Wilhelm von Tripolis
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vor 1220 †
Sohn des N.N.
Lexikon des Mitelalters:
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Wilhelm von Tripolis, Dominikaner im Konvent von Akkon, Verfasser des
»Tractatus de statu Saracenorum«
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* wohl vor 1220 in Tripolis, Todesjahr unbekannt.
Wilhelm von Tripolis kann identifiziert
werden mit 'Guillaume Champenès',
einem Kleriker aus Tripolis,
der (als Vertrauter des muslimischen
Emirs von Hamah) 1239
den Kreuzfahrern unter Tedbald IV. von
Champagne die (irrige) Nachricht überbrachte, daß der
Fürst zum Christentum überzutreten gedenke. Wilhelm lebte einige Zeit in
Ägypten und könnte auch den Irak besucht haben. 1263
begleitete er den päpstlichen Legaten, einen dominikanischen
Ordensbruder, der Bischof von Bethlehem war, zur päpstlichen
Kurie, wo dieser die Sache des Hl. Landes vortrug; acht Jahre
später war Wilhelm von Tripolis einer
der beiden gelehrten Dominikaner, die Papst
Gregor X. zu Reisebegleitern (mit Legatengewalt) der Brüder Polo bestellte; sie
machten aber in Ayas kehrt, da sie von einer muslimischen Invasion
erfahren hatten. Wilhelm hatte
damals auf jeden Fall mit der Abfassung seines Traktats begonnen, denn
er widmete ihn Tedaldo Visconti,
dem späteren Gregor X.,
noch vor dessen Papstwahl, doch arbeitete er am Werk auch nach dem 12.
Juli 1273, wobei denkbar ist, daß er damit dem Aufruf des Papstes
vom 11. März 1273 nachkam, für das geplante II. Konzil
von Lyon Berichte über die Ungläubigen zu liefern. - Der
»Tractatus de statu Saracenorum« ist eine sachkundige, im
wesentlichen von Sympathie getragene Darstellung der Geschichte und
Lehre des Islams, verfaßt von einem Autor, der Kenntnisse des
Arabischen hatte. Wilhelm war
überzeugt, daß ausreichende Konvergenz zwischen Christentum
und Islam bestand, um eine friedliche Bekehrung der Muslime zu
erreichen. Er vertrat die Auffassung, daß die Wiedergewinnung des
Hl. Landes durch Missionare, nicht durch Soldaten erfolgen könne.
J. Riley-Smith