TARENT
Lexikon des Mittelalters:
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Tarent
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III. Von der Eroberung durch die
Normannen bis zum Ende des
Fürstentums Tarent:
Trotz wiederholter Angriffe der Sarazenen und anderer krieger.
Ereignisse, in die Tarent verwickelt wurde, wie der Ankunft des Georgios Maniakes 1042, wehrte sich Tarent
sehr lange gegen die Normannen, die die Stadt erst in der 2.
Hälfte des 11. Jh. einnehmen konnten.
Die territorialen Grundlagen des späteren Fürstentums Tarent
wurden 1086 gelegt, als Bo(h)emund,
ein Sohn Robert Guiscards,
Tarent zusammen mit der Grafschaft Conversano und dem Salento
(ausgenommen Lecce und Ostuni) erhielt. Nach anderer Meinung muß
der institutionelle Ursprung des Fürstentums in das Jahr 1137
gesetzt werden, als Wilhelm, der Sohn König Rogers II., damit formell
investiert wurde.
Von der Prosperität des byzantinisch-normannischen Tarent gibt al-Idrisi um die Mitte des 12. Jh.
eine anschauliche Schilderung, die später von Benjamin von Tudela ergänzt
wird: die Stadt und ihre Bevölkerung bewahrten noch eine starke
griechische Prägung; Tarent wies auch eine blühende
Judengemeinde auf. Nicht von ungefähr ließ FRIEDRICH II.
die Färberei im Judenviertel reorganisieren. Er sorgte auch
für die Wiederherstellung des Kastells und für dessen
Erhaltung. Bei seinem Tod vermachte FRIEDRICH
das Fürstentum Tarent mit seinem riesigen Territorium seinem Lieblings-Sohn Manfred.
In angevinischer
Zeit wurde das Fürstentum Tarent (das zuerst von der Krone
eingezogen worden war) 1294 an Philipp (9.
Ph.), den Sohn Karls II. von Anjou,
verlehnt und ging auf seine Nachkommen über. Innerhalb dieses
politisch-institutionellen Organismus hatte sich inzwischen eine
städtische Schicht gebildet, die von den Herrschern und
Fürsten eine Reihe von Konzessionen und Privilegien erwirkte. Ende
d. 14. Jh. errang während der verwickelten dynastischen
Kämpfe zwischen den Prätendenten um den Thron von Neapel Raimondello del Balzo-Orsini, der
Gemahl der Gräfin von Lecce,
Maria d' Enghien, 1399
das Fürstentum. Nach seinem Tod ging das Fürstentum durch die
Heirat der Maria
d'Enghien mit König Ladislaus von Anjou-Durazzo
an diesen über und fiel schließlich (1420-63) an den Sohn Raimondellos und der Maria d'Enghien, Giovanni Antonio Del Balzo-Orsini.
Nach dem Tod dieses mächtigen und gefährlichen
Lehensträgers (vielleicht infolge einer vom Königshaus
betriebenen Verschwörung) setzten die Aragonesen der Herrschaft
der Fürsten DEL BALZO-ORSINI
ein Ende, während der Tarent anscheinend keine besonderen
wirtschaftlichen oder administrativen Vorteile genossen hatte.
Während der aragonesischen Herrschaft ist eine gewisse Entwicklung
der wirtschaftlichen Aktivitäten und der Bautätigkeit in der
Stadt festzustellen. Besonders eindrucksvoll waren die
Baumaßnahmen am Kastell und an den Stadtmauern, die durch die
Bedrohung durch die Türken und die Venezianer notwendig geworden
waren. Nach der Invasion Karls VIII.
in das Königreich fiel Tarent an die Franzosen, wurde aber von den
Aragonesen zurückerobert. Diese Periode der Kriegswirren endete
mit der Belagerung Tarents durch die Truppen des Gonzalo Fernández de Córdoba
(el Gran Capitán) und mit der
Kapitulation am 1. März 1502; so begann die Periode des spanischen
Vize-Königtums.