Einzige Tochter des Kaisers Manuel
von Byzanz aus seiner 1. Ehe mit der Bertha
von Sulzbach, Tochter von Graf Berengar II.
Norwich John Julius: Band III Seite 152,165-184
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"Byzanz"
Im Jahre 1163 sandte Kaiser Manuel
seinen Botschafter Georgios Palaiologos zu König
Stephan III. von Ungarn mit einem Angebot: Falls Stephan
seinen jüngeren Bruder Bela
als Erben von Kroatien und Dalmatien anerkenne, werde er Bela
nicht
nur die Hand seiner Tochter Maria übergeben,
sondern ihn auch als Erben des byzantinischen Kaiserthrones einsetzen.
Stephan
gab sein Einverständnis.
Bei den nachfolgenden Feierlichkeiten spielten Bela-Alexios
und Maria eine wichtige Rolle. Nach
vier Jahren Wartezeit war ihre Ehe immer noch nicht in greifbare Nähe
gerückt. Als 1169 Kaiserin Maria von Antiochia
einen Sohn gebar, war der Grund für die Verzögerung offenkundig.
Nun war es Manuel möglich, seine
Versprechungen zurückzunehmen. Kurzerhand löste er Belas
Verlobung
mit seiner Tochter Maria, vermählte
ihm mit Anne de Chatillon, einer Halbschwester
der Kaiserin Maria von Antiochia.
In der Zwischenzeit herrschte Alexios'
II.
Mutter, Kaiserin Maria von Antiochia,
an seiner Statt als Regentin. Nie zuvor hatte jemand lateinischer Abstammung
in Konstantinopel regiert, und so trat sie ihr Amt mit einem schwerwiegenden
Nachteil belastet an. Dem byzantinischen Volk war, wie wir gesehen haben,
schon die Vorliebe Manuels für
alles Westliche ein Dorn im Auge gewesen; nun befürchtete man - und
mit gutem Grund - eine weitere Ausdehnung der Handelsrechte und Privilegien
für die italienischen und fränkischen Kaufleute. Die Besorgnis
wuchs zusehends, als Maria eine weitere
äußerst prowestlich eingestellte Persönlichkeit zu ihrem
obersten Ratgeber ernannte, nämlich den Protosebastos
Alexios, Manuels Neffen
und Onkel Königin Theodoras von Jerusalem.
Es dauerte nicht lange, bis allgemein gemunkelt wurde, sie habe ihren Berater
auch zu ihrem Geliebten gemacht.
Nun, die Unzufriedenheit wuchs also, und es begannen
sich verschiedene Verschwörungsnester zu bilden, insbesondere jenes,
in dem die gleichnamige Stieftochter Kaiserin
Marias als Drahtzieherin wirkte. Das Komplott wurde indes aufgedeckt,
und diese Maria, ihr Ehemann Rainier
von Montferrat und die übrigen Verbündeten schafften
gerade noch die Flucht in die Hagia Sophia und verbarrikadierten sich dort.
Aber
Kaiserin Maria von Antiochia scherte
sich nicht um die Anerkennung kirchlichen Asylrechts. Sie sandte umgehend
die kaiserliche Wache mit der Order aus, sich der Verschwörerin und
ihres Gefolges zu bemächtigen, und einzig die persönliche Vermittlung
des Patriarchen bewahrte die Hagia Sophia vor der Entweihung. Dieser Vorfall
erschütterte die byzantinische Bevölkerung zutiefst, und die
ihm folgende Exilierung und Verfügung seiner Heiligkeit in ein Kloster
zur Strafe für seine Einmischung machte die Regierung so unbeliebt
wie nie zuvor. Das Ausmaß öffentlichen Unwillens, der Kaiserin
Maria entgegenschlug, war derart groß, dass sie nie wagte,
ihre Stieftochter Maria zu bestrafen.
Auch rührte sie sich nicht, als das Volk später geschlossen zum
Kloster des Patriarchen marschierte und ihn zurück nach Konstantinopel
trug. Die ganze Angelegenheit hätte nicht undiplomatischer gehandhabt
werden können.
Prinzessin Maria und
ihr Ehemann mußten als erste über die Klinge springen; sie starben
rasch und unter mysteriösen Umständen, doch niemand zweifelte
daran, dass sie vergiftet worden waren.
Cardini Franco: Seite 227,246
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"Friedrich I. Barbarossa"
Wenige Monate nach der Einkerkerung Christians von Mainz,
nämlich im Februar 1180, hatte sich der jüngste Sohn des MarkgrafenWilhelm,
der 18-jährige Rainer,
in Konstantinopel mit der erstgeborenen Tochter Manuels,
Prinzessin
Maria, vermählt, die ungefähr 13 Jahre älter
als er war. Nach byzantinischen Brauch nahm Rainer
einen neuen Namen an, Johannes, und erhielt den Titel "Caesar". Außer
dieser Vermählung wurde im Februar 1180 auch jene zwischen Alexios
(Sohn Manuels und bereits zum Mitkaiser
gekrönt) und Agnes, der Tochter
Ludwigs
VII. von Frankreich, begangen. Die Bestimmungen für die
Thronfolge legten fest, dass - sollte die Ehe zwischen Alexios
und
Agnes
kinderlos
bleiben - die Krone auf die Erstgeborene, Maria,
und ihre Nachkommen übergehen würde. Auf diese Weise sah der
junge Rainer-Johannes,
dass sich ihm unter seinen möglichen Aussichten sogar der Thron am
Bosporus bieten könnte.
1183 starb Rainer,
der sich in Konstantinopel mit der byzantinischen
Prinzessin Maria vermählt hatte, unter mysteriösen
Umständen.
Runciman, Steven: Seite 705,723,727-728
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"Geschichte der Kreuzzüge"
Irgendwelche Hilfe vom Kaiser hatten die Sizilianer bereits
rundheraus abgelehnt, denn Wilhelm II.
hatte sich mit Manuel überworfen,
da dieser ihm die Hand seiner Tochter Maria angetragen
und dann das Angebot wieder zurückgenommen hatte.
Wilhelm von Tyros wohnte den großen Feierlichkeiten
einer kaiserlichen Doppelhochzeit bei, als nämlich Manuels
Tochter Maria, eine 28-jährige
Jungfer, Rainer
von Montferrat, den Schwager Sibylles,
heiratete, und Manuels Sohn, der 10-jährige
Alexios,
der 9-jährigen Prinzessin Agnes von Frankreich
angetraut
wurde.
Die Opposition zur Kaiserin
Maria stand unter der Führung ihrer Stieftochter, der Porphyrogennete
Maria, und ihres Gatten Rainer
von Montferrat. Ihre Verschwörung zur Ermordung des Günstlings
schlug fehl: aber als sie in der St. Sophienkirche Zuflucht suchten, stieß
er die Öffentlichkeit neuerlich vor den Kopf, indem er versuchte,
den Hochaltar zu entweihen. Die Kaiserin war genötigt, die Verschwörer
zu begnadigen; aber
Andronikos' ersten
Maßnahmen galten der Beseitigung seiner Nebenbuhler. Der Protosebastos
wurde ins Gefängnis geworfern und auf grausame Weise geblendet. Die
Porphyrogennete
Maria und ihr Gemahl erlitten auf geheimnisvolle Weise den Tod.
1165
1. oo Bela III. König von Ungarn
-1169 um 1148-23.4.1196
1179
2. oo Rainer Markgraf von Montferrat
1162- 1183 ermordet
Literatur:
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Cardini, Franco: Friedrich I. Barbarossa. Kaiser
des Abendlandes, Verlag Styria Graz 1990, Seite 86,227,246 - Norwich
John Julius: Byzanz, Band III Seite 152,165-184 - Runciman, Steven:
Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck
München 1978, Seite 569,636,705,723,727-728, 901 –