Einzige Tochter und Erbin des Grafen
Eustach III. von Boulogne und der Maria
von Schottland, Tochter von König
Malcolm III.
Brandenburg Erich: Tafel 27 Seite 54
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"Die Nachkommen Karls des Großen"
XII. 236. MATHILDE
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* ..., + 1152 3. V.
Gemahl: ca. 1120 Stephan von Blois, König von England
(siehe XII 26)
+ 1154 25.X.
Appleby John T.: Seite 20,22,23,40
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"Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas
Becket."
Heinrich hatte
ihm sowohl in England als auch in der Normandie reichlich Land gegeben
und hatte für ihn eine sehr günstige Ehe mit Matilda,
der einzigen Tochter und Erbin des Grafen Eustace von Boulogne arrangiert,
dessen Titel und Besitzungen er dann auch geerbt hatte.
Stephens Gemahlin
sammelte unterdessen in Kent eine Armee, die ständigen Zustrom aus
den Reihen derjenigen Männer enthielt, die die Kaiserin einfach nicht
länger ertragen konnten. Sie entsandte eine Abordnung, die für
ihren gefangenen Mann bitten sollte, von der Kaiserin aber mit Beleidigungen
abgespeist wurde. Daraufhin ließ die Königin ihre Armee nach
London marschieren. Hocherfreut vom Anblick dieser Streitmacht und bis
aufs Blut gereizt durch die zunverschämten Forderungen der Kaiserin
erhob sich die Bevölkerung und warf Matilda
mit allen ihren Anhängern aus der Stadt hinaus.
Matilda und Graf
Robert begaben sich deshalb nach Winchester und belagerten die
bischöfliche Burg. Kaum waren sie dort angekommen, kaum hatten sie
die Burg blockiert und sich für die Belagerung festgesetzt, als Stephens
Gemahlin mit einem Heer ankam, dem allein tausend Londoner angehörten,
und die Belagerer einschloß. Bei einem Gewaltmarsch der Truppen der
Kaiserin geriet Graf Robert in Gefangenschaft,
die Armee wurde völlig zerschlagen. Die Gemahlin Stephens
hatte
nunmehr einen Gefangenen, der nicht viel weniger wert war als der König.
Die Verhandlungen zogen sich über mehr als einen Monat hin; endlich
wurden König Stephen und Graf
Robert unter gleichen Bedingungen ausgetauscht.
Stephens Gemahlin
war im vorangegangenen Jahr gestorben, und der Tod seines Sohnes Eustace
(+ 17. August 1153) hatte den König sehr betrübt,
seinen Kampfgeist gebrochen und ihn ängstlich darauf bedacht gemacht,
jeden weiteren Konflikt zu vermeiden.
Jäschke Kurt-Ulrich: Seite 164,186,189,197,199,209,216
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"Die Anglonormannen."
Als besonderer Günstling darf der Königs-Neffe
Stephan
gelten, Sohn von Heinrichs I. Schwester
Adele
und Graf Stephans von Blois: Die Übertragung von verwirkten Kronlehen
wie Eye und Lancaster in England und Mortain in der Normandie um 1115 sowie
eines Teils der Belleme-Herrschaften 1118 ebnete den Weg für die glänzende
Ehe mit Mathilde, Tochter Graf Eustachius'
III. von Boulogne, der 1125 Mönch wurde. Zu diesen unmittelbar
nutzbaren Herrschaften kam die Tatsache, daß
Mathilde
Enkelin
Malcolms III. Großkopf
und der
heiligen Margarete war, also eine Nichte
der anglonormannischen Königin.
Stephans
Griff
nach der anglonormannischen Krone mit dem Ableben Heinrichs
I. wird damit verständlich.
An führenden Mitarbeitern wäre an erster Stelle
Stephans
mutige und zuverlässige Gattin Mathilde von
Boulogne zu nennen, die er 1125 geehelicht hatte. Sie hatte
ihm 5 Kinder geboren, von denen ein Sohn namens Balduin
und eine Tochter namens Mathilde aber
noch vor 1138 starben.
König Stephan
beauftragte seine Gattin Mathilde mit
der Belagerung von Dover, und sie konnte sich dort tatsächlich gegen
Roberts
Burggrafen
Walchelin Maminot durchsetzen; auch Wareham kapitulierte.
Königin Mathilde erlangte
währenddessen in London vom dortigen Justitiar Gervasius von Cornhill
eine größere Geldsumme, für die sie Eigengut in Cambridgeshire
verpfändete, und kaufte die Unterstützung Gottfrieds von Mandeville
zurück. Schließlich gewann sie bei einem Zusammentreffen zu
Guildford in Surrey den Legaten Heinrich von Winchester wieder für
die Sache seines Bruders.
Die Festkrönung des Königspaares durch Erzbischof
Theobald am Weihnachtstag 1141 demonstrierte dann zu Westminster das wiedergewonnene
Einvernehmen.
Es überrascht somit kaum, daß vor allem Adlige
als Gründer neuer Zisterzienserklöster auftraten, während
König
Stephan und seine Gattin
Mathilde gemäß
früherem Engagemant unter den modernen Konventen unmißverständlich
die Savignieser bevorzugten: Am 27. April 1136 bestätigte der König
deren Mutterhaus die bisherige Benediktinerabtei Buckfast in Devon, und
am 3. August 1140 gründete er gemeinsam mit seiner Gattin Mathilde
die Marien-Abtei Coggeshall in Essex als Savignieser Reformkloster.
Die wiederholten Invasionsvorbereitungen Heinrich
Plantagents in der Normandie seit 1151 wurden überschattet
durch den Tod von Stephans Gattin Mathilde
am 3. Mai 1152, und als sollte sich die Lage des Königshauses
der Zeit Heinrichs I. wiederholen,
starb während der angevinischen Invasion
am 10. August 1153 Stephans Sohn und
Erbe Eustachius.
1120
oo Stephan III. Graf von Blois
vor 1102-25.10.1154
Kinder:
Eustach IV. Graf von Boulogne
um 1122-10.8.1153
Marie Erbin von Boulogne
um 1125- 1180/82
1169/70
oo Matthäus Graf von Boulogne-sur-Mer
-25.7.1173
Wilhelm Langschwert Graf von Boulogne und
Mortain
um 1124- 10.1159
Graf von Surrey-Varennes
Toulouse Lord Norwich und Pevensey
Literatur:
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Appleby John T.: Heinrich II. König von England.
Die Zeit des Thomas Becket. Dr. Riederer-Verlag Stutggart 1962 Seite20,22,23,40
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Jäschke Kurt-Ulrich: Die Anglonormannen.
Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln Mainz 1981 Seite 164,181,186,189,197,199,
209,216 - Meysels Lucian O.: Frauen um Englands Thron. Eine seriöse
Skandalchronik. Edition Tau & Tau Druck-, Verlags- und Handelsgesellschaft
mbH Dad Sauerbrunn 1993 Seite 15-18 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters
in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 201,203,205
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