Sohn des Grafen Adalolf von Boulogne; Enkel des
Grafen Balduin II. von Flandern
Brandenburg Erich: Tafel 5 Seite 10
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"Die Nachkommen Karls des Großen"
VII. 47. ARNULF, Graf von
Boulogne
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* ..., + nach 972 31. I.933 13. XI.
Anmerkungen: Seite 123
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VII. 47. ARNULF
Vanderkindere I, 290.
Nachkommen sind nicht bekannt.
Die späteren Grafen von Boulogne scheinen nicht
von ihm abzustammen.
Vgl. aber zu VIII 39 eine angebliche Tochter. [VIIa 59]
VII. Generation
58-59
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Außer Arnulf, Graf von Boulogne und Sohn
von Adalolf, Graf von Boulogne, muß ein weiterer ehelicher
Sohn Adalolfs angenommen werden, der vor 962 starb. Wir erfahren
von ihm durch Flodoard, Ann. 962 (ed. Lauer 152; die Anmerkung 2 des Herausgebers
zu dieser Stelle ist durch Mißverständnis und irrrige Voraussetzungen
entwertet), wonach Arnulf I. von Flandern damals, 962, auf Vermittlung
König
Lothars, Frieden mit seinem gleichnamigen Neffen (Arnulf,
Sohn Adalofs von Boulogne) schloß.
Über die Ursachen der Feindschaft wird gesagt, idem
comes, also Arnulf von Flandern, habe den Bruder des Neffen
Arnulf
der Untreue überführt (bzw. verdächtigt) und töten
lassen. Diese Interpretation der Stelle und Identifizierung der Personen
gibt auch Ganshof, La Flandre 28f., mit der naheliegenden Vermutung, daß
bei jener Vermittlungsaktion von 962 Arnulf, Sohn Adalolfs,
die Grafschaft seines Vaters, eben Boulogne und das Ternois (Gebiet von
Therouanne) erhielt. Es ist bekannt, daß die tiefere Ursache jener
Kämpfe die Sorge Arnulfs um die Nachfolge seines Enkels Arnulfs
II., eines kleinen Kindes, nach dem plötzlichen Tode Balduins
III., des vorgesehenen Nachfolgers und Mitregenten
Arnulfs I.,
war. Gehörten die dadurch entstehenden Unruhen, wie allgemein von
der Forschung angenommen wird, der Zeit nach dem sie auslösenden Tode
Balduins
III.(962 I 1)an, dann ist auch der Tod des Bruders von
Arnulf von
Boulogne im Jahre 962 selbst eingetreten. Flodoard berichtet die erwähnte
Friedenstiftung nach der Erwähnung eines Wunders (ed. Lauer 151 und
Anmerkung 10), das sich am 8. September zutrug, und vor der Erwähnung
der Erhebung Vulfaldas zum Bischof von Chartres, die zwischen dem 8. Septemer
und dem 14. Oktober 962 stattfand (ebd. 153, und Anmerkung 4). Demnach
dürfen wir als Todesdatum des Adalolf-Sohnes
N
ansetzen
962
v IX, wobei jedoch am ehesten an das Frühjahr 962 zu denken
sein wird, so, daß darauf, wie von Flodoard berichtet, der eigentliche
Zwist zwischen Arnulf I. und seinem gleichnamigen Neffen entbrennt,
der im Herbst beigelegt wird.