Jüngerer Sohn des Seigneur Joscelin I. von Courtenay
aus seiner 2. Ehe mit der Elisabeth von Monthlery, Tochter von Graf
Burchard
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 637
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Josselin (Joscelinus) I., Graf von Edessa (1119-1131)
aus dem Hause COURTENAY
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+ 1131
1. oo Beatrix von Partzapart (Kilik. Armenien)
2. oo Maria von Hauteville, Schwester Rogers von Salerno
Josselin I., ein Sohn des Josselin von Courtenay
und
der Elisabeth von Montlhery, war über seine Mutter mit zehn
der frühen Kreuzfahrer eng verwandt, unter ihnen sein Vetter
Balduin
von Le Borcq, seit 1100 Graf von Edessa. Josselin I. zog
mit der dritten Kreuzfahrerwelle (1100-1101) in den Osten und wurde vom
Grafen
Balduin mit großen Besitzungen an den westlichen Marken
von Edessa, um die
Burg Tilbesar (Turbessel), belehnt. Seine aggressive,
gegen die Muslime, aber auch gegen das benachbarte christliche Fürstentum
Antiochia gerichtete Politik führte zu raschem Machtzuwachs, was den
besorgten
Grafen Balduin zu Gegenmaßnahmen,
1113 gar zur Vertreibung Josselins veranlaßte. Josselin
I. ging nach Jerusalem und empfing von
König
Balduin I. das Fürstentum Galiläa. Nach dem
Tod des Königs (1118) betrieb Josselin I. als einer der großen
Lehnsträger des Königreiches Jerusalem, gegen die Anhänger
von Eustachius von Boulogne, erfolgreich die Königswahl Balduins
von Le Bourcq (Balduin II.), der seinen Vetter als Gegenleistung
mit der Grafschaft Edessa belehnte. Josselin I., der 1122-1123
in muslimischer Gefangenschaft war, setzte danach seine angriffslustige
Politik gegen die Muslime wie gegen Antiochia fort. Bei den einheimischen
Christen recht beliebt, starb der Graf, wie er gelebt hatte: Als Anführer
eines Kriegszugs schwerverwundet, feuerte er bis zuletzt von der Sänfte
aus seine Leute zum Kampf an.
Joscelin I. de Courtenay machte 1096 den 1. Kreuzzug mit, wurde Fürst von Galiläa, 1112-1118 Fürst von Tiberias und 1118 Graf von Edessa. Er folgte hier seinem Cousin Balduin II. de Rethel, der König von Jerusalem wurde. Er war formal Vasall der Fürsten von Antiochia und hatte ständig Streit um Rechte und Besitzungen mit ihnen. Er stritt daneben mit den Seldschuken in Kleinasien und dem damals bedeutendsten Gegenspieler, dem Atabeg Imad ed-Din Zenghi von Haleb und Damaskus und geriet 1123-1124 zusammen mit König Balduin II. in dessen Gefangenschaft. Er konnte abenteuerlich fliehen und führte viele Plünderungsfeldzüge durch bis Haleb und Damaskus, ohne diese Städte einnehmen zu können. Joscelin I. stand auch gegen die Kaiser von Byzanz, die auch Lehensforderungen stellten und besaß den Ruf des Schreckens bei den Mohammedanern wegen seiner Brutalität. Er starb an den Unglücksfolgen bei der Unterminierung an der Burg Haleb.
Joscelins Mutter war die Schwester von Melisende, der Mutter des Königs Balduin II. von Jerusalem.
Mayer Hans Eberhard: Seite 66-68,70,72,73,75,78,80
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"Geschichte der Kreuzzüge"
Joscelin I. von Courtenay war 1101 ins Heilige
Land gekommen und war als Herr von Turbessel der bedeutendste Vasall
des Grafen von Edessa westlich des Euphrats. Gemeinsam mit Balduin
von Bourcq unterstützte er die Offensive Bohemunds I. von
Antiochia gegen Ridwan von Aleppo. Im Kampf um Harran wurden die Franken
unweit Harran am Fluß Balih von den Moslems vernichtend geschlagen
(1104). Balduin von Bourcq und Joscelin
von Courtenay gerieten in Gefangenschaft, Tankred übernahm willig
die Regentschaft in Edessa. Zusammen mit dem Mißerfolg des Kreuzzuges
von 1101 beseitigte die Schlacht von Harran die Legende von der Unbesiegbarkeit
der Kreuzfahrer. Und da die Trennung der Seldschuken mißglückte,
war von nun an Edessa als östlichster Vorposten der Christenheit stets
bedroht. Dass die kaum gegründete Grafschaft trotzdem noch 40 Jahre
lang aushielt, lag an der Uneinigkeit des Islams.
Als Balduin von Bourcq und
Joscelin
von Courtenay 1108 wieder in Freiheit kamen, geriet Tankred sofort
mit ihnen in Streit, weil er Edessa, in dem er vier Jahre lang Regent gewesen
war und das er der Herrschaft seines Verwandten Richard von Prinzipat (1140-1108)
unterstellt hatte, nicht hergeben wollte. Im Endergebnis siegte zwar Tankred
im Bündnis mit Aleppo gegen die mit Mosul verbündeten
Balduin
und Joscelin in der Schlacht, doch behielt Balduin
die Herrschaft über Edessa.
Doch kaum war die Gefahr für den Moment gebannt,
da entzweiten sich im Jahre 1111 die Franken wieder unter sich. Balduin
von Bourcq nahm den ihm zu mächtig gewordenen Joscelin
von Courtenay gefangen und zwang ihn zur Preisgabe seiner edessenischen
Herrschaft Trubessel, worauf Joscelin in die Dienste
Balduins I. trat und die Herrschaft Tiberias in Galilaea
übernahm, die man für Tankred nicht mehr freizuhalten brauchte,
da Bohemund I. 1111 in Apulien gestorben war und Tankreds für dessen
minderjährigen Sohn weiterhin in Antiochia die Regentschaft führen
konnte.
Nach Balduins von Bourcq Thronbesteigung
erhielt er von diesem für seine Wahlhilfe die Grafschaft Edessa
zu
Lehen. Joscelin wurde 1122 im Kampf von Belek von Aleppo gefangengenommen,
dem es im April 1123 gelang, auch König Balduin
II. gefangenzunehmen. Während Joscelin in abenteuerlicher
Flucht bald entkam, konnte Balduin II.
erst im Sommer 1124 gegen Versprechungen wieder freikommen.
Joscelin, der alte Waffengefährte des Königs
(+ 21.8.1131), starb kurz nach ihm. Er war bei Aleppo schwer verwundet
worden. Als die Muslime in seine Grafschaft einfielen, mußte er die
Abwehr seinem Sohne Joscelin
II. anvertrauen, doch dieser lehnte ab, weil die Armee von Edessa
zu schwach sei. Das ergrimmte den alten Haudegen Joscelin I. so
sehr, dass er sich noch einmal aufraffte und sich in der Sänfte dem
Feind entgegentragen ließ. Dieser zerstob schon vor der Kunde seines
Kommens. Befriedigt, aber von der Mühsal erschöpft, schloß
Graf
Joscelin I. am Wegrand in seiner Sänfte die Augen zur letzten
Ruhe. Mit Balduin von Bourcq
und
Joscelin
I. von Courtenay waren die letzten beiden Kreuzzugsführer der
ersten Generation dahingegangen.
1. oo Beatrix von Armenien, Tochter des Fürsten
Theodor I.
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2. oo Maria von Salerno, Schwester Rogers von Antiochia
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Kinder:
1. Ehe
Joscelin II.
1113- 1159
2. Ehe
Stephanie Äbtissin des St. Marie Klosters
Jerusalem
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Literatur:
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Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge,
Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 66-68,70,72,73,75,78,80 - Runciman,
Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C.
Beck München 1978, Seite 350,352,354-355 378,417, 422-424,431-432,451-452,459,461,466,468-469,470-471,477,481,486-487,489-491
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