Sohn des austrasischen Großen Chrodoald
und der Gaila von Friaul, Tochter vom
Langobarden-Herzog Gisulf
Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 283
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Fara, AGILOLFINGER
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* vor 624/25, + um 640
Sohn Chrodoalds, der 624 auf Betreiben der ARNULFINGER
bei König Dagobert I. in Ungnade
fiel und 625 in Trier ermordet wurde.
Faras Aufenthaltsort
zwischen 625 und 640 ist unbekannt. Er konnte seinen Vater erst nach dem
Tode Dagoberts I. (+ 638/39) rächen.
Um 640 schloß er sich dem Aufstand des Thüringer-Herzogs Radulf
an, um an Dagoberts
Sohn Sigibert
III. und dem
ARNULFINGER
Grimoald Vergeltung zu üben. Doch König
Sigiberts gewaltiges Heer überwand, offenbar zwischen Mainz
und Vogelsberg, Fara mit seinem Anhang in einer "wilden" Schlacht, wobei
Fara getötet
wurde und sein Kriegsvolk, soweit es dem Schwert entkam, in Gefangenschaft
geriet. Herzog Radulf dagegen zog sich nach Thüringen zurück.
Von Nachkommen wissen wir nichts, auch nicht, in welchem Verhältnis
er zu den bayerischen AGILOLFINGERN
stand. Für E. Zöllner ist Fara ein gewichtiges Bindeglied
für seine These der burgundischen Herkunft der AGILOLFINGER.
Quellen:
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Fredegar IV, 87
Literatur:
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E. Zöllner, Die Herkunft der Agilolfinger, MIÖG
59, 1951,245-264 - M. Gockel, Karol. Königshöfe am Mittelrhhein,
1970, 309-311 - A. Friese, Stud. zur Herrschaftsgesch. des frk. Adels,
1978, 23ff.,164ff - W. Störmer, Bayer.-ostfrk. Beziehungen vom 7.
bis zum frühen 9. Jh. (Die Bayern und ihre Nachbarn, hg. H. Wolfram-A.Schwarcz,
I, 1985), 227-252.
Der zweite Zusammenstoß zeigt 639 den Fara, einen Sohn des Chrodoald, als Verbündeten eines anderen bedeutenden Feindes der ARNULFINGER, des von Dagobert I. eingesetzten fränkischen dux in Thüringen, Radulf, aus dem Verwandtenkreis der Stifter des Klosters Weißenburg. Fara, der als Verbündeter des Thüringerdux Radulf im rechtsrheinischen Gebiet eigene Truppen gegen die Austrasier ins Feld führte, wurde nach regelrechter Schlacht getötet, während seine überlebenden Leute in Gefangenschaft gerieten und verkauft wurden. Erst nach diesem Sieg wandten sich die Austrasier gegen Thüringen und Radulf.
Friese Alfred: Seite 17-26
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"Studien zur Herrschaftsgeschichte des fränkischen
Adels"
Wichtig aber war jetzt, 641, als es zum Kriege mit den
austrasischen Machthabern kam, die Freundschaft und politische Übereinstimmung
mit
Fara. Der AGILOLFINGER,
der noch den Tod seines Vaters an den ARNULFINGERN
zu rächen hatte, muß am Unterlauf des Mains eine bedeutende
Position innegehabt haben. Mit seinem Volk trat er hier im Vorfeld des
thüringischen Herzogtums, dem aus ... gentes undique de universis
regni sui pagus gebildeten Heer Sigiberts III.
unter der Führung Grimoalds und Adalgisels entgegen. Er wurde besiegt
und getötet.
Fara war nach der Ermordung seines Vaters nicht
zu König Chlothar II., der die
Trierer Mordtat weder hatte verhindern noch die Schuldigen bestrafen können,
gegangen, sondern hatte sich in rechtsrheinische Gebiete begeben. Im Grenzraum
zwischen den Dukaten Alemannien, Thüringen und Bayern konnte er seinen
Einfluß am wirksamsten zur Geltung bringen und die stets latente
Opposition der Amts-Herzöge gegenüber den austrasischen MEROWINGERN
verstärken. In welch fatale Lage jene allerdings durch seine Niederlage
und die Deportation seines 'Volkes' gerieten, zeigt die Tatsache, dass
sich jetzt der alemannische Herzog Leuthari, um seine eigene Position zu
retten, dazu verstand, faccione Grimoaldi, Otto (baiolos) zu töten.
Auf diese Weise erreichte der ARNULFINGER
den Majordomat, obwohl der weitere Feldzug gegen Radulf mit einer großen
Niederlage endete.
Literatur:
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Ewig Eugen: Die Merowinger Verlag W. Kohlhammer
Stuttgart Berlin Köln 1993 Seite 131,140 - Friese Alfred Friese:
Studien zur Herrschaftsgeschichte des fränkischen Adels Seite 17-26
- Jarnut Jörg: Agilolfingerstudien. Anton Hiersemann Stuttgart
1986 Seite 35, 42,75,117,125 -Riche Pierre: Die Karolinger. Eine
Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
1991 Seite 35 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer
GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992 Seite 19 - Werner Karl Ferdinand:
Bedeutende Adelsfamilien im Reich Karls des Großen. Band I Seite
83-142 in: Braunfels Wolfgang: Karl der Große Lebenswerk und Nachleben.
Verlag L. Schwann Düsseldorf -