Sohn des Grafen
Hubaldus von Bologna
Hlawitschka, Eduard: Seite 156
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"Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien
(774-962)"
BONIFACIUS
der Graf von Bologna [A. Hessel,
Geschichte der Stadt Bologna Seite 39ff. hält ihn für einen Grafen
von Bologna, da einige von seinen Nachkommen Grafen von Bologna waren und
da verschiedene Bologneser Emphyteusis-Urkunden der Zeit von 958 bis 1133
die Klausel erhalten:
habendeum, tenendum et possidendum ... exepto
heredibus quondam Bonifacii et illorum servis. (Vgl. zum Beispiel Cencetti,
Le carte Bolognesi Seite 65, nr. 16 und Seite 80, nr. 23). Man beachte
aber auch das unten angegebene Diplom
OTTOS
I. nr. 249.] (oder Modena) und spätere
Markgraf von Spoleto, ist in der Geschichte Oberitaliens in der 1. Hälfte
des 10. Jahrhunderts deshalb von einem besonderen Interesse, weil er recht
enge Beziehungen zu Burgund unterhielt. Noch vor den 20-er Jahren des 10.
Jahrhunderts hatte er Waldrada,
die Schwester König Rudolfs II. von
Hoch-Burgund, geheiratet. - Als die Großen
Italiens gegen BERENGAR
rebellierten und Rudolf
einluden, aus Burgund nach Italien zu kommen, scheint er beteiligt gewesen
zu sein. Liudprand erwähnt von ihm - unter besonderem Hinweis auf
seine Familienbeziehungen - ausdrücklich, daß er den Kampf zwischen
BERENGAR
und Rudolf II.
bei Fiorenzuola (17. Juli 923) durch seinen Einsatz zu Rudolfs
Gunsten entschied. Als das Schlachtglück sich Kaiser
BERENGAR zuzuneigen begann, sei er mit
dem Grafen Gariard und einer Gruppe in Reserve gehaltener Krieger aus dem
Hinterhalt hervorgetreten und habe dadurch bei seinen Gegnern Verwirrung
gestiftet und Rudolf
den Sieg eingebracht [Bonifaz
hatte schon vor der Schlacht bei Fiorenzuola Waldrada
geheiratet, denn Liudprand sieht in den Familienbeziehungen die Begründung
für das Eingreifen des Bonifaz
in die Schlacht.]. Zwei Urkunden vom Oktober und November 924 zeigen ihn
dann auch als Fürbitter beim neuen König. Wenn er dabei inclitus
oder strenuissimus marchio genannt wird, so scheint das daher zu
kommen, daß er zu dieser Zeit Graf in dem an das Kirchenstaatsgebiet
angrenzenden Gebiet von Bologna-Modena, also auch eine Art Grenzgraf war.
Eine - allerdings verfälschte - Urkunde mit dem Datum des 7. Mai 936
zeigt nämlich den Bonifatius comes
filius bone memorie domini Ubaldi
comitis bei einem Gütertausch mit dem Abt Ingelbert von
Nonantola im Gebiet von Modena und Bologna reich begütert. Und auch
ein Diplom OTTOS I.,
mit dem dieser dem Presbyter Erolf von der Kirche von Arezzo
curtem
iuris regni nostri, Antognano (= Antoniano) nuncupatum, situm in
loco Saltospano, coniacentem in comitatu Modonense in plebe sancti Uincentii
territorio Bononiensis et Ferrariensis, verleiht, sicut Bonefacius
dux et marchio ad suam manum tenuit, verweist auf dieses Gebiet.
In der Zeit zwischen Juli und November 945 erhielt Bonifaz,
wie sich aus zwei Farfenser Urkunden ergibt, außerdem die Herrschaft
über Spoleto und Camerino. Auch Liudprand erwähnt ihn in der
Antapodosis für seine eigene Zeit, also für etwa Ende der 40-er
und Anfang der 50-er Jahre, als marchio Camerinorum et Spoeltinorum. Doch
ist über seine dortige Tätigkeit nichts Näheres bekannt.
In der 2. Jahreshälfte 953 scheint er verstorben zu sein, da
im August 955 das zweite und im Dezember 956 bereits das vierte Herrschaftsjahr
seines Sohnes und Nachfolgers Teubaldus in Spoleto gezählt wird.
Markgraf Bonifaz war,
wie schon aus dem Zitat der Urkunde aus Nonantola ersichtlich wurde und
wie auch Liudprand bezeugt, der Sohn des Grafen Hucbald. Als seine
und seiner Gemahlin Waldrada Kinder
kennt man eine in den Florentiner Urkunden häufig genannte
Gräfin
Willa, die mit dem Markgrafen Hubert von
Tuszien vermählt war, den schon genannten Grafen Teubaldus
von Spoleto, einen Grafen
Adelbert (von Bologna) und den Bischof Everardus von Arezzo. Durch
das Rechtsbekenntnis dieser Kinder läßt sich auch die Stammeszugehörigkeit
des Bonifaz ermitteln. Bischof Everard
von Arezzo bekennt sich ausdrücklich: qui professo sum ex natione
mea lege vivere Ribuariorum; Graf
Adelbert lebte ebenfalls nach ripuarischem Recht; und die Gräfin
Willa nannte sich nach dem Tode ihres Gatten als lege vivente
salica, was allerdings eine Nachwirkung des salfränkischen Rechtsbekenntnisses
ihres Gatten Hubert gewesen sein dürfte. Die fränkische Abkunft
dieser Familie ist damit jedenfalls gesichert.
921/23
oo Waldrada von Burgund, Tochter von König
Rudolf I.
-
Kinder:
Willa
- nach 978
oo Hubert von Arles Markgraf von Tuszien
920/25-
967/70
Everardus Bischof von Arezzo
-
Adalbert I. Graf von Bologna
- um 1011
Theubaldus Markgraf von Spoleto
- 957/61
Theubaldus stiftete das Haus der Grafen Contalberti.
Literatur:
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Hlawitschka, Eduard: Franken, Alemannen, Bayern
und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen zur Oberrheinischen
Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg im Breisgau
1960 Seite 64,83,92,103,128,156-158,184,199,202,206,217, 285 -