Ältester Sohn des Königs
Stephan III. von Blois-England und der Mathilde
von Boulogne, Tochter von Graf Eustach III.
Jäschke Kurt-Ulrich: Seite 193,216
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"Die Anglonormannen."
Doch mochte das zunächst in den Hintergrund treten
gegenüber der günstigen dynastischen Entwicklung, die das Verhältnis
zu den KAPETINGERN nahm: König
Stephans Sohn und Erbe Eustachius von
Boulogne konnte mit König Ludwigs
des Dicken Schwester Konstanze
verlobt werden - nach ihrer Verwitwung im Jahre 1153 sollte sie 1154 den
Grafen Raimund V. von Toulouse ehelichen.
Zunächst jedoch orientierte sich
König Stephan an den Mitkönigserhebungen in Frankreich
seit dem 10. Jahrhundert, um auch seinem Sohn Eustachius
IV. von Boulogne die Nachfolge zu sichern - ein naheliegender
Wunsch, da König Stephan kaum
später als 1100 geboren war. Trotz dem Verbot der Mitkönigskrönung
durch Papst Eugen III. erwirkte König Stephan
auf
dem Reichshoftag zu Ostern 1152 die Zustimmung der Barone und eine Woche
später sogar deren Lehnshuldigung; der erneuten Forderung, die Krönung
zu vollziehen, mußte sich Erzbischof Theobald jetzt durc die Flucht
nach Frankreich entziehen. Die wiederholten Invasionvorbereitungen
Heinrich
Plantagenets in der Normandie seit 1151 wurden überschattet
durch den Tod von Stephans Gattin Mathilde
am 3. Mai 1152, und als sollte sich die Lage des Königshauses der
Zeit Heinrichs I. wiederholen, starb
während der angevinischen Invasion am 10. August 1153 Stephans
Sohn und Erbe Eustachius.
Appleby John T.: Seite 29-31,36-40
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"Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas
Becket."
Stephen hatte seinen
Sohn Eustace, der sich zu diesem Zeitpunkt
in London aufhielt, davor gewarnt, daß Heinrich
sich wahrscheinlich nach Westen wenden würde. Eustace
machte sich auf, um ihn gefangenzunehmen. Er legte Heinrich
in der Nähe von Bristol einen Hinterhalt, aber dieser entkam mitten
in der Nacht. Während sie dabei waren alles, was an ihrem Weg, zu
plündern, erfuhren sie, daß Eustace
in ihrer Abwesenheit Devizes angriff. Sie eilten der Garnision zu Hilfe
und kamen dort an, als Eustace gerade
die Vorwerke der Burg erobert hatte und im Begriff war, die umliegenden
Gebäude zu brandschatzen. Heinrich
und seine Begleiter schlugen die Angreifer in die Flucht.
Eustace kam aus England
seinem Schwager zu Hilfe und Ludwig unternahm
mit ihm einige Einfälle in die Norandie.
König Stephens
Sohn Eustace war durch Heinrichs
großen Gewinn an Macht und Prestige und die daraus resultierende
Bedrohung der Krone seines Vaters und seines eigenen Erbes, von ernster
Sorge erfüllt. Er begab sich nach Frankreich und bat seinen Schwager,
König
Ludwig, drigend, die nötigen Schritte zu untzernehemn,
um seinen Vasallen in seine Grenzen zu weisen. Im Spätsommer des Jahres
1152 schloß Ludwig ein Bündnis,
dem auch Eustace
und Heinrichs
Bruder Geoffrey angehörten. Ende
des Jahres 1152 hatte Heinrich
seinen
Bruder so gründlich besiegt und die Normandie so geschickt gegen Ludwig
verteidigt, daß die Verbündeten bereitwillig einem Waffenstillstand
zustimmten.
König Stephan
und Eustace, der, nachdem
Ludwig den Waffenstillstand mit Heinrich
geschlossen hatte, nach England zurückgekehrt war, beeielten sich,
sich ihm entgegenzustellen. Heinrich,
der den Wind im Rücken hatte, blieb als unbestrittener Herr des Schlachtfeldes
zurück, die Festung Malmesbury ergab sich und Stephen
und Eustace zogen sich nach London
zurück.
Eustace war durch
das kleinmütige Verhalten seines Vaters so verärgert, daß
er sich zornbebend nach Suffolk begab. Als er ins Kloster des hl. Edmund
(in Bury St. Edmund) kam, wurde er dort ehrenvoll empfangen und reichlich
bewirtet; als ihm aber das Geld, das er verlangte, um seine Anhänger
zu bezahlen, verweigert wurde, ging er wütend davon. Am achten Tag
nach St. Laurentius befahl er die Plünderung allen umliegenden Landes
und insbesondere der Ernten von St. Edmunds und bestimmte, daß alle
Beute auf eine seiner neheliegenden Burgen gebracht werde. Aber als er
sich zu Tisch setzte, um zu essen - so liest man in zeitgenössischen
Schriften -, verfiel er schon beim ersten Bissen in entsetztlichen Wahnsinn
und mußte wegen der Arroganz, mit der er die Märtyrer behandelt
hatte, schreckliche Todesqualen erleiden.
Am gleichen Tag, an dem Eustace
starb, nämlich am 17. August 1153, schenkte Eleanor
von Aquitanien ihrem ersten Sohn das Leben.
Ehlers Joachim: Seite 115,121
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"Die Kapetinger."
Damals suchte Stephan die
Anerkennung für seine Herrschaft auch über das Herzogtum durch
den französischen König und ließ deshalb seinen Sohn Eustachius,
den potentiellen englischen Thronfolger, Ludwig
VII. für die Normandie huldigen. 1140 war auch das Jahr
der Hochzeit des englischen Kronprinzen mit Ludwigs
VII. Schwester Constanze.
Gottfried selbst
brauchte alle Kräfte für die Unterstützung seiner Gemahlin
Mathilde
bei ihrem Kampf gegen König Stephan
und überließ deshalb seinem damals sechzehnjährigen
Sohn Heinrich die Normandie, damit
er das Herzogtum gegen Angriffe Ludwigs VII. und
dessen Schwagers Eustachius von Blois,
Graf
von Boulogne, sichere.
1140
oo 1. Konstanze von Frankreich, Tochter des Königs
Ludwig VI.
um 1124- 1176
Literatur:
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Appleby John T.: Heinrich II. König von England.
Die Zeit des Thomas Becket. Dr. Riederer-Verlag Stutggart 1962 Seite 29-31,36-40,
67 - Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart
Berlin Köln 2000 Seite 115,121 - Ehlers Joachim/Müller
Heribert/ Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige
des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München
1996 Seite 147 - Jäschke Kurt-Ulrich: Die Anglonormannen. Verlag
W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln Mainz 1981 Seite 193,203,204,212,
216 -