Begraben: Zisterzienserkloster Ebrach
Tochter des Grafen Berengar I. von Sulzbach aus
seiner 3. Ehe mit der Adelheid von Wolfratshausen, Tochter von Graf
Otto III.
Decker-Hauff Hansmartin: Band III Seite 350
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"Die Zeit der Staufer"
VII. GENERATION
37 (21) KÖNIG KONRAD III.
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* 1093, + 18.2.1152
II oo um 1131/1132, vor 1134
GERTRUD
VON SULZBACH
* um
1113/16, + 14.4.1146
Hersfeld
Begraben: Zisterzienserkloster Ebrach
Tochter des Grafen Berengar I. von Sulzbach und der Adelheid von Wolfratshausen, Tochter des Grafen Otto II. von Dießen. Otto war ein Sohn des Grafen Berthold von Dießen (vgl. Nr. 11).
KONRAD III. und Königin Gertrud waren also beide Nachkommen (Ur-Ur-Enkel) eines staufischen Paares. Wenn Königin Gertrud von Mutterseite STAUFER-Blut hatte, wird eher verständlich, warum man ihre Schwester Bertha von Sulzbach gewissermaßen als "STAUFERIN"nach Byzanz schicken konnte, als Kaiser Manuel Komnenos sich mit dem staufischen Hause verbinden wollte - ein Sachverhalt, auf den Hirsch schon 1939 hingewiesen hat.
Kinder zweiter Ehe:
58 (König HEINRICH-BERENGAR)
59 (Friedrich)
und weitere Kinder?
Mühlbacher Josef: Seite 18-22
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"Lebenswege und Schicksale staufischer Frauen"
Gertrud von Sulzbach ist
wie ihr Gemahl KONRAD III. nur wenig
ins Bewußtsein des Volkes eingegangen. Die Größe und der
Glanz der ihnen Nachfolgenden, Kaiser FRIEDRICH
I. BARBAROSSA und der Beatrix
von Burgund, überragen und überstrahlen sie. KONRAD
waren trotz seiner großen Fähigkeiten dauernde Erfolge nicht
bescheiden. Dennoch ist er, der erste König des staufischen
Geschlechtes, die Vorstufe für den Aufstieg der drei folgenden Kaiser:
FRIEDRICHS
I. BARBAROSSAS, HEINRICHS VI.
und FRIEDRICHS II. - die drei Berge
in der Landschaft der staufischen
Geschichte.
Als mit Kaiser HEINRICH V.,
dem Sohn des den STAUFERN gewogenen
HEINRICH
IV., 1125 die SALIER
ausstarben,
wurde als deren Nachfolger Friedrich II., Herzog von Schwaben als Enkel
HEINRICHS
IV. erwartet. Gewählt wurde LOTHAR
VON SACHSEN-SUPPLINBURG, gegen den schon 1127 KONRAD,
der andere Enkel HEINRICHS IV., als
Gegenkönig auftrat. Schließlich wurde KONRADnach
dem Tod LOTHARS VON SUPPLINBURG 1138
aus Abneigung gegen den zu mächtigen WELFEN
Heinrich
den Stolzen in Koblenz zum König gewählt.
KONRAD wird als ritterliche
Erscheinung beschrieben, von edler Gestalt, ein tüchtiger Kriegsmann,
leutselig und gesellig, fröhlich und zugleich mit Anwandlungen zu
Frömmelei und Reuegefühlen. Seine Regierungszeit war ausgefüllt
mit Auseinandersetzungen und Kriegen gegen die WELFEN,
dem erfolglosen zweiten Kreuzzug, den er nach einer zündenden Predigt
Bernhards von Clairvaux im Dom von Speyer gelobt hatte.
Gebrochen und krank aus dem Heiligen Land wieder daheim,
nahm KONRAD von neuem den Kampf gegen
Heinrich den Löwen auf, der vorzeitig vom Kreuzzug nach Deutschland
zurückgekehrt war. Als KONRAD
1152 mit 50 Jahren zermürbt und enttäuscht starb, "stand er fast
genau da, wo er begonnen hatte" (Karl Hampe). Er starb in Bamberg und wurde
dort im Dom bestattet.
Vor dem Hintergrund dieser ruhelosen Zeit und neben dem
glücklosen Mann ist die Gestalt seiner Gattin zu sehen, deren Halt
ihre tiefe Frömmigkeit war. Der Vater Gertruds
von Sulzbach war der Graf Berengar I., ihre Mutter, die
dritte Gemahlin Berengars, Adelheid von Wolfratshausen. Sie
ist eine von fünf Schwestern, von denen Bertha
(Irene) mit dem Kaiser von Byzanz, Manuel
I., vermählt war.
Das Geschlecht derer von SULZBACH
ist seit dem 11. Jahrhundert bekannt, war mächtig in O-Franken und
im bayerischen Nordgau und im Besitz der Hauptvogtei des Bistums Bamberg,
dem sich KONRAD eng verbunden fühlte.
Graf Berengar I. wie sein Sohn Berengar II. waren getreue Gefolgsleute
FRIEDRICH
BARBAROSSAS. Berengar II. ist in dessen Heer 1167 in Rom an
einer grassierenden Seuche gestorben.
Der erstgeborene Sohn KONRADS
und Gertruds, HEINRICH
(1137-1150), der vor der Kreuzfahrt des Vaters 10-jährig
zum König gewählt und gekrönt worden war, starb schon im
Alter von 13 Jahren.
Auch der zweitgeborene Sohn Friedrich,
Herzog
von Rothenburg und Schwaben (1145-1167), starb mit 22 Jahren.
Den 18-jährigen hat Acerbus Morena, der Chronist von Lodi in einer
seiner ausgezeichneten Charakteristiken festgehalten: "Er war groß
für sein Alter, tapfer, ruhmbegierig, gut gebaut, breit und stämmig,
hellhäutig, schön und wohlgestalt, heiter und fröhlich,
mit gleichsam weißem und lockigen Haar." Er war also ein echter STAUFER
bis auf sein Körpermaß; die STAUFER
waren durchweg mittelgroß. Vielleicht ist seine Größe
ein Erbteil der Mutter.
Seine Tapferkeit wurde schon als Bannerträger im
Heer FRIEDRICHS BARBAROSSAS beim Sturm
auf die Tore Mailands (1162) hervorgehoben. Im Kampf gegen Rom wird ihm
allerdings Kirchenschändung vorgeworfen, auch sein Trotz gegen den
Vater ist ein staufischer Zug,
der sich später bei HEINRICH (VII.)
in der Rebellion gegen den Vater FRIEDRICH II.unheilvoll
auswirken sollte. Rücksichtslosigkeit, ja Grausamkeit, erschrecken
dann an Kaiser HEINRICH VI. KONRADS Sohn
Friedrich
weigerte
sich, den vom Kaiser geforderten Eid gegen Papst Alexander III. zu leisten,
und er scheint, wohl gegen die Absicht des Vaters, 1166
Gertrud,
die Tochter Heinrichs des Löwen und der Klemantia von Zähringen
geheiratet zu haben.
Die Anlagen des ungestümen jungen Mannes gelangten
nicht zur Reife. Im Alter von 22 Jahren wurde er in Rom im Heer FRIEDRICH
BARBAROSSAS ein Opfer der verheerenden Seuche. da er kinderlos
geblieben war, starb mit ihm die Familie KONRADS
III. aus. Seine Gemahlin Gertrud
heiratete in zweite Ehe Knut VI. von Dänemark.
Der Widerstand gegen den Vater mochte der Grund dafür
gewesen sein, dass diese vor dem Sterben nicht ihn, sondern seinen Neffen
FRIEDRICH,
den späteren Kaiser FRIEDRICH I. BARBAROSSA,
zum Nachfolger vorgeschlagen hatte: Dieser Entschluß wurde die einzige
große und entscheidende Tat KONRADS
genannt.
In das Leben und die Geschicke KONRADS
und seiner Söhne ist auch deren Mutter einbezogen, über die uns
nur wenig bekannt ist. Von KONRAD sind
zwei Episoden in der Erinnerung des Volkes wachgeblieben, die Episode von
den treuen Weibern nach der Eroberung der welfischen Burg Weinsberg durch
KONRAD
(1140); die andere Anektode:
KONRAD
habe vor Damaskus einem Gegner mit einem Hieb Kopf, Hals und die linke
Seite abgeschlagen, ist erfunden.
Für Gottfried von Viterbo war KONRAD
"im Rate ein Seneca, von Aussehen ein Paris, ein Hektor in den Waffen."
Nach der Geburt des Sohnes Friedricherkrankte
Gertrud
auf
dem Wege zu ihrem Gatten; sie starb in Hersfeld 1146 im Alter von
36 Jahren. Sie ist also ihrem Gatten und beiden Söhnen im Tod vorausgegangen.
Bestattet wurde sie in dem 1126 gegründeten, ehemals berühmten
und sehr reichen Zisterzienserkloster Ebrach im Steigerwald, das sie wie
viele andere Klöster reich beschenkt hatte. Hier ruht auch ihr Sohn
Herzog
Friedrich von Rothenburg.
1135
oo 2. KONRAD III. König des Deutschen Reiches
1093-15.2.1152
Kinder:
HEINRICH (VI.)
1137- 1150
Friedrich IV. Herzog von Schwaben
1144/45-19.8.1167
Literatur:
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Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen
Geschichte Konrad III., Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1883 -
Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst
- Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 350 - Lechner
Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246,
Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 149,254 - Mühlbacher,
Josef: Lebensweg und Schicksale der staufischen Frauen, Bechtle Verlag
Esslingen 1977 Seite 18-22 - Schwarzmaier, Hansmartin: Die Heimat
der Staufer. Bilder und Dokumente aus einhundert Jahren staufischer Geschichte
in Südwestdeutschland, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1976 Seite17,43,116
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