Blanka von Anjou                                 Königin von Aragon
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um 1280-14.10.1310
              Barcelona

Begraben: Barcelona, Kloster Santas Creus
 

2. Tochter des Königs Karl II. der Lahme von Neapel und der Maria von Ungarn, Erb-Tochter von König Stephan V.
 

Lexikon des Mittelalters: Band II Spalte 257
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Blanka (Blanche) von Anjou, Königin von Aragon
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* 1283, + 13. Oktober 1310
              Barcelona

Begraben: Barcelona, Kloster Santas Creus

Tochter Karls II. von Anjou, Königs von Neapel, und der Maria von Ungarn

Im Zuge der Verhandlungen zwischen Karl II. und Jakob II. von Aragon, die im Juni 1295 den Krieg der Sizilianischen Vesper durch den Frieden von Anagni beendeten, wurde die Heirat zwischen Jakob II. und Blanka von Anjou beschlossen. Im Oktober 1295 begleitete Karl II. seine Tochter nach Katalonien, wo am 1. November im Kloster Villabertran die Hochzeit zwischen Jakob II.und der erst 12-jährigen Blanka von Anjou gefeiert wurde. Trotz ihrer Jugend begleitete Blanka von Anjou ihren Gemahl häufig auf die Jagd, auf Reisen und bei Feldzügen; so beim sizilianischen Krieg (1289) und bei der Expedition gegen die Mauren von Almeria 1309. Blanka von Anjou entfaltete keine eigentliche diplomatische Wirksamkeit, übte jedoch auf die Heiratspolitik des barcelonischen Hofes Einfluß aus. Sie förderte auch die Bautätigkeit; so ließ sie die königlichen Paläste in Bacelona und Valencia restaurieren und erweitern sowie eine königliche Residenz beim Kloster Santa Creus errichten.
Mutter von 9 Kindern (Jakob, Alfons, Maria, Konstanze, Isabella, Blanca, Johann, Peter, Raimund Berengar), starb sie, erst 27 Jahre alt, bei der Geburt ihres 10. Kindes, der Infantin Violante.



Kiesewetter, Andreas: Seite 170,226,249,251,254,256,259,270,274,278,285-287,292,295,369,393,397,496
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"Die Anfänge der Regierung König Karls II. von Anjou (1278-1295). Das Königreich Neapel, die Grafschaft Provence und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts"

Zur Absicherung des Vertragswerks sollte ein dreifaches aragonisch-angiovinisches Ehebündnis abgeschlossen werden: Jakob sollte Margarethe, die erstgeborene Tochter des Fürsten von Salerno, heiraten. Der zweitgeborene Sohn Karls II., Ludwig, sollte die Schwester der Infanten Jakob und Alfons, Jolanda, zur Frau nehmen. Noch vor der Eheschließung hatte ihn Karl mit dem Herzogtum Kalabrien - ohne die Gebiete des Erzbistums Reggio, das entsprechend den vorhergehenden Artikeln dem Königreich Insel-Sizilien zugeschlagen werden sollte - zu belehnen. Der jüngere Bruder Jakobs, Friedrich - der spätere König Friedrich III. von Sizilien - sollte die jüngere Tochter Karls II., Bianca, ehelichen. Sie sollte das Fürstentum Tarent und den Honor Sancti Angeli als Mitgift in die Ehe einbringen, die Friedrich von Karl II. zu Lehen nehmen sollte.
Seine Töchter Margarethe und Bianca, die er mit Johannes von Montferrat verheiraten wollte, wurden aufgefordert, unverzüglich in die Provence zu kommen, um den Vertrag von Corbeil durch die Heirat Margarethes mit Karl von Valois endgültig Rechtsgültigkeit zu geben. Die Reise verzögerte sich aber bis in das Frühjahr, da es Schwierigkeiten mit der Finanzierung gab. Mitte Mai trafen die Königs-Töchter dann endlich in der Grafschaft ein.
Leider sind wir über die Verhandlungen vom Februar 1293 nur durch einen Bericht des Bartholomaeus de Neocastro unterrichtet, nach dessen Angaben Bonifaz von Calamandrano folgende Vorschläge machte: Infant Friedrich heiratet Bianca von Anjou, die Sizilien als "Mitgift" in die Ehe einbringen sollte, und erhält anschließend von Jakob die Insel übertragen. Karls II. Sohn Philipp heiratet Jakobs Schwester Jolanda, die ihrerseits die eroberten Gebiete Kalabriens mit in die Ehe einbringt, während der angiovinische Prinz mit dem Fürstentum Tarent belehnt werden sollte.
Über die Heirat Friedrichs mit Bianca von Anjou sollte dann auf dem direkten Treffen mit Jakob II. in Logrono entschieden werden. Jakob scheint - offensichtlich in der trügerischen Hoffnung, Sancho von Kastilien werde seinen Standpunkt doch noch unterstützen - zunächst die Initiative ergriffen zu haben und forcierte die Idee der Heirat Friedrichs mit Bianca von Anjou, die Sizilien als Mitgift in die Ehe einbringen sollte. Karl II. lehnte diese Vorschläge natürlich ab.
Karl II. übernahm selbst die Aufgabe, an den französischen Hof zu reisen, um die in Logrono noch strittigen Punkte zu klären und vor allem die Zustimmung Philipps IV. zu der gepanten Heirat Biancas mit Friedrich zu erhalten.
Der Aragonier Jakob verpflichtete sich, entgegen dem Heiratsvertrag, der ihn an Isabella von Kastilien band, Karls II. zweite Tochter Bianca zu ehelichen, wobei die Mitgift und das dodarium anläßlich der Hochzeit festgelegt werden sollten.
Bereits am 24. September 1294 hatte Cölestin auf Betreiben Karls die Ehedispense für die Heiraten Biancas von Anjou mit Jakob und Jolandas von Aragon mit Robert von Anjou ausgestellt und somit eine weitere Voraussetzung für das Inkrafttreten des Vertrages von La Jonquera geschaffen.
In beiden Vertragsprojekten wurde ausdrücklich festgelegt, daß Jakob statt Bianca von Anjou nun Blanche, die Schwester Philipps IV., zur Frau nehmen sollte.
Am 5. März schrieb der Papst daher an den König von Aragon und forderte ihn auf, die in La Jonquera eingegangenen Verpflichtungen auf jeden Fall einzuhalten. Vor allem sollte er Bianca von Anjou zur Frau nehmen und ohne seine Zustimmung keine Verhandlungen mit anderen Mächten führen.
Zugleich wurde der Friede zwischen Karl II. und Jakob auf Grundlage des Vertrages von La Jonquera geschlossen, und ein weiteres Notariatsinstrument redigiert, welches noch einmal ausdrücklich die Heirat Jakobs  mit Bianca von Anjou als Voraussetzung für die Erfüllung des gesamten Vertragswerkes festlegte. Bianca von Anjou sollte als Entschädigung für den Verzicht auf Sizilien 100.000 Silbermark als Mitgift in die Ehe einbringenb, wie dies in La Jonquera zwischen Karl II. und Jakob bereits abgesprochen worden war. Die Zahlung der Mitgift hatte in vier Raten a 25.000 Mark zu erfolgen, wobei die erste Rate anläßlich der Hochzeit Biancas mit Jakob zu zahlen war, während die restlichen drei Raten in den folgenden drei Jahren beglichen werden sollten und zur Sicherheit die Güter der Templer und Johanniter in Aragon und Valencia an Jakob verpfändet wurden.
Tatsächlich gab der König von Neapel, der mittlerweile mit Wilhelm (III.) von Ferriers und seiner Tochter Bianca in die Provence gereist war, am 8. September das Versprechen, alles in seiner Macht stehende zu versuchen, um eine Belehnung Jakobs mit Sardinien durch die Kurie zu erreichen.
Allein die Trennung von Isabella von Kastilien leitete Jakob in die Wege, um Bianca von Anjou heiraten zu können.
Für Bianca von Anjou einigten sich die beiden Könige auf ein dodarium von 8.000 Barceloniner Pfund, für welches Jakob der angiovinischen Prinzessin die Einkünfte mehrerer Städte und Kastelle in Katalonien, Aragon und Valencia anwies. Am 31. Oktober übergab Karl II. schließlich die erste Rate der Mitgift der Bianca von Anjou in Höhe von 25.000 Silbermark und verprach die rewstlichen 75.000 Mark ebenfalls entsprechend den in Anagni eingegangenen Verpflichtungen zu zahlen. Zugleich sagten sich der ANGIOVINEund sein künftiger Schwiegersohn noch einmal die Indemnität aller Kriegsschäden zu, ehe am folgenden Tage (1. November 1295) die Ehe zwischen Bianca von Anjou und Jakob geschlossen wurde.
Selbst als Bonifaz VIII. an König Jakob II. von Aragon die Güter der Templer in Aragon, Katalonien und Valencia für 75.000 Silbermark verpfändete, um damit drei Viertel der Mitgift zu decken, die Karls II. Tochter Bianca anläßlich der Heirat mit Jakob in die Ehe einbringen sollte, wurde das Verhältnis zwischen dem ANGIOVINEN und den Ordensrittern anscheinend nicht weiter belastet. Wilhelm VII. von Montferrat suchte im Herbst 1289 sogar eine förmliche Allianz mit Karl II. zu schließen, die durch die Verlobung von Karls zweitgeborener Tochter Binaca und Wilhelms Sohn Johannes besiegelt werden sollte. Gerade die Gefangenschaft Wilhelms VII. bewog Karl II. aber, verstärkt auf die Karte Montferrat zu setzen, da er hoffte, den zwölfjährigen Erben Wilhelms, Johannes, im Falle der Heirat mit Bianca umso problemloser kontrollieren zu können. Der König hatte deshalb seine beiden ältesten Töchter Margarethe und Bianca im Mai 1290 in die Provence nachkommen alssen, um die Heiratsverhandlungen zu forcieren.
Der König hatte seinen Scützling wegen der Heirat mit Bianca von Anjou immer wieder vertröstet, da er wohl schon ab 1291 hoffte, seine Tochter als "Mittel" zur Lösung des Konflikts mit Aragon einzusetzen. Im Vertrag von La Jonquera war dann am 14. Dezember 1293 tatsächlich die Heirat Jakobs II. von Aragon mit der zweitgeborenen Tochter Karls II. beschlossen worden, ohne daß der junge Markgraf über diese Abmachungen informiert worden wäre.
Schon anläßlich der Verträge von Anagni versprach der CAETANI dem ANGIOVINEN, die 100.000 Silbermark (123.000 Goldunzen) vorzustrecken, die als Mitgift für Bianca von Anjou vorgesehen waren. Am 7. November 1295 erfolgte dann die Zahlung der ersten Rate über 25.000 Mark (30.750 Unzen).
 
 
 
 

1.11.1295
   oo Jakob II. König von Aragon
       um 1262-8.11.1327
 
 
 
 
 

Kinder:

  Marie Nonne zu Sijena
         -

 1311
  oo Peter Infant von Kastilien und Regent
       1290-25.6.1319

  Elisabeth
  um 1296-25.3.1330
Montpellier Wien

11.5.1314
   oo FRIEDRICH DER SCHÖNE
       um 1289-13.1.1330

  Konstanze
  1300-19.8.1327

 2.4.1312
  oo 2. Johann Manuel II. Graf von Pennafiel
          5.5.1282-   1348

  Jakob Erbinfant von Aragon
  1296-   1334

  Johann Erzbischof von Tarragona
  1304-   1334

  Violanthe
        -

  1. oo N.N.
                    -

  2. oo Lope Graf de Luna
                 -   1360

  Alfons IV. der Gütige
  1299-24.1.1336

  Raimund Berengar Graf von Ampurias
  1308-   1364

  Peter Graf von Ribagorza
  1305-4.11.1381
 
 
 
 
 
 
 
 

Literatur:
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Kiesewetter, Andreas: Die Anfänge der Regierung König Karls II. von Anjou (1278-1295). Das Königreich Neapel, die Grafschaft Provence und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts, Matthiesen Verlag 1999 Seite 170,179,226,232A.,249,251,254, 256,259,263,270,274,278,282,285-287,292,295,334,369,393,397,496 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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