Jüngerer Sohn des Grafen
Balduins I. von Hennegau (Balduin VI. von Flandern) und der Richilde
von Mons-Valenciennes, Tochter von Graf Renier
Brandenburg Erich: Tafel 20 Seite 40
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"Die Nachkommen Karls des Großen"
XI. 102. BALDUIN II., Graf von Hennegau 1071
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* ca. 1056, + 1098 nach 8. VI. auf dem Kreuzzug.
Gemahlin: 1084 Ida, Tochter des Herzogs Heinrich II. von
Brabant (siehe XI. 143)
+ nach 1107.
Anmerkungen: Seite 138
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XI. 102. Balduin II.
Gislebert von Mons, cap. 26, ed. Vanderkindere Seite 45;
Knetsch 19..
Leo Heinrich Dr.: Seite 132-133
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"Zwölf Bücher niederländischer Geschichten"
Wir knüpfen die besondere Geschichte Hennegaus wieder
bei dem Frieden an, welchen im Jahre 1085 Balduin II. von Hennegau mit
seinem Onkel Robert von Flandern schloß. Richilde überlebte
diesen Frieden nicht lange; sie brachte ihre letzten Jahre mit Werken der
Gottesfurcht und Mildtätigkeit zu und starb am 15. März 1086.
Der Gräfin Richilde wird eine ähnliche Einrichtung, wie
die der zwölf Pairs von Flandern in Hennegau zugeschrieben, und möglich
ist allerdings, daß der glänzendere flämische, nach dem
Muster des französischen eingerichtete Hofstaat sie bewog, sich auch,
nachdem sie Flandern hatte aufgeben müssen, in ähnlicher Weise
zu umgeben und einen Kämmerer, Schenken, Truchsessen, üerhaupt
glänzende Hofämter nebest dem Collegium der 12 Pairs in Hennegau
einzuführen.
Außer seiner Teilnahme bei Schenkungen zu Gunsten
heiliger Stiftungen, in welche sich Hennegau zum größten Teil
auflöste, wird von Balduins II. Regierung nichts gemeldet,
bis auf sein Anschließen an die Fürsten des ersten Kreuzzuges.
Um den Kreuzzuge auf eine würdige Weise beiwohnen zu können,
verkaufte er dem Bischof von Lüttich seine Burg Couin nebst
Pertinentien für 50 Mark Silbers und 1 Livr. Gold [Es waren aber noch
andere Bedingungen des Kaufes, die ungleich mehr wert waren, als das Kaufgeld,
denn der Bischof von Lüttich mußte sich anheischig machen, zweien
der Söhne Balduins Kanonikate vom Stift St. Lambert in Lüttich
zu geben, und dem älteren von diesen beiden außerdem Pfründen
bei allen anderen Kirchen von Lüttich, nebst dem Amte des Treßlers
der Stiftskirche, sobald der Treßler sterben würde. Nach dem
Tode des älteren ward dem jüngeren die Sukzession in alle seine
Pfründen und in das Treßleramt zugesagt.], und teilte dann alle
Schicksale des Kreuzheeres, bis er Hugo den Großen,
den Bruder des Königs von Frankreich, auf dessen Gesandtschaft nach
Konstantinopel begleitete, im Jahre 1098, und unterwegs bei Nicea
den Tod fand.
Er hinterließ von seiner Gemahlin, Ida
von Löwen, vier Söhne, deren ältester Balduin
III. ihm in der Grafschaft folgte und Yolande,
die Tochter des Grafen von Geldern, heiratete.
Der zweite, Arnulph, heiratete die Erb-Tochter Walters,
des Herrn von Roeux, und erwarb seinen Nachkommen diese Herrschaft.
Der dritte Sohn, Ludwig, der später als Kanonikus
von Lüttich den Namen Simon geführt zu haben scheint, hatte,
da er Geistlicher war, keine Nachkommen, und eben so wenig der vierte,
Heinrich, welcher jung starb, und außerdem wohl auch Kanonikus zu
St. Lantbert in Lüttich geworden wäre.
1084
oo Ida von Löwen, Tochter des Grafen Heinrich
II.
- nach 1107
9 Kinder:
Balduin III.
um 1087- 1120
Arnulf
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oo Beatrix von Ath, Erb-Tochter des Seigneur Walther
-
Simon Kanoniker
-
Ida
um 1085- nach 1101
oo Thomas I. Graf von Coucy
- 1131 gefallen
Alix
-
oo Nikolaus II. Graf de Florennes
-
Richilde
-
um 1112
oo Amalrich III. von Montfort Graf von d'Evreux
- 1136/37
Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen
Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 20 Seite 40 -
Douglas
David C.: Wilhelm der Eroberer Herzog der Normandie. Diederichs Verlag
München 1994 Seite 228 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher
niederländischer Geschichten, Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite
132-133 -