Clementia von Burgund                              Gräfin von Flandern
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um 1070/75-   1133
 

Jüngere Tochter des Grafen Wilhelm II. von Burgund und der Stefanie von Longwy, Tochter von Graf Adalbert-Albrecht
 

Lexikon des Mittelalters: Band II Seite 2151
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Clementia, Gräfin von Flandern
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Geburtsdatum unbekannt, + vor Juli 1133

Tochter Wilhelms II., Grafen von Burgund, und Schwester von Guido, Erzbischof von Vienne (seit 1119 Papst Calixt II.)

 um 1090
  1. oo Robert II. Graf von Flandern
                 -   1111

 nach 1121
  2. oo Gottfried I. Herzog von Brabant

Clementia war Regentin von Flandern während des 1. Kreuzzuges (1096-1100), sie war die eigentliche Wegbereiterin der gregorianischen Reform in Flandern und spielte eine Rolle bei der Wahl des Reformanhängers Johannes von Warneton für das Bistum Therouanne (1099) und bei der Einführung der cluniazensischen Regel in den Klöstern St-Bertin und Bergues-St-Winnoc. Clementia war in den ersten Regierungsjahren ihres Sohnes Balduin VII. aktiv an der Herrschaft beteiligt. Nach dessen Tod unterstützte sie die Ansprüche Wilhelms von Ypern gegen Karl den Guten, den Balduin VII. zum Nachfolger designiert hatte. Die Fürstin besaß als Witwengut ein Drittel von Flandern.


Brandenburg Erich: Tafel 19 Seite 38
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI. 99. CLEMENTIA
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* ca. 1070, + kurz nach 1133.

Gemahl: a) ca. 1090 Robert II., Graf von Flandern (siehe XI. 113)
                                     + 1111 5. X..

            b) nach 1121 Gottfried I. Herzog von Brabant (siehe XI 141)
                                      + 1139 25. I.

Anmerkungen: Seite 138
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XI. 99. Clementia.

Vanderkindere I, 302; Knetsch 18.


Mohr Walter: Band II Seite 79,80
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"Geschichte des Herzogtums Lothringen"

Zudem drohte die Streitsache sich noch durch die eingetretene flämische Nachfolgeregelung zu verschärfen, indem Clementia, die Mutter des im Juni 1119 verstorbenen Grafen Balduin VII. die Nachfolge von dessen Vetter Karl zu verhindern suchte und dafür durch eine Eheschließung mit Herzog Gottfried dessen Hilfe gewinnen wollte, was ihm andererseits letzten Endes wegen seiner Bindungen im Lütticher Streit nicht möglich war.
Herzog Gottfried trat im Jahre 1121 in eine besondere politische Verbindung, indem seine Tochter Adelheid den englischen König Heinrich I. heiratete. Nieder-Lothringen wurde damit in das System der englischen Kontinentalpolitik einbezogen. Dadurch entstanden anscheinend gewisse Spannungen zwischen Gottfried und dem Grafen Karl von Flandern, doch waren vermutlich Unstimmigkeiten bereits seit der Eheschließung des Herzogs mit Clementia, der Mutter desGrafen Balduin VII. von Flandern vorhanden, die ja die NachfolgeKarlszu hindern gesucht und dafür die Ansprüche Wilhelms von Ypern begünstigt hatte, eines außerehelichen Sohnes des Bruders ihres verstorbenen Gemahls Robert II. Die Zielsetzung dieser Eheschließung konnte nicht verwirklicht werden. Gottfried war es wegen seiner Bindung in den Lütticher Angelegenheiten nicht möglich, Clementia zu helfen und umgekehrt wurden seine Hoffnungen auf einen bedeutenden Machtzuwachs durch die Besitzungen seiner neuen Gemahlin nicht erfüllt. Er musste es sogar zulassen, dass Karl, nachdem er seine Nachfolge in Flandern durchgesetzt hatte, Clementia zwang, ihm 12 von ihr besetzt gehaltene Ortschaften auszuliefern. Die neue Einbeziehung Gottfrieds in das englische politische System hat dann die Spannungen weiter bestehen lassen, die durch die Neigung des Grafen Karl zur französischen Seite entsprechend gewährt wurden.

Während der Abwesenheit ihres Gatten auf dem 1. Kreuzzug war Clementia von Burgund die Regentin der Grafschaft Flandern.

Leo Heinrich: Seite 36-37
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"Zwölf Bücher niederländischer Geschichten"

Balduin hatte vor seinem Tode den Sohn seiner Vaterschwester Adelavon Knut von Dänemark, Karl den Guten, zu seinem Universalerben eingesetzt; allein seine Mutter begünstigte einen unehelichen Neffen, einen Enkel Roberts des Friesen, Wilhelm, genannt von Ypern, den Herrn von Loo. Sie gewann für ihren Plan, außer dem Herzog Gottfried dem Bärtigen von Nieder-Lothringen, ihren neuen Gemahl, auch die Grafen Balduin von Hennegau, Hugo von St. Pol, Eustachius von Boulogne, Gautier (Walter) von Hesdin, den Vogt Eustachius von Therouenne und andere, überfiel Oudenaerde, was für Karl war, brannte die Stadt nieder und ließ mehrere angesehene Einwohner ermorden. Karl sammelte, durch dieses Benehmen bewogen, einen Heerhaufen in St. Omer. St. Pol wurde eingenommen und dem Erdboden gleichgemacht, die Gräben wurden gefüllt; Gautier von Hesdin wurde von Land und Leuten vertrieben, seine Grafschaft der Domäne einverleibt, und Clementia mußte von den 12 Herrschaften, die ihr in Flandern als Wittum angewiesen waren, die 4 bedeutendsten bei dem Frieden, um welchen sie bat, zum Opfer bringen: Dixmuyde, Bergues, Aire und St. Venant.
 
 
 
 

    1090
  1. oo Robert II. Graf von Flandern
          1065-5.10.1111

    1121
  2. oo Gottfried I. Herzog von Brabant
     x           -25.1.1139
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Wilhelm
        - nach 1096

  Balduin VII. mit dem Beil
  um 1095-17.1.1119
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 19 Seite 38 - Leo Heinrich: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten, Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 36-37 - Mohr Walter: Geschichte des Herzogtums Lothringen. Geschichte des Herzogtums Groß-Lothringen (900-1048) Verlag "Die Mitte" Saarbrücken 1974 Band II Seite 79,80 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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