Einziger Sohn des Herzogs Odo
II. von Burgund und der Marie von Blois-Champagne, Tochter
von Graf Theobald II.
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 161
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Hugo III., Herzog von Burgund seit 1162
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+ 25. August 1192
Akkon
Sohn Odos II.
1. oo Alix von Lothringen, die Hugo um 1178 verstieß
2. oo 1183 Beatrix, Gräfin von Albon, die ihm die Dauphine in die Ehe brachte
3 Söhne:
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Odo III., Herzog von Burgund
Andreas, Fürst des Dauphine
Alexander, Ahn der Familie MONTAIGU
Hugo III. stand zunächst
unter Vormundschaft seiner Mutter Maria von Champagne, die er bald
exilierte. Er unterstützte König Ludwig
VII. in seinem Krieg gegen den Grafen von Chalon (1166), zog
dann nach Jerusalem (1171) und gründete bald nach der Rückkehr
die herzogliche Hofkapelle zu Dijon. Hugo III.
vergrößerte
die herzogliche Domäne, befestigte 1168 Chatillon-sur-Seine, scheiterte
aber bei dem Versuch einer Erwerbung der Grafschaft Langres (1178). Dijon
verlieh er das Recht einer Kommune (1183-1187). König
Philipp II. August griff gegen den Herzog persönlich in
Burgund ein (1185 Aufhebung der Belagerung von Vergy, 1186 Besetzung von
Chatillon). Wohl auf Intervention von FRIEDRICH
BARBAROSSA, dem Hugo III.
1186 das Homagium leistete, entging Hugo
den Sanktionenn von seiten des Königs und konnte Vergy zurückgewinnen.
Als Helfer Philipps II. auf dem 3.
Kreuzzug führte er die Verhandlungen mit Genua über den Schiffstransport,
hatte nach dem vorzeitigen Abzug des Königs (1191) den Oberbefehl
inne und stand im Konflikt mit Richard Löwenherz.
XIV. 368. Hugo III., Herzog von Burgund 1162
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* ca. 1148, + 1192 25. VIII.
Gemahlinnen: a) 1165 Adelheid, Tochter des Herzogs Mattheus I. von Lothringen (siehe XIII 363) oIo 1183
b) 1183 1. IX. Beatrix, Tochter Guigos VIII. Dauphins von Vienne (siehe
XIV 327)
+ 1228 16. XII.
Hugo III. stand bis 1165 unter der Regentschaft seiner tatkräftigen Mutter und wurde 1183 Dauphin von Vienne. Er unterwarf sich 1185 der französischen Krone und begründete damit ein enges Zusammengehen mit der königlichen Vetternlinie nach 150 Jahren Streit. Hugo festigte die herzogliche Macht und wurde Lehnsherr von Nevers. Als typischer Vertreter des Rittertums nahm er am 3. Kreuzzug teil, wurde 1191 Befehlshaber der französischen Truppen und geriet in einen harten Streit mit Richard I. Löwenherz.
Appleby John T.: Seite 293,294
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"Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas
Becket."
Dann marschierte der junge König etwa fünfzig
Meilen nach Süden, nach Uzerche. Dort schlossen sich ihm am 26. Mai
Graf
Hugh von Burgund und Graf Raymond von Toulouse an. Der Anschluß
dieser beiden Männer an seine Sache zeigte dem jungen König die
Möglichkeit, ganz Aquitanien und vielleicht sogar mehr zu erobern.
Sobald offenbar war, daß die Krankheit des jungen
Königs tödlich verlaufen würde, begann sein Gefolge sich
aufzulösen. Herzog Hugh von Burgund
und Graf Raymond von Toulouse, "beeilten sich, ihren eigenen Geschäften
nachzugehen".
Gillingham John: Seite 101,195,220,230,234
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"Richard Löwenherz. Eine Biographie."
Auf der Seite des jungen Königs standen Hugo,
Herzog
von Burgund, und Raimund, Graf von Toulouse.
Da Philipp der Erfolg
des Kreuzzuges sehr am Herzen lag, nahm er lediglich drei Galeeren mit
und überantwortete den Rest seines Heeres und seines Schatzes Hugo
von Burgund. Wilhelm der Bretone sagte, daß er Geld zurückließ,
um fünfhundert Ritter und tausend Fußsoldaten drei Jahre lang
zu bezahlen. Was er tatsächlich wirklich zurückließ, war
sein Anteil am Lösegld der Gefangenen von Akkon, und das war noch
nicht eingegangen. Somit mußte Richard,
um Hugo und sein Gefolge im Heer zu
halten, bis das Lösegeld eingetrieben war, dem Burgunder 5.000 Mark
leihen.
In den letzten paar Monaten hatte sich Graf
Heinrich von der Champagne eindeutig Richards
Partei angeschlossen, da er es vorzog, in Askalon zu bleiben, statt sich
mit dem Herzog Hugo von Burgund nach
Tyrus zurückzuziehen. (Dies ist möglicherweise der Grund dafür,
daß Herzog Hugo in Joinvilles
Leben des heiligen Ludwig als "kühn, aber sündhaft, unternehmend,
aber unklug" beschrieben wird, da Joinville der Erbseneschall der Champagne
war).
Einiges spricht dafür, daß Richard
im verborgenen schon auf die Verwirklichung seiner alten Idee eines Ägypten-Feldzuges
hingearbeitet hatte. Der Herzog von Burgund und das französische Kontingent
weigerten sich jedoch, mitzuwirken. Für sie hieß es Jerusalem
oder nichts. Hugo von Burgund komponierte
ein beleidigendes Lied über Richard,
und seine Truppen machten ihren Gefühlen Luft, indem sie es laut sangen;
Richard
antwortete in ähnlicher Form.
Beide Seiten waren nun völlig erschöpft. Richard
wurde
ernsthaft krank. (Gerüchten zufolge begann er, von dem Moment an zu
genesen, als er hörte, daß Hugo von
Burgund in Akkon gestorben war.)
1165
1. oo Adelheid von Lothringen, Tochter des Herzogs
Matthäus I.
- 1183um 1145/50- um 1200
1.9.1183
2. oo Beatrix von Vienne, Erbtochter des Dauphin
Guido V.
-16.12.1228
Kinder:
1. Ehe
Maria Ducissa
- nach
1219
oo Simon I. Seigneur von Semur zu Lucy
- 1219 Kreuzfahrer
in Ägypten
Odo III.
1166-6.7.1218
Alexander Herr von Montaigu
1170-6.9.1205
2. Ehe
Mathilde
um 1190-26.3. nach 1237
1214
oo Johann I. von Ivrea Pfalzgraf von Burgund
um 1190-30.9.1267
Anna
um 1192- 1242
1222
oo Amadeus IV. Graf von Savoyen
um 1197-24.6.1253
Guido VI. Andreas Dauphin von Vienne
um 1185-5.3.1237
Literatur:
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Appleby John T.: Heinrich II. König von England.
Die Zeit des Thomas Becket. Dr. Riederer-Verlag Stutgart 1962 Seite 293,294,326
- Die Staufer im Süden. Sizilien und das Reich, hg. von Theo
Kölzer, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 65,66,66 A.47,74
- Ehlers Joachim: Geschichte Frankreichs im Mittelalter. W. Kohlhammer
GmbH 1987 Seite 123 - Gillingham John: Richard Löwenherz. Eine
Biographie. Classen Verlag GmbH Düsseldorf 1981 Seite 101,104,186,195,220,230,234
- Pernoud Regine: Der Abenteurer auf dem Thron. Richard Löwenherz
König von England. Diedrichs Verlag München 1994 Seite 113,116,149,153,156,158,173,181,185,187,190,
211 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe
in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 724,811,819, 824,826,827,835-836
- Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern.
Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln
1990 Seite 352 -