Begraben: Bamberg
2. Sohn des Herzogs Friedrich I. von Schwaben und
der Agnes von Waiblingen, Tochter von
Kaiser
HEINRICH IV.
Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 1339
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KONRAD III., deutscher König aus dem Haus der STAUFER
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* 1093, + 15. Februar 1152
Bamberg
Begraben in Bamberg
Sohn Herzogs Friedrich I. von Schwaben und der Agnes, Tochter Kaiser HEINRICHS IV.
Wurde 1116, als sein Bruder Friedrich II. von Schwaben zum Reichsverweser für HEINRICH V. aufstieg, zum Herzog im östlichen Franken ernannt. Ließ sich nach seiner Rückkehr vom Heiligen Land am 18. Dezember 1127 in Rothenburg zum Gegenkönig ausrufen. Gegen LOTHAR von Süpplingenburg konnte er sich nicht durchsetzen und mußte sich ihm 1135 unterwerfen; heiratete wahrscheinlich damals auch Gertrud von Sulzbach (+ 1146). Erzbischof Albero von Trier beförderte am 7. März 1138 aus regionalpolitischen Gründen in einer irregulären Versammlung zu Koblenz die Königserhebung KONRADS, die am Pfingstfest vom Adel mit Ausnahme der WELFEN akzeptiert wurde, weswegen Heinrich der Stolze die beiden Herzogtümer Bayern und Sachsen verlor. Das Königtum KONRADS wird heute nicht mehr so negativ bewertet. Der staufisch-welfische Gegensatz freilich, den er nicht zu überwinden vermochte, wirkte außenpolitisch hemmend. Das Ziel die Eroberung des süditalienischen Normannenreiches, konnte deswegen und infolge der zu engen Bindung an die BABENBERGER, die im Osten gegen Ungarn entlastet werden mußten, nur im Bündnis mit Manuel I. von Byzanz ins Auge gefaßt werden. Da dieser aber 1148 in Thessalonike von KONRAD, der vom 2. Kreuzzug heimkehrte, Unteritalien als Mitgift seiner Frau Bertha von Sulzbach verlangte und KONRAD - angesichts der Opposition im Reich durch Heirat seines Sohnes HEINRICH (VI.) (+ 1150) und schließlich seiner selbst mit der byzantinischen Prinzessin die Abmachung über ein künftige Abtretung Unteritaliens an Byzanz gegenstandslos zu machen suchte, kam das Projekt nicht zur Ausführung. Wegbereiter seines Nachfolgers FRIERDICH BARBAROSSA indessen war er in der erfolgreichen Territorialpolitik, im Umbau der Reichskanzlei und in einer Autoritätssteigerung durch gehobene Urkundensprache.
Quellen:
----------
MGH DD K III. und seines Sohnes Heinrich, ed. F. Hausmann,
1969 - Ottonis et Rahenwini Gesta Friderici I imperatoris, MGH SRG (in
us. schol. [46], ed. G. Waitz - B. v. Simson, 1912 - Ausg. Q 17, ed. F.J.
Schmale, 1965, lib. I [mit dt. Übers.]
Literatur:
-----------
NDB XII, 496-499 - W. Bernhardi, JDG K IIII., 1883 -
F. Geldner, Zur neueren Beurteilung Kg. K.s III. (Fschr. B. Kraft, 1955),
395-412 - F. Hausmann, Reichskanzlei und Hofkapelle unter Heinrich V. und
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SAW. PH 264, 5, 1969 - H. Vollrath, K. III. und Byzanz, AK 59, 1977 [dazu
J.P . Niederkorn, RH Mitt 28, 1986; O. Engels (Fschr. A. Becker, 1987),
235-258] - O. Engels, Stauferstud., 1988, 160-176 passim.
Vater:
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Friedrich I. Herzog von Schwaben (um 1047/48-1105)
Mutter:
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Agnes von Waiblingen,
Tochter Kaiser HEINRICHS IV. (1072/73-1143)
1. oo um 1114/15 Gertrud von Comburg (um 1095-um 1130/31)
2. oo zw. 1131 u. 1134 Gertrud von Sulzbach (um 1113/16-1146)
Aus staufischem Haus.
1116 Herzog in Ostfranken.
1127 Erhebung zum Gegenkönig gegen
LOTHAR III.
1135 Anerkennung LOTHARS,
nach dessen Tod 1138 zum König gewählt gegen den WELFEN-Herzog
Heinrich den Stolzen.
Ächtung Heinrichs des Stolzen wegen dessen Weigerung
zu huldigen und eines seiner Herzogtümer aufzugeben.
1139 Belehnung seines Halbbruders Leopold IV. von Österreich
mit Bayern.
1142 Belehnung Heinrichs des Löwen mit Sachsen.
1147-1149 Teilnahme am mißglückten Kreuzzug
auf Anregung Bernhards von Clairvaux.
Organisation des Reichslandes um Nürnberg.
Designation seines Neffen FRIEDRICH
BARBAROSSA zum Nachfolger.
Literatur:
-----------
ADB 16, BWB 2; Lex. d. dt. Gesch.; Ausstellungskatalog,
Die Zeit der Staufer III, 1977.
VII. GENERATION
37 (21) KÖNIG KONRAD III.
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* 1093, + 15.2.1152
Bamberg
Begraben: Krypta des Bamberger Doms neben Kaiser HEINRICH II. 18.2.1152
Graf im Kochergau ("von Comburg und Rothenburg") seit etwa 1116, Vogt des Klosters Comburg seit etwa 1116, nennt sich gelegentlich Herzog von Schwaben, übt zeitweilig in Franken herzogliche Gewalt aus, Gegenkönig 18.12.1127, gekrönt Monza 1128, unterwirft sich 1135, Deutscher König (Wahl Koblenz 7.3.1138, Krönung Aachen 13.3.1138).
Freie Verbindung etwa 1109/1110
GERBERGA
*um 1092/93- nach etwa 1120, vor 1144 (vor 1166)
eine vornehme Dame,(liberrimae conditionis quantum spectat
ad nobilitatem carnis), sie ergibt sich später, obwohl von höchster
Geburt, mit ihren Söhnen (Christum imitans qui semetipsum exinanavit)
an das Kloster (oder Stift) Lorch, ist
(nach den Vornamen ihrer Kinder zu schließen) nächstverwandt
mit dem Hause der PRZEMYSLIDEN (Ludmilla!) und der BABENBERGER (Leopold,
Sophia, Gerberga, in der folgenden Generation Adalbert); der Zeit nach
wahrscheinlich eine Tochter des Herzogs Boriwoi III. von Böhmen und
der Gerberga von Österreich, Schwester Leopolds des Heiligen - der
sehr junge KONRAD hätte sich demnach
am Hofe seiner Mutter mit einer Nichte seines Stiefvaters liiert. Das "Rote
Buch" nennt als Kinder der "Gerberga Christum imitans" fünf
Namen: "Sophia de Pfuzicha/Leopaldus puer/Constantinus de Locarden/Giselbertus
de Hotigen/Ludmilla de Velberc vel de Langenberc".
I oo wohl Ende 1114 - Anfang 1115
GERTRUD
VON COMBURG (gekrönt 1128?)
* um 1095,
+ um 1130/31
Begraben: Kloster Lorch
Erb-Tochter des Grafen Heinrich von Comburg und Rothenburg (um 1062/65-1116) und der Gräfin Geba/Gertrud von Mergentheim, nach 1116 Nonne (in Klein-Comburg), Tochter von Graf Ebo von Mergentheim
Die Zugehörigkeit der ersten Ehefrau König KONRADS III. zum Hause COMBURG hat als erster Wolfgang Seiffer erkannt.
II oo um 1131/1132, vor 1134
GERTRUD
VON SULZBACH
* um
1113/16, + 14.4.1146
Hersfeld
Begraben: Zisterzienserkloster Ebrach
Tochter des Grafen Berengar I. von Sulzbach und der Adelheid von Wolfratshausen, Tochter des Grafen Otto II. von Dießen. Otto war ein Sohn des Grafen Berthold von Dießen (vgl. Nr. 11).
KONRAD III. und Königin Gertrud waren also beide Nachkommen (Ur-Ur-Enkel) eines staufischen Paares. Wenn Königin Gertrud von Mutterseite STAUFER-Blut hatte, wird eher verständlich, warum man ihre Schwester Bertha von Sulzbach gewissermaßen als "STAUFERIN"nach Byzanz schicken konnte, als Kaiser Manuel Komnenos sich mit dem staufischen Hause verbinden wollte - ein Sachverhalt, auf den Hirsch schon 1939 hingewiesen hat.
Nichteheliche Kinder KONRADS III.:
50 (Sophia), 51 (Leopold), 52 (Constantin),
53
(Giselbert), 54 (Ludmilla)
Kinder erster Ehe:
55 (N/Agnes), 56 (Bertha), 57 (Gertrud)
und wohl weitere Kinder
Kinder zweiter Ehe:
58 (König HEINRICH-BERENGAR), 59 (Friedrich)
und weitere Kinder?
XIII. 114 a. Konrad III.,
Herzog von Franken, Deutscher König 1138
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* 1093, + 1152 15. II.
Gemahlin:
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vor 1136 Gertrud, Tochter des Grafen Berengar I. von Sulzbach
+ 1146
Mühlbacher Josef: Seite 18-22
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"Lebenswege und Schicksale staufischer Frauen"
Gertrud von Sulzbach
ist wie ihr Gemahl KONRAD III. nur
wenig ins Bewußtsein des Volkes eingegangen. Die Größe
und der Glanz der ihnen Nachfolgenden, Kaiser
FRIEDRICH I. BARBAROSSA und der Beatrix
von Burgund, überragen und überstrahlen sie. KONRAD
waren trotz seiner großen Fähigkeiten dauernde Erfolge nicht
bescheiden. Dennoch ist er, der 1. König des staufischen
Geschlechtes,
die Vorstufe für den Aufstieg der drei folgenden Kaiser: FRIEDRICHS
I. BARBAROSSAS,
HEINRICHS VI. und
FRIEDRICHS
II. - die drei Berge in der Landschaft der staufischen
Geschichte.
Als mit Kaiser HEINRICH V.,
dem Sohn des den STAUFERN gewogenen
HEINRICH
IV., 1125 die SALIER
ausstarben,
wurde als deren Nachfolger Friedrich II., Herzog von Schwaben als Enkel
HEINRICHS
IV. erwartet. Gewählt wurde Lothar
von Sachsen-Supplinburg, gegen den schon 1127 KONRAD,
der andere Enkel HEINRICHS IV., als
Gegen-König auftrat. Schließlich wurde KONRAD
nach
dem Tod LOTHARS VON SUPPLINBURG 1138
aus Abneigung gegen den zu mächtigen WELFEN
Heinrich den Stolzen in Koblenz zum König gewählt.
KONRAD wird als ritterliche
Erscheinung beschrieben, von edler Gestalt, ein tüchtiger Kriegsmann,
leutselig und gesellig, fröhlich und zugleich mit Anwandlungen zu
Frömmelei und Reuegefühlen. Seine Regierungszeit war ausgefüllt
mit Auseinandersetzungen und Kriegen gegen die WELFEN,
dem erfolglosen zweiten Kreuzzug, den er nach einer zündenden Predigt
Bernhards von Clairvaux im Dom von Speyer gelobt hatte.
Gebrochen und krank aus dem Heiligen Land wieder daheim,
nahm KONRAD von neuem den Kampf gegen
Heinrich den Löwen auf, der vorzeitig vom Kreuzzug nach Deutschland
zurückgekehrt war. Als KONRAD
1152
mit
50 Jahren zermürbt und enttäuscht starb, "stand er fast genau
da, wo er begonnen hatte" (Karl Hampe). Er starb in Bamberg und wurde dort
im Dom bestattet.
Vor dem Hintergrund dieser ruhelosen Zeit und neben dem
glücklosen Mann ist die Gestalt seiner Gattin zu sehen, deren Halt
ihre tiefe Frömmigkeit war. Der Vater Gertruds
von Sulzbach war der Graf Berengar I., ihre Mutter, die dritte
Gemahlin Berengars, Adelheid von Wolfratshausen. Sie ist eine von fünf
Schwestern, von denen Bertha (Irene) mit
dem Kaiser von Byzanz,
Manuel I., vermählt war.
Köhne Carl Ernst: Seite 29-41
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"Die Hohenstaufen" in "Die großen Dynastien "
Die Gegner LOTHARS III.
erklären die Wahl für nichtig und rufen am 18. Dezember 1127,
als Friedrich von Schwaben auf eine Kandidatur verzichtet, dessen Bruder
KONRAD
zum Gegenkönig aus. Dieser geht mit Frühlingsanbruch über
die Alpen und läßt sich am 29. Juni 1128 in Monza die noch aus
der Langobardenzeit stammende Krone des Königreichs Italien aufs Haupt
setzen. Ebendorthin beruft er alsbald einen Reichstag der deutschen und
italienischen Fürsten und beginnt zu regieren, als gäbe es keinen
König
LOTHAR aus sächsischem Hause.
Dieser spielt in N-Deutschland weiter die Trumpfkarte
vor allem kirchenfürstlicher Unterstützung aus. Immerhin machten
die auch wirtschaftlich bedeutsamen großen Fürstbistümer
an Rhein, Maas und Main, Weser und Elbe mehr als ein Viertel des Staatsgebietes
aus. Mit ihrer Hilfe erreicht
LOTHAR,
dass die schwäbischen Brüder exkommuniziert, das heißt
ihre Lehnsritter, Beamten und Heeresgefolge theoretisch vom Treueid entbunden
werden, ihn selbst aber der Papst 1133 zum Römischen Kaiser krönt.
Als dieser nur von der Kirche und seinen Stammlanden
anerkannte Träger des Titels am 4. Dezember 1137 stirbt, geht der
Kampf um die Macht mit umgekehrten Vorzeichen weiter. Als Gatte von LOTHARS
einziger Tochter Gertrud wäre
jetzt Herzog Heinrich von Bayern an der Reihe gewesen, dem der Schwiegervater
auf dem Sterbebett noch sein Herzogtum Sachsen übertragen hatte. Eine
solche Verdopplung der Hausmacht ließe den WELFEN
zum Herren über halb Deutschland werden. Das ist für die übrigen
deutschen Fürsten Grund genug, ihm die Krone zu versagen. Sie bitten
an seiner Statt den bereits 1127 von ihnen erwählten Konrad
von Hohenstaufen, seit 1116 Herzog von Ostfranken (Mittelrhein,
Maingau, Hessen), endgültig das Königsamt zu übernehmen
und sich zur obligaten Romreise zu rüsten.
KONRAD III. (1138-1152)
wird die Tiberstadt nie sehen. Bei der Krönung in Aachen am 13. März
1138 fehlt sein großer Gegenspieler, der welfische Herzog Heinrich.
Prompt läßt ihn KONRAD drei
Monate später auf einem Reichstag in Bamberg die Erbfolge im Herzogtum
Sachsen absprechen. Ein 2. Reichstag, der wieder demonstrativ an Bayerns
Nordgrenze nach Würzburg einberufen und von einem großen Truppenaufgebot
begleitet wird, erklärt Herzog Heinrich in die Reichsacht und vergibt
das von ihm beanspruchte Herzogtum Sachsen an Markgraf Albrecht "den Bären"
aus dem am Nordharz begüterten Hause ASKANIEN.
Die Folge dieser Entscheidungen ist ein jahrzehntelanges
Ringen um Erbrecht, Macht und Prestige zwischen WELFEN
und STAUFERN, das den Tod beider Rivalen
überdauern sollte. Im August 1139 steht man sich sogar mit der blanken
Waffe an der Werra gegenüber. Erst in letzter Minute kommt es zu einem
Stillhalteabkommen zwischen KONRAD
und seinem schwerkranken Gegner, der zwei Monate später, kaum 30-jährig,
auf der Quedlinburg am Harz stirbt.
Der sächsische Adel verweigert, wie zu erwarten,
weiterhin dem vom König eingesetzten neuen Landesherrn Markgraf Albrecht
die Gefolgschaft. Man verlangt den Herzogshut für Heinrichs erst 10-jährigen
Sohn gleichen Namens, der als "der Löwe" eines Tages große Politik
machen wird. Auch die Bayern lehnen nach wie vor den ihnen von KONRAD
aufgezwungenen Regenten Markgraf Leopold (IV.) von Österreich ab,
einen Halbbruder des Königs aus der 1106 geschlossenen zweiten Ehe
seiner Mutter Agnes mit Markgraf Leopold
III. Sie sind "gut welfisch" gesonnen, fürchten aber vor allem, auf
diese Weise in einem Donaureich des in Klosterneuburg bei Wien residierenden
babenbergischen Fürstenhauses ihre Eigenständigkeit zu verlieren.
Zwei Jahre später arrangiert man sich. Bayern erhält
KONRADS
Stiefbruder Heinrich, bisher Pfalzgraf bei Rhein, das Herzogtum Sachsen
nun doch der junge Löwe, die Pfalzgrafschaft selbst Hermann von Stahleck,
Gatte von KONRADS Schwester Gertrud,
das altbayrische Bistum Freising des Königs Halbbruder Otto, das Herzogtum
Nieder-Lothringen Gottfried von Löwen, ein flämischer Schwager
der Königin. Also zielbewußte Familienpolitik, die durch auswärtige
Kombinationen ergänzt wird: Eine Halbschwester
KONRADS
wird
Königin von Böhmen, sein minderjähriger Sohn HEINRICH,
geboren 1137, einer Tochter Belas von Ungarn
versprochen; seine Cousine Agnes wiederum
Polens Kronprinz Wladislaw; der oströmische
Kaiser
Manuel heiratet eine Schwester der Königin. Trotz solcher
Aktivitäten blieb die politische Lebensbilanz
KONRADS
III. ein Fiasko. Schon der Versuch, Polen durch gewaltsame Inthronisation
des von seinen Brüdern vertriebenen Prinzen Wladislaw
an das Reich zu binden, schlug völlig fehl. Noch trauriger war der
Ausgang eines Kreuzzuges zur Befreiung N-Syriens von den "Ungläubigen"
im September 1149, der nach schweren Verlusten ergebnislos abgebrochen
werden mußte.
Als KONRAD III. wieder
in Deutschland eintrifft, fordert der junge Herzog Heinrich von Sachsen
energisch die Herausgabe auch seines bayrischen Vatererbes. Als der König
ihn auf den nächsten Reichstag vertröstet, marschiert der Löwe
von Braunschweig kurzerhand mit starken Verbänden zur Donau. Daraufhin
besetzt KONRAD im Handstreich Goslar
und greift bereits Heinrichs Residenz Braunschweig an. Da erscheint dieser
ebenso rasch wieder im Norden und vertreibt die eingedrungenene Reichstruppen
aus seinem Herzogtum.
Ein Jahr später endet das Leben KONRADS
III. in einer letzten Frustration. Er möchte sich aus dem
deutschen Desaster in ein Flucht nach vorn retten: In einen seit 1127 immer
wieder aufgeschobenen Zug zur Kaiserkrönung in Rom. Zum Abschied hat
er noch einmal den Reichstag nach Bamberg einberufen. Es sind bereits Gesandtschaften
an den Papst und nach Konstantinopel unterwegs, um den oströmischen
Kaiser einzuladen und die Ankunft des deutschen Königs in der Ewigen
Stadt würdig vorzubereiten - da erliegt dieser am 15. Februar 1152
im
Schloß über dem Roten Main einem ihn schon lange plagenden Leiden.
Es hat ihm noch Zeit zu der vielleicht einzigen glücklichen
Entscheidung seiner von Mißerfolgen überschatteten Regierungszeit
gelassen: der Empfehlung an die Fürsten des Reiches, nicht den eigenen
noch unmündigen Sohn Friedrich,
sondern dessen jetzt 30-jährigen Vetter FRIEDRICH,
seit 1147 3. Herzog von Schwaben aus staufischem
Geschlecht, zum deutschen König zu wählen.
1114/15
1. oo Gertrud von Comburg und Rothenburg, Tochter
des Grafen Heinrich
- 1130/31
1135
2. oo Gertrud von Sulzbach, Tochter des Grafen
Berengar I.
1110-14.4.1146
Kinder:
1. Ehe
Agnes
-
1151
1129/30
oo Isjaslaw II. Großfürst von Kiew
1101/02-13.11.1154
Bertha
-
1148/53
1131/34
oo Hermann III. Markgraf von Baden
-16.1.1160
Gertrud
-
2. Ehe
HEINRICH (VI.)
1137- 1150
Friedrich IV. Herzog von Schwaben
1144/45-19.8.1167
Literatur:
-----------
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Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte
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