Jüngere Tochter des Grafen Wilhelm II. von Burgund
und der
Stefanie von Longwy, Tochter von Graf Adalbert-Albrecht
Lexikon des Mittelalters: Band II Seite 2151
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Clementia, Gräfin von Flandern
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Geburtsdatum unbekannt, + vor Juli 1133
Tochter Wilhelms II., Grafen von Burgund, und Schwester von Guido, Erzbischof von Vienne (seit 1119 Papst Calixt II.)
um 1090
1. oo Robert II. Graf von Flandern
- 1111
nach 1121
2. oo Gottfried I. Herzog von Brabant
Clementia war Regentin
von Flandern während des 1. Kreuzzuges (1096-1100), sie war die
eigentliche Wegbereiterin der gregorianischen Reform in Flandern und spielte
eine Rolle bei der Wahl des Reformanhängers Johannes von Warneton
für das Bistum Therouanne (1099) und bei der Einführung der cluniazensischen
Regel in den Klöstern St-Bertin und Bergues-St-Winnoc. Clementia
war in den ersten Regierungsjahren ihres Sohnes Balduin
VII. aktiv an der Herrschaft beteiligt. Nach dessen Tod unterstützte
sie die Ansprüche Wilhelms
von Ypern gegen Karl
den Guten, den Balduin VII. zum Nachfolger designiert hatte.
Die Fürstin besaß als Witwengut ein Drittel von Flandern.
XI. 99. CLEMENTIA
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* ca. 1070, + kurz nach 1133.
Gemahl: a) ca. 1090 Robert II., Graf von Flandern (siehe
XI. 113)
+ 1111 5. X..
b) nach 1121 Gottfried I. Herzog von Brabant (siehe XI 141)
+ 1139 25. I.
Anmerkungen: Seite 138
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XI. 99. Clementia.
Vanderkindere I, 302; Knetsch 18.
Zudem drohte die Streitsache sich noch durch die eingetretene
flämische Nachfolgeregelung zu verschärfen, indem Clementia,
die Mutter des im Juni 1119 verstorbenen Grafen Balduin VII. die
Nachfolge von dessen Vetter Karl zu
verhindern suchte und dafür durch eine Eheschließung mit
Herzog
Gottfried
dessen Hilfe gewinnen wollte, was ihm andererseits letzten
Endes wegen seiner Bindungen im Lütticher Streit nicht möglich
war.
Herzog Gottfried trat im Jahre 1121 in eine besondere
politische Verbindung, indem seine Tochter Adelheid
den englischen König Heinrich I.
heiratete. Nieder-Lothringen wurde damit in das System der englischen Kontinentalpolitik
einbezogen. Dadurch entstanden anscheinend gewisse Spannungen zwischen
Gottfried
und
dem Grafen Karl von Flandern, doch
waren vermutlich Unstimmigkeiten bereits seit der Eheschließung des
Herzogs mit Clementia, der Mutter desGrafen
Balduin VII. von Flandern vorhanden, die ja die NachfolgeKarlszu
hindern gesucht und dafür die Ansprüche Wilhelms von Ypern
begünstigt hatte, eines außerehelichen Sohnes des Bruders
ihres verstorbenen Gemahls Robert
II. Die Zielsetzung dieser Eheschließung konnte nicht verwirklicht
werden. Gottfried
war es wegen seiner Bindung in den Lütticher
Angelegenheiten nicht möglich,
Clementia
zu helfen und umgekehrt wurden seine Hoffnungen auf einen bedeutenden Machtzuwachs
durch die Besitzungen seiner neuen Gemahlin nicht erfüllt. Er musste
es sogar zulassen, dass Karl, nachdem
er seine Nachfolge in Flandern durchgesetzt hatte,
Clementia
zwang, ihm 12 von ihr besetzt gehaltene Ortschaften auszuliefern. Die neue
Einbeziehung
Gottfrieds
in das englische politische System hat dann
die Spannungen weiter bestehen lassen, die durch die Neigung des Grafen
Karl zur französischen Seite entsprechend gewährt
wurden.
Während der Abwesenheit ihres Gatten auf dem 1. Kreuzzug war Clementia von Burgund die Regentin der Grafschaft Flandern.
Leo Heinrich: Seite 36-37
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"Zwölf Bücher niederländischer Geschichten"
Balduin hatte vor seinem Tode den Sohn seiner Vaterschwester
Adelavon
Knut
von Dänemark,
Karl den Guten,
zu seinem Universalerben eingesetzt; allein seine Mutter begünstigte
einen unehelichen Neffen, einen Enkel Roberts des Friesen, Wilhelm,
genannt von Ypern, den Herrn von Loo. Sie gewann für ihren Plan, außer
dem Herzog Gottfried dem Bärtigen von Nieder-Lothringen, ihren
neuen Gemahl, auch die Grafen Balduin von Hennegau, Hugo von St. Pol, Eustachius
von Boulogne, Gautier (Walter) von Hesdin, den Vogt Eustachius von Therouenne
und andere, überfiel Oudenaerde, was für Karl
war, brannte die Stadt nieder und ließ mehrere angesehene
Einwohner ermorden.
Karl
sammelte,
durch dieses Benehmen bewogen, einen Heerhaufen in St. Omer. St. Pol wurde
eingenommen und dem Erdboden gleichgemacht, die Gräben wurden gefüllt;
Gautier von Hesdin wurde von Land und Leuten vertrieben, seine Grafschaft
der Domäne einverleibt, und Clementia
mußte von den 12
Herrschaften, die ihr in Flandern als Wittum angewiesen waren, die 4 bedeutendsten
bei dem Frieden, um welchen sie bat, zum Opfer bringen: Dixmuyde, Bergues,
Aire und St. Venant.
1090
1. oo Robert II. Graf von Flandern
1065-5.10.1111
1121
2. oo Gottfried I. Herzog von Brabant
x
-25.1.1139
Kinder:
1. Ehe
Wilhelm
- nach 1096
Balduin VII. mit dem Beil
um 1095-17.1.1119
Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen
Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 19 Seite 38 -
Leo
Heinrich: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten, Eduard
Anton Verlag Halle 1832 Seite 36-37 - Mohr Walter: Geschichte des
Herzogtums Lothringen. Geschichte des Herzogtums Groß-Lothringen
(900-1048) Verlag "Die Mitte" Saarbrücken 1974 Band II Seite 79,80
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