Lexikon
des Mittelalters: Band VII Spalte 1834
********************
Sidon (Saida)
----------------
Hafenmstadt im südlichen Libanon
Sidon
wurde 1110 von König
Balduin I. (mit Flottenhilfe des norwegischen Königs Sigurd
Jorsalafari) erobert und dem flämischen Ritter
Eustace I. Grenier
(† 1123) wie vorher schon Caesarea als Seigneurie zu
Lehen übertragen.
Bald nach der Schlacht von Hattin (aus der sich der Seigneur von
Sidon,
Reginald, nach Tyrus retten konnte) kapitulierte Sidon vor
Saladin (29. Juli 1187). Die völlig zerstörte
Stadt
wurde am 24. Oktober 1197 von deutschen Kreuzfahrern unter Herzog Heinrich
IX. von Brabant zurückerobert. Erst unter Kaiser
FRIEDRICH II. wurden vom 11. November 1227 bis zum 9.
März
1228 neue Befestigungswerke errichtet ('Seefestung' im westlichen Teil
der Insel: starker Turm, Wehrmauern; Sperrfestung im Osten); der Kaiser
übertrug bei der Abreise seinem Anhänger Balian, dem Seigneur
von Sidon, gemeinsam mit Garnier
dem Deutschen die Statthalterschaft
des Königreiches Jerusalem. Neue Baumaßnahmen wurden
von Juni
1253 bis Februar 1254 von König Ludwig IX.
dem Heiligen durchgeführt. Nachdem die Mongolen, die
durch
einen unklugen Raubzug des Seigneurs von Sidon, Julian,
provoziert
worden waren, die Stadt 1260 geplündert hatten, verkaufte (oder
verlehnte)
sie Julian an die Templer, die noch nach dem Fall von Akkon (18.
Mai 1291) Sidon zu verteidigen suchten, es aber am 14. Juli 1291 den
Mameluken
preisgeben mußten; diese ließen die Festung schleifen.