Reinhausen
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte
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Reinhausen
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Benediktinerabtei bei Göttingen

Auf ihrer Burg stifteten drei Söhne und die Tochter Mathilde des Grafen Elli im letzten Viertel des 12. Jh. ein Säkularstift für vier Kanoniker und einen Propst; nach dessen Tod durch den Sohn Mathildes, Graf Hermann, Umwandlung in ein Benediktinerkloster und Ausstattung mit Hermanns Reinhäuser Erbteil. Der Konvent hatte 1309 maximal 20 Mitglieder. Die Klosterkirche, fertiggestellt und geweiht zwischen 1112 und 1115, war Grablege der Grafen. 1144 überließ der Sohn Hermanndas Kloster dem Erzbischof von Mainz; zuvor hatte König KONRAD III. dem Kloster Markt-, Münz- und Zollrecht verliehen (nicht wirksam). Nach Graf Hermanns Ermordung 1152 ging seine Erbe an Heinrich den Löwen, der Reinhausen zurückforderte (Schutzprivileg ca. 1163/68), und der Abt setzte die Herren von Bodenhausen als Vögte ein, die dieses Amt behaupteten Der Sturz Heinrichs des Löwen stärkte die Mainzer Erzbischöfe: Kaiser OTTO IV. verzichtete 1209 auf Reinhausen. Nach der Errichtung des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg verstärkte sich für Reinhausen die welfische Landesherrschaft. Herzogliche Schutzbriefe sind von 1255,1318,1365,1393,1412 und 1475, päpstliche von 1207,1218,1262 und 1373 überliefert. Der Klosterbesitz war von 1207 bis 1508 recht konstant. Reinhausenschloß sich der Bursfelder Erneuerungsbewegung an und mit anderen zur Bursfelder Kongregation zusammen; 1460 Einrichtung von Spital und Hospital.

Quellen:
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UB des Kl. R., bearb. M. Hamann (Quellen und Unters. zur Gesch. Niedersachsens im MA, 14, 1991).

Literatur:
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D. Brosius, R. (Germania Benedictina VI, 1979), 433-441 - G. Streich, Kl., Stifte und Kommenden in Niedersachsen vor der Reformation, Stud. und Vorarbeiten zum Hist. Atlas Niedersachsen, 30. H., 1986, 113f.



 
 
 
 
 
 


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