschlossen worden, ohne daß der junge Markgraf über
diese Abmachungen informiert worden wäre.
Schon anläßlich der Verträge von Anagni
versprach der CAETANI dem ANGIOVINEN,
die 100.000 Silbermark (123.000 Goldunzen) vorzustrecken, die als Mitgift
für Bianca von Anjou vorgesehen
waren. Am 7. November 1295 erfolgte dann die Zahlung der ersten Rate über
25.000 Mark (30.750 Unzen).
1.11.1295
oo Jakob II. König von Aragon
um 1262-8.11.1327
Kinder:
Marie Nonne zu Sijena
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1311
oo Peter Infant von Kastilien und Regent
1290-25.6.1319
Elisabeth
um 1296-25.3.1330
Montpellier Wien
11.5.1314
oo FRIEDRICH DER SCHÖNE
um 1289-13.1.1330
Konstanze
1300-19.8.1327
2.4.1312
oo 2. Johann Manuel II. Graf von Pennafiel
5.5.1282- 1348
Jakob Erbinfant von Aragon
1296- 1334
Johann Erzbischof von Tarragona
1304- 1334
Violanthe
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1. oo N.N.
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2. oo Lope Graf de Luna
- 1360
Alfons IV. der Gütige
1299-24.1.1336
Raimund Berengar Graf von Ampurias
1308- 1364
Peter Graf von Ribagorza
1305-4.11.1381
Literatur:
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Kiesewetter, Andreas: Die Anfänge der Regierung
König Karls II. von Anjou (1278-1295). Das Königreich Neapel,
die Grafschaft Provence und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts,
Matthiesen Verlag 1999 Seite 170,179,226,232A.,249,251,254, 256,259,263,270,274,278,282,285-287,292,295,334,369,393,397,496
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