Die Sire Dampierre-sur-l-Aube, 1196-1249 Sires de Bourbon

STAMMTAFEL im Anhang Band IX des Lexikons des Mittelalters
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Seite 487
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DAMPIERRE
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Französische Adelsfamilie aus der Champagne, benannt nach ihrer Burg Dampierre im Nordosten von Troyes (dep. Aube), stammt jedoch aus Moelain-en-Perthois (dep. Marne) und besaß auch die Herrschaften St-Just und St-Didier (dep. Hte-Marne).

Stammvater war Walter (Gautier) von Moelain (1049-1075). Durch die Heirat seines Sohnes Theobald (Tedbald, Thibaud) (+ 1107) mit Isabella von Monthlery erwarben die DAMPIERRE einen Anteil (abvocatia) an der Kastellanei von Troyes, auf den Wilhelm II. 1120 jedoch Verzicht leistete. Seit Wilhelm I. (Guillaume) (+ 1172) führten die DAMPIERRE den Titel eines Connetable von Champagne, der ihnen Ansehen verlieh, so dass die Familie in Heiratsverbindungen mit dem höchsten Adel Frankreichs (Haus BOURBON, Grafenhaus FLANDERN) eintreten konnten. Dadurch blieben die Hausgüter nahezu ungeschmälert stets in den Händen der jüngeren Kinder, bis sie schließlich nach dem Tod Wilhelms V. (+ 1309) an den Gatten der Margarete von Dampierre, Walter IV. von Chatillon, fielen. Das Haus DAMPIERRE verdankt seinen Ruhm der Reihe der Grafen von Flandern, die es zwischen 1246 und 1384 stellte. 1223 heiratete Wilhelm II. von Dampierre (+ 1231) Margarete (Marguerite) von Konstantinopel, die spätere Gräfin von Flandern und Hennegau (1244-1278). Während der zweite Sohn, Johann (Jean) von Dampierre, die ursprünglichen Familiengüter erhielt, führten seine Brüder Wilhelm III. (1246-1251) und Guido (Gui) III. (1251/78-1290) den Titel eines Grafen von Flandern. Wilhelm III. musste seine Ansprüche vor allem gegen die Prätentionen von Johann und Balduin von Avesnes verteidigen, die Kinder aus der ersten, 1215 vom Papst annullierten, aber faktisch erst 1221 aufgegebenen Ehe Margaretes von Konstantinopel. Obwohl Ludwig IX., König von Frankreich, 1246 in einem Schiedsspruch die Nachfolge in der Grafschaft Flandern dem Haus DAMPIERRE und in der Grafschaft Hennegau dem Haus AVESNES zusprach, entspann sich ein Erbfolgestreit, der unter Beteiligung weiterer Fürsten aus dem Bereich der Niederlande - bis ins 14. Jh. andauern sollte. Erst nach dem Thronverzicht seiner Mutter im Jahre 1278 konnte Guido als erster DAMPIERRE die vollen gräflichen Rechte in Flandern ausüben. Guido von Dampierre (1251/78-1299), Robert von Bethune (1299-1322), Ludwig II. von Nevers (1322-1346) und Ludwig von Male (1346-1384) folgten aufeinander als Grafen. Ihre Regierungen waren gekennzeichnet durch einen latenten Kriegszustand zwischen Frankreich und England, eine autoritäre Politik der französischen Könige gegenüber ihren flämischen Vasallen, die wachsende wirtschaftliche und soziale Krise in W-Europa und die Zentralisierungsbestrebungen der Grafen, die bald mit den auf Autonomie bedachten flämischen Städten in Konflikt gerieten. Die 1369 erfolgte Hochzeit Margaretes von Male mit Philipp dem Kühnen, Herzog von Burgund aus dem Hause VALOIS, sollte 1384 eine neue Dynastie an die Macht bringen.



 
 
 
 
 
 
 


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