Sohn des N.N.
Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 73
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Eudo, Fürst von Aquitanien
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+ 735
Literarische Quellen bezeichnen Eudo als dux oder princeps, wahrscheinlich war er zeitweise rex. Bezeugt sind zwei Söhne, Hunald und Ato, sowie eine Tochter (Lampegia?). Die Herrschaft des nominell vom Franken-König abhängigen Eudo begann um 700. Chilperich II. und sein Hausmeier Raganfrid wandten sich nach ihrer Niederlage gegen Karl Martell bei Vincy 717 an Eudo und baten ihn um ein Bündnis; dafür boten sie ihm die Anerkennung als rex, also die rechtliche Unabhängigkeit vom Frankenreich. Eudo vermochte jedoch Karl Martell nicht zu schlagen; 720 schloß er mit ihm einen amicitia-Vertrag. Damals erreichte die Macht Eudos, der mit Gregor II. in Verbindung stand, ihren Höhepunkt. Die über die Pyrenäen vorstoßenden Araber besiegte Eudo 721 vor Toulouse. Der Sicherung vor weiteren arabischen Angriffen diente ein Bündnis mit dem von den Arabern abgefallenen Berber-Fürsten Munnuz, der die Tochter Eudos heiratete. Munnuz konnte sich jedoch in der Cerdagne nicht gegen den arabischen Statthalter behaupten. Die Araber fügten Eudo auf ihrem Zug nach Tours 732 bei Bordeaux eine schwere Niederlage zu.
Literatur:
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Hist. de l'Aquitaine, hg. Ch. Higounet, 1971, 135 - M.
Rouche, L'Aquitaine des Wisigoths aux Arabes 418-781, 1979.
Werner Karl Ferdinand: Seite 362,365,368
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"Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000"
Lupus' Nachfolger Eudo
war ein bedeutender Anführer. Er verteidigte sein Land heldenhaft
gegen die Araber und konnte dabei vor den Mauern von Toulouse im Jahr 721
einen Sieg erringen. Der Liber pontificalis, die Geschichte der Bischöfe
von Rom, erwähnt diesen Erfolg ud erklärt ihn mit den Geschenken
- Stücke von geweihten Schwämmen - die man dem Herzog und seinen
"Franken" geschickt habe Diese Nachricht ist bemerkenswert, weil sie zeigt,
daß der Herzog von Aquitanien, wie gleichzeitig auch der von Bayern,
bereits eigene Beziehungen zur Kurie unterhielt. Daß Aquitanien zum
Frankenreich gehörte, war für die Zeitgenossen völlig selbstverständlich.
Selbst die Araber bezeichneten die Gebiete nördlich des mohammedanisch
gewordenen Spanien als "Ifrandja", Francia. Der Liber pontificalis aber
gibt dem Herzog einen sehr bedeutungsvollen Titel: Aquitaniae princeps,
"Fürst" von Aquitanien. Er hatte das Ziel seiner Dynastie erreicht.
Die aquitanischen Quellen des 8. Jahrhunderts bezeichnen
Eudo sowie dessen Nachfolger Hunoald
und Waifar mit
dem Titel princeps, der sogar vom Papst anerkannt war. Auch die KAROLINGER
selbst
mußten ihn gelegentlich zugestehen.
Die Neustrier waren mit Herzog
Eudo von Aquitanien verbündet, der nach der Niederlage
König
Chilperich II. an Karl Martell auslieferte.
Dafür erhielt er die Anerkennung seiner Stellung als dux und princeps
in Aquitanien und wurde damit als erblicher Herrscher mit einer gewissen
Autonomie bestätigt.
Eudo von Aquitanien
hatte im jahr 721 vor Toulouse den Arabern siegreich widerstanden. 725
aber wurde Autun von den Mohammedanern geplündert, und im Jahr 732
schien Aquitanien verloren. Eudo hatte
für die Verteidigung der Christen vorteilhafte Bündnisse mit
Araber-Fürsten abgeschlossen, die gegen ihre Zentralregierung eingestellt
waren. Als Strafe folgte ein Angriff, den Abdarrahman,
der oberste Heerführer des islamischen Spanien, persönlich leitete.
Eudo richtete einen Hilferuf an
Karl, der auch ein Heer aufbot, um
Tours, die heilige Stadt des Frankrenreichs, zu schützen. Sie war
ganz offensichtlich das Ziel der Araber. Am 25. Oktober 732 wurden die
Angreifer aber bei Moussais, zwischen Poitiers und Tours, abgefangen.Die
Schlacht war erbittert und kostete den arabischen Feldherrn sein Leben.
Ewig Eugen: Seite 200
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"Die Merowinger und das Frankenreich"
Der aquitanische Herzog - wahrscheinlich war es schon Eudo, der spätere Kontrahent Karl Martells - dehnte seine Herrschaft auf die nordaquitanischen civitates aus. Pippin selbst griff mit einem Feldzug nach Bourges ein, vermutlich in den Jahren 711/12 Ob er Eudo, den Herzog von Toulouse, noch einmal zurückdrängen konnte, ist unbekannt. Spätestens in den Jahren nach seinem Tod hat Eudo Poitiers, Bourges und Clermont in sein Herzogtum einbezogen.
Riche Pierre: Seite 46,54,64
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"Die Karolinger. Eine Familie formt Europa"
Nachdem Herzog Lupus gegen Ende des 7. Jahrhunderts vom
Schauplatz verschwand, nahm Eudo dessen
Stelle ein und erreichte den Rang eines Stammesfürsten. Will an dem
Bericht der Miracula Austrigisili glauben, ging Pippin
gegen Eudo im Berry vor.
Die Neustrier waren bei ihren erneuten Bemühungen
um Bundesgenossen auf Aquitanien gestoßen. Wie erwähnt, hatte
sich hier Herzog Eudo so etwas wie
ein selbständiges Reich aufgebaut, vielleicht wollte er sogar König
werden. Eudo rief die Basken zu den
Waffen, die tüchtigsten Krieger Aquitaniens, und marschierte mit seinem
Heer zur Unterstzung der Neustrier nach Norden, bis Paris. Sofort schlug
Karl
zurück
und siegte 719 bei Soissons. Eudo konnte
sich durch die Flucht retten, mit sich führte er den kleinen
König
Chilperich II. und dessen Schatz. Eudo
kam nun zu der Überzeugung, daß er verhandeln mußte.
Er war bereit, Frieden mit Karl
zu
schließen. Im Jhar 720 übergab er ihm König
Chilperich samt desen Schatz.
Toulouse wurde im Jahr 721 durch den aquitanischen
Herzog Eudo gerettet. Sein Sieg wurde bis hin nach Rom sehr
beachtet. Die Araber wandten sich nun zum Unterlauf der Rhone, zogen flußaufwärts
und stießen weit nach Burgund vor, wo sie Autun plünderten (725).
Herzog
Eudo, den sein Erfolg kühn gemacht hatte, versuchte seine
Stellung durch das Bündnis mit einem Berber-Fürsten zu festigen.
Er hatte auch keine Bedenken, Feinde Karl Martells
in Aquitanien aufzunehmen, so den ehemaligen neustrischen Hausmeier Raganfred
und Bischof Rigobert von Metz. Um die Aquitanier in Verruf zu bringen und
Karl
Martells Eingreifen zu rechtfertigen, behauptete die
karolingische Propaganda sogar, Eudo
sei noch weiter gegangen und habe die moslemischen Truppen gegen Karl
selber ins Land gerufen.Das Gegenteil ist richtig: Als der neue Statthalter
Spaniens, Abd-arrahman, im Jahr 732 durch das Baskenland in Aquitanien
einfiel und plündernd in Richtung Bordeaux marschierte, rief Eudo
Karl
Martell zu Hilfe. So kam es zu der berühmten Schlacht von
Poitiers. Die Araber hatten bereits die Hilariusabtei vor Poitiers niedergebrannt
und wollten nun Sankt Martin in Tours einnehmen, dessen Reichtum sie verlockte.
Nachdem es eine Woche lang nur zu Geplänkel gekommen war, konnten
Eudo
und Karl Martell das arabische Heer
an der Römerstraße von Poitiers nach Tours besiegen. Der genaue
Ort ist höchstwahrscheinlich Moussais, das Datum der 25. Oktober 732.
Poitiers setzte auch den Ambitionen Herzog
Eudos ein Ende. Karl
Martell nützte seinen Sieg und Eudos
Tod
(735), um einen Vorstoß bis an die Garonne zu unternehemn.
oo N.N.
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Kinder:
Hunold
-
774
Hatton (Ato)
-
Remistan
-
768 gehenkt
Literatur:
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Ewig Eugen: Die Merowinger und das Frankenreich.
W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1988 Seite 169,200,205 -
Herm,
Gerhard: Karl der Große. ECON Verlag GmbH, Düsseldorf, Wien,
New York 1987 Seite 47,50 - Riche Pierre: Die Karolinger. Eine Familie
formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
1991 Seite 46,54,64 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer
GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992 Seite 37,45 - Werner Karl Ferdinand:
Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000. Deutscher Taschenbuch
Verlag GmbH & Co. KG, München 1995 Seite 360, 362,365,368 -