Begraben Abtei Marquette (dep. Nord, arr. Lille, cant.
Lille-Ouest)
Ältester Sohn des Grafen
Wilhelm II. von Dampierre und der Gräfin
Margarete I. von Flandern, Tochter von Graf
Balduin IX.
Lexikon des Mittelalters: Band III Seite 487
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Wilhelm III. von Dampierre
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* 1225, + 5. Mai 1251
Begraben Abtei Marquette (dep. Nord, arr. Lille, cant. Lille-Ouest)
Ältester Sohn von Wilhelm II. von Dampierre und Margarete von Konstantinopel
Als Wilhelms Mutter
1244 ihrer Schwester als Gräfin von Flandern und Hennegau nachfolgte,
flammte der Streit zwischen Johann und Balduin von Avesnes, den Söhnen
aus Margaretes
erster, annullierter Ehe mit Burchard von Avesnes, und dem Haus DAMPIERRE
auf.
Der Schiedsspruch
König Ludwigs IX.
und des päpstlichen Legaten Odo, Bischof von Tusculum, vom Juli 1246
war eine politisch kalkulierte Entscheidung und wies Flandern dem Wilhelm
III. von Dampierre, Hennegau aber dem Johann von Avesnes zu.
Aus wohlbegründetem Misstrauen gegen die AVESNES veranlasste Gräfin
Margarete ihren Sohn Wilhelm,
dem König von Frankreich schleunigst den Lehnseid für die Grafschaft
Flandern zu leisten (Oktober 1246). So war Wilhelm
III. von Dampierre der erste DAMPIERRE, der (zumindest
nominell) die Grafschaft Flandern regierte. Die Heirat mit Beatrix,
Tochter Heinrichs II., Herzogs von Brabant, verschaffte dem DAMPIERRE
einen
wichtigen Bundesgenossen im Kampf gegen die AVESNES. 1248 beteiligte sich
WilhelmIII.
von Dampierre am 6. Kreuzzug. Nach der Kapitulation des Kreuzfahrerheeres
in Ägypten gefangengenommen (6. April 1250), wurde er bald gegen Lösegeld
wieder freigelassen. Ende 1250 nach Flandern zurückgekehrt, starb
Wilhelm
III. von Dampierream 5. Mai 1251 während eines Turniers.
Leo Heinrich Dr.: Seite 106-117
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"Zwölf Bücher niederländischer Geschichten"
Doch wurde diese Tätigkeit sehr gestört durch
den verderblichen Zwist der Söhne Margarethes
aus den beiden Ehen. Guillaume de Dampierre nannte seinen Stiefbruder
Jean d'Avesnes, zu Peronne in Gegenwart des Königs von Frankreich
einen Bastard, worauf Jean entgegnete, daß die Ehe, aus welcher
er und sein Bruder Balduin geboren seien, vollkommen rechtmäßig
gewesen; doch würde selbst die Unrechtmäßigkeit sein Recht
auf Flandern nicht schmälern, da in Flandern von jeher der Bastard
in Beziehung auf die Mutter das volle Erbrecht gehabt habe.
Jean d'Avesnes, von seinem Schwager, dem Grafen
WILHELM VON HOLLAND, unterstützt,
begann endlich 1246 den Krieg gegen seine Mutter und gegen seinen Stiefbruder;
fast der ganze Adel Hennegaus, der in dem D'AVESNES einen Landsmann
sah, fiel ihm zu, und es kam endlich nach einer Berufung auf die Entscheidung
Louis' IX. und des Papstes durch deren
Gesandte zu der Entscheidung: Guilauume de Dampierre solle nach
der Mutter Tode Flandern, Jean d'Avesnes Hennegau erhalten, und
jeder für seine rechten Geschwister sorgen. Jeder Teil beruhigte sich
dabei, und Jean schien um so fester in seinem Recht zu stehen, seitdem
der Graf WILHELM VON HOLLAND in
Deutschland die königliche Würde erlangte. Guillaume de Dampierre
hatte sich in dieser Zeit auf das engste an Frankreich angeschlossen und
begleitete 1248 König Louis auf
seinem Kreuzzuge. Sobald Guillaume nicht mehr der Mutter zur Seite
stand, begann Jean von neuem den Krieg, um sich in vorläufigen
Besitz von Hennegau zu setzen, suchte und erhielt die Grafschaft von dem
inzwischen auf dem Lütticher Stuhle gefolgten Bischofe Heinrich von
Geldern zu Lehen, und erobnerte mit seines Schwagers WILHELM
Hilfe nicht bloß Hennegau, sondern verwüstete auch das Aalsterland,
das Waesland, die vier Ambachten und die Landschaften von Dendermonde und
Geersbergen. Margaretha
schloß endlich mit ihm eine Kapitulation, und zahlte ihm 60.000 Golsdstücke
für den Frieden und für die Anerkennung von Cambray, vom Cambresis
und der Landschaft von L'Alleue bei Flandern. Um endlich den Makel unehelicher
Geburt ganz von sich abzuwenden, ließen die Brüder D'AVESNES
durch eine päpstliche Kommission entscheiden, welche im Jahre 1249
den Ausspruch tat, daß sie als ehelich geboren zu achten seien, da
ihre Mutter die Ehe ohne Kenntnisse des geistlichen Charakters ihres Vaters
geschlossen hätte.
Schon bald nach dem Antritt der
Regierung in Flandern durch Margarethen
hatten sich deren zweiter Sohn,
Gui de Dampierre, mit Mathildis
verheiratet,
der Tochter des Vogtes von Arras, Robert von Bethune und Dendermonde. Kurz
vor seiner Abreise nach dem Heiligen Lande heiratete auch Guillaume
de Dampierre Beatrix von Brabant; auf dem Kreuzzug hatte er das Unglück,
in Ägypten gefangenommen zu werden, und kaum war er 1251 zurückgekehrt,
als er an einer Krankheit, von der er schon unterwegs befallen war, starb
[Oudegherst fol. 188. Anders erzählen Meyer fol. 76 und Delewarde
p.7.: Guillaume sei zu Traisegnies auf einem Turnier geworfen und
von den Rossen zertreten worden.].
Nov. 1247
oo 2. Beatrix von Brabant, Tochter des Herzogs
Heinrich II.
x um
1225-11.11.1288